Crowdfunding bei der Volksbank Bühl

Crowdfunding bei der Volksbank Bühl
10. Mai 2013

von Suitbert Monz

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Crowdfunding ist eine Methode der Finanzierung, bei der über das Internet viele Privat-Anleger mobilsiert werden, die mit unterschiedlich hohen Beiträgen Projekte unterstützen.

Die Volksbank Bühl hat vor Kurzem ihre eigene Crowdfunding-Seite auf den Markt gebracht.

Ich habe mit Franz Sebastian Welter von der Volksbank Bühl über die Idee durch Crowdfunding den genossenschaftlichen Gedanken erlebbar zu machen und die Zukunft von viele-schaffen-mehr.de gesprochen.

Was ist die Grundidee des neuen Crowdfunding-Projekts der Volksbank Bühl?

“Grundsätzlich kann man auf unserer Plattform Projekte unterschiedlicher Größe, die man alleine nicht finanzieren kann, einstellen und dann dafür werben, dass andere das Projekt unterstützen und mitfinanzieren.

Wie das genau abläuft, ist aber auch in unserem Erklärvideo zum Projekt gezeigt.”

Was ist der Unterschied zu anderen Crowdfunding Projekten wie Kickstarter?

“Jede Crowdfunding-Plattform bedient sich einer speziellen Nische. Während Kickstarter eher Produktinnovationen fördert, setzt sich unser Partner Startnext zum Beispiel mehr für kreative und kulturelle Projekte ein.

Mit viele-schaffen-mehr.de wollten wir eine Crowdfunding-Plattform schaffen, die gemeinnützige Projekte auf regionaler Ebene unterstützt.”

So eine Idee entsteht vermutlich nicht von heute auf morgen. Wie kam es zu diesem neuen Ansatz für die Volksbank Bühl?

“Der Grundstein wurde quasi vor drei Jahren mit der Gründung der Innovationswerkschaft gelegt. In einem Workshop kam dann vor ca. 2 Jahren die Idee für das Projekt auf. Zunächst begann dann die Suche nach verlässlichen Partnern bevor unsere Wahl auf  die VR-NetWorld GmbH, T-Systems MMS und tyclipso, also startnext.de fiel.

Die tatsächliche Realisierung des Projekts begann Mitte 2012, wobei erst mal eine Vielzahl an rechtlichen und technischen Fragen geklärt werden musste.”

Sie sagen, Crowdfunding entspricht dem genossenschaftlichen Prinzip der Volksbanken. Wie verstehen Sie das?

“Die Grundidee des genossenschaftlichen Prinzips ist, dass das, was ein Einzelner alleine nicht schaffen kann, von der Gemeinschaft getragen und realisiert wird.

Diese Idee lässt sich in der Filiale einfacher erlebbar machen als im Internet. Hier ist es oft schwierig dieses Prinzip auf das Netz zu übertragen und somit deutlich zu machen, was eine genossenschaftliche Bank von anderen Banken unterscheidet.

Schließlich ist schon in der genossenschaftlichen Satzung festgelegt, dass die Profitmaximierung nicht an erster Stelle stehen soll.

Der Crowdfunding-Gedanke greift diese Idee auf, denn wer alleine nicht die Renovierung seines Fußballplatzes oder Ähnliches bewirken kann, hat jetzt die Chance, in der Gemeinschaft solche Projekte über viele-schaffen-mehr.de realisieren zu können.”

Wieso sollte Crowdfunding zusätzlich zu den herkömmlichen Social Media Aktivitäten eingesetzt werden? 

“Ich halte die Weiterentwicklung von Social Media Aktivitäten wie Twitter und Facebook für wichtig, um den Dialog mit den Kunden zu verbessern. Crowdfunding ist allerdings noch eine Evolutionsstufe weiter.

Es geht bei Crowdfunding nicht nur um Kommunikation und Dialog, sondern auch um die direkte Realisierung von Projekten vor Ort, die erlebbar wird und somit zum einen hohe Transparenz bietet und zum anderen eine tiefere Identifikation der Kunden mit der Bank möglich macht.”

Wird die Volksbank Bühl ebenfalls Projekte finanziell unterstützen?

“Die Erstspenden der ersten 2.000 Spender werden jeweils mit 5 EUR von der Volksbank Bühl unterstützt. Insgesamt stellt die Volksbank Bühl also 10.000 EUR für die über viele-schaffen-mehr.de vorgestellten Projekte zur Verfügung.”

Wie sieht der Zeitplan für das Projekt aus? 

“Von nun an bis Mitte Juni können Projekte auf unserer Plattform eingestellt werden. In dem Zeitraum finden auch einige Informationsveranstaltungen in Bühl und Umgebung statt, um beispielsweise die örtlichen Vereine über ihre Möglichkeiten mit viele-schaffen-mehr.de zu informieren.

Am 17. Juni beginnt dann die sogenannte Startphase – jetzt geht es ums Sammeln von Fans! Wie viele Fans benötigt werden, damit ein Projekt in die Finanzierungsphase übergehen kann, hängt von der Größe des Projekts ab.

Projekte unter 500 EUR benötigen so zum Beispiel nur 10 Fans, während größere Projekte mit bis zu 7.500 EUR Volumen auch Unterstützung von mindestens 75 Fans brauchen.

Diese Phase war uns besonders wichtig, weil sie deutlich macht, dass man auch ein bisschen Werbung für sein Projekt machen muss. Ansonsten schafft man die Finanzierung im Anschluss nicht.

Projekte, die es in die Finanzierungsphase geschafft haben, können dann 2 Monate lang Spender mobilisieren. Am 1.September ist dann Kampagnenende und die Auszahlung erfolgreich finanzierten Projekte sowie die Rückzahlung der nicht erfolgreich finanzierten Projekte findet statt.”

Wie geht es mit dem Projekt danach weiter?

“Die Zukunft des Projekts ist für uns noch offen. Wir wollen jetzt erst einmal die Reaktionen abwarten. Je nachdem, wie das Feedback ausfällt, können wir uns durchaus vorstellen, das Projekt langfristig weiterzuführen.

Ob das dann im Rahmen der Stiftung Volksbank Bühl dauerhaft oder nur in speziellen Zeiträumen als eine Art Kampagne weiterläuft, ist da aber noch vollkommen offen. Eine Entscheidung, wie es weitergeht, treffen wir erst Ende September, wenn wir die Erfahrungen aus dem Projekt gesammelt haben und abschätzen können, welchen Zeitaufwand so etwas mit sich bringt.”

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Crowdfunding bei der Volksbank Bühl
Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, Bereich Vertrieb Onlinemarketing; bloggt über Online-Marketingmaßnahmen und soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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Crowdfunding der Volksbank Bühl: Raiffeisen reloaded? | / http://www.matthias-schubert.com/genossenschaftsbanken/crowdfunding-der-volksbank-buhl-raiffeisen-reloaded

09:39 23.05.2013

[…] so viele Spenden von diesen Fans einzusammeln, dass das Projekt realisiert werden kann. Im Blog der R+V-Versicherung erklärt Franz Sebastian Welter mehr über die Idee und das Projekt. Ein YouTube-Video der […]

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