Ehevertrag (2) – Regelungen zum Unterhalt

Ehevertrag (2) – Regelungen zum Unterhalt
1. Dez 2016

von Suitbert Monz

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Wie auch bei den Regelungen zum Güterstand, die individuell in einem Ehevertrag vorgenommen werden können, so haben Paare auch beim Unterhalt einen Spielraum. Je nach Lebenssituation und -planung können unterschiedliche Vereinbarungen getroffen werden. Die Regelungen lassen sich jederzeit anpassen.

Die Unterhaltsregelungen beziehen sich immer auf die Zeit nach der Ehe und hängen von unterschiedlichen Faktoren ab.

Individuelle Regelungen zum Unterhalt

Eine allgemeingültige Vorlage oder Musterformulierungen für die Regelung von Unterhaltsansprüchen nach der Ehe gibt es nicht. Allerdings sollten Paare sich im Vorhinein über die verschiedenen Möglichkeiten informieren. Auch ein vollständiger Ausschluss von Unterhaltsansprüchen ist möglich – beispielsweise dann, wenn beide Ehepartner ausreichend gut verdienen und keine Kinder geplant sind. Verändert sich die Situation allerdings und wird durch diesen Verzicht ein Partner sehr benachteiligt, dann kann der Vertrag unwirksam werden. Er sollte daher stets aktuell gehalten werden.

Ein Unterhaltsverzicht ist dementsprechend meist nicht vollumfänglich zu wählen. Das gilt beispielsweise dann, wenn ein Partner nach der Scheidung ein Kind zu versorgen hat. Höhe und Dauer können ebenfalls vertraglich festgelegt werden, um zu verhindern, dass dies später von einem Richter entschieden wird. Ein weiterer Fall, für den ein Unterhaltsverzicht ausgeklammert werden sollte, ist beispielsweise eine finanzielle Notlage.

Weitere Gründe für den Unterhalt

Der Unterhalt ist allerdings auch von einer Reihe weiterer Tatbestände abhängig, die ehevertraglich vereinbart werden können und teilweise auch geregelt werden sollten, um zu verhindern, dass der Vertrag ungültig wird. Hierzu gehören beispielsweise ein zu hohes Alter oder ein erhebliches Gebrechen, was eine Erwerbstätigkeit unzumutbar machen würde.

Weitere Faktoren sind Erwerbslosigkeit oder ein Aufstockungsunterhalt, wenn ein Ehepartner deutlich weniger verdient als der andere. Um in allen Fällen zu verhindern, dass ein Unterhalt ein Leben lang gezahlt werden muss, kann eine zeitliche Begrenzung im Ehevertrag festgelegt werden. Diese kann sich auch an der Dauer der Ehe orientieren.

Wie ein Ehevertrag genau gestaltet wird, lässt sich dementsprechend pauschal nicht beantworten. Besonders wichtig ist es allerdings, zwei Punkte zu berücksichtigen:

  1. Der Ehevertrag muss der jeweiligen Situation entsprechen und sollte nötigenfalls aktualisiert werden.
  2. Der Ehevertrag darf keinen der Ehepartner erheblich benachteiligen, da er sonst vor Gericht seine Gültigkeit verlieren kann. Er sollte daher zusammen mit einem Notar aufgesetzt werden.

Weitere Informationen zum Ehevertrag finden Sie im ersten Teil unseres Blogartikels.

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Ehevertrag (2) – Regelungen zum Unterhalt
Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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Kommentare

Ehevertrag: Wann ist er sinnvoll und wie funktioniert er? - R+V BlogR+V Blog / http://www.ruv-blog.de/ehevertrag-wann-ist-er-sinnvoll-und-wie-funktioniert-er/

10:28 01.12.2016

[…] werden wir im Artikel vorstellen, in wie fern ein Ehevertrag zur Absicherung des Unterhalts dienen […]

Martin

11:42 30.01.2017

Schöner Artikel! Wir beschäftigen uns auf unserem Blog ebenfalls mit Scheidung, Unterhalt & Kindergeld sowie Themen rund ums Familienrecht und sind interessiert am gegenseitigen Austausch. Bei Interesse könnt ihr gerne mal vorbeischauen: https://www.scheidung.de/

LG