Abschlussarbeit – einsam oder gemeinsam?

Abschlussarbeit – einsam oder gemeinsam?
5. Sep 2016

von Katharina Zehner

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Ob Bachelor, Master oder Diplom: Es gibt gute Gründe, die Abschlussarbeit in einem Unternehmen zu schreiben. Allerdings auch dafür, das an der Hochschule zu tun. Das ist keine leichte Entscheidung zum Studienende hin. Was hilft, ist abwägen.

Viele Studierende entscheiden sich dafür, ihre Abschlussarbeit in einem Unternehmen zu schreiben und diese als Sprungbrett in den Beruf zu nutzen. Was auf den ersten Blick durchaus attraktiv klingt, hat erfahrungsgemäß auch seine Tücken. Der Spagat zwischen wissenschaftlichem Anspruch einerseits und den Anforderungen des Unternehmens andererseits kann groß sein. Das steht zusammengefasst im Buch Die Abschlussarbeit im Unternehmen, geschrieben von Olaf Schmidt.

Unternehmen bieten Themen an

Grundsätzlich haben Studierende zwei Möglichkeiten: Entweder sie suchen sich ein Thema, das sie interessiert und im Idealfall mit ihrem Wunschberuf zu tun hat und bearbeiten es an der Hochschule. Oder sie kooperieren für die Arbeit mit einem Unternehmen. Die meisten Mittelständler und fast alle Konzerne bieten diese Möglichkeit an. Sie sind leicht im Internet zu finden, teilweise auch schon mit Themenangeboten.

Wer die Arbeit in einem Unternehmen schreibt, lernt es kennen. Seine Kultur und Kollegen, Abläufe und Aufgaben. Und das Unternehmen lernt den Studierenden kennen. Zweifelsfrei eine Win-win-Situation für beide Seiten. Die, wenn die Chemie stimmt, mit einer Einstellung enden kann.

Stellen werden über Kontakte vergeben

Wer als Student seine Abschlussarbeit im Unternehmen schreibt, erhöht seine Jobchancen. Denn jede dritte Stelle wird über persönliche Kontakte besetzt. Dies hat das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in einer Studie herausgefunden.

Abschlussarbeiten werden gut bezahlt, betreut und mitunter besser benotet, schreibt Professor Werner Zimmermann von der Hochschule Esslingen. Allerdings funktioniere nur in der Hälfte aller Fälle der direkte Übergang von der Abschlussarbeit in die Anstellung. „Da muss man sich schon gut überlegen, wie man im Bewerbungsschreiben an die Firma B begründet, dass man bei der Firma A seine Abschlussarbeit und vielleicht auch noch ein Praxissemester gemacht, aber dann dort keine Stelle erhalten hat.“

Praxis und Wissenschaft müssen im Einklang liegen

Die Abschlussarbeit im Unternehmen kann einen Spagat darstellen. Schließlich soll sie zwei Herren dienen. Sie muss den Ansprüchen des Unternehmens und denen der Hochschule gerecht werden.

Dass es noch nie so viele Studenten gab wie derzeit, ging durch die Medien. Der große Andrang hat seinen Preis: Professoren müssen immer mehr Studenten betreuen. Deren Anzahl wächst zwar auch, allerdings nicht in der Geschwindigkeit steigender Studentenzahlen. Das führt zu problematischen Betreuungsverhältnissen auch für Abschlussarbeiten.

Student sein heißt frei sein

In der Wirtschaft arbeitet man gemeinsam, an Hochschulen schreibt man die Arbeit einsam. Geld gibt es an der Hochschule keines, auch keine Beziehungen in die Wirtschaft. Aber: Man kann relativ frei an seinem Thema arbeiten. Und man ist frei, weil man nicht in der Organisation eines Unternehmens eingebunden ist.

Student sein hat viel mit Freiheit zu tun. Manche wollen sich diese Lebensphase möglichst lange bewahren. Und schreiben daher aus rein emotionalen Gründen ihre Abschlussarbeit an der Hochschule. Das ist völlig legitim.

Egal wie Sie sich entscheiden, wir wünschen Ihnen viel Glück bei Ihrer Wahl.

Sie möchten Ihre Abschlussarbeit praxisbezogen schreiben und bringen ein Thema mit, das Sie gerne vertiefen und umsetzen wollen? Dann sind Sie bei der R+V herzlich willkommen. Schauen Sie sich gerne die Informationen dazu auf unserer Karrierewebsite an.

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Abschlussarbeit – einsam oder gemeinsam?
Katharina Zehner

Mitarbeiterin Personalmarketing; bloggt über Personal- und Karrierethemen im Allgemeinen sowie Berufsbilder und Hinter den Kulissen Eindrücke bei der R+V.

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