Ehevertrag: Wann ist er sinnvoll und wie funktioniert er?

Ehevertrag: Wann ist er sinnvoll und wie funktioniert er?
15. Sep 2016

von Suitbert Monz

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Ein Ehevertrag regelt die Vermögensverhältnisse im Falle einer Scheidung und hält Unterhalts- sowie Rentenregelungen fest. Nicht in jedem Fall ist ein Ehevertrag nötig, unter bestimmten Umständen sollte man allerdings über ihn nachdenken.

Wichtig ist, dass ein Ehevertrag durchdacht ist und die Interessen beider Seiten abdeckt. Man sollte sich daher Zeit nehmen, bevor man ihn abschließt. Uneingeschränkt gültig ist er auch, wenn er erst nach der Eheschließung abgeschlossen wird. Auch anlässlich einer Scheidung ist dies noch möglich. Am besten lässt man den Vertrag bei einem Notar aufsetzen, was kostengünstiger ist als die Option beim Rechtsanwalt.

Für wen eignet sich ein Ehevertrag?

Sinnvoll sind Eheverträge vor allem für Unternehmer und Selbständige. Denn wenn kein Ehevertrag geschlossen wurde, befinden sich die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand einer Zugewinngemeinschaft, was bedeutet, dass im Falle einer Scheidung das während der Ehe angesammelte Vermögen zu gleichen Teilen auf die Ehegatten aufgeteilt wird. Oftmals bedeutet das, dass das Unternehmen zerschlagen werden muss oder zumindest in finanzielle Schwierigkeiten gerät.

Darüber hinaus sind Eheverträge bei internationalen Ehen sinnvoll, denn dann kann eindeutig festgelegt werden, welches Recht im Falle einer Scheidung gilt. Auch kann so verhindert werden, dass einer der Ehepartner von seinem Heimatland aus Ansprüche geltend macht. Darüber hinaus sind Eheverträge ratsam, wenn sich das Alter und das Vermögen bzw. Einkommen beider Partner stark unterscheidet.

Vermögensverhältnisse festlegen: Möglichkeiten des Ehevertrags

Will man den automatisch geltenden gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft vermeiden, hat man im Ehevertrag unterschiedliche Möglichkeiten, die Vermögensverhältnisse festzulegen. Den Ehevertrag kann man jederzeit im Nachhinein ändern und an etwaige neue Vermögenssituationen oder auch neue gesetzliche Regelungen anpassen. Grundsätzlich kann zum Beispiel eine Gütergemeinschaft oder eine Gütertrennung vereinbart werden.

Bei einer Gütergemeinschaft gehört jedwedes Vermögen den Ehegatten gemeinschaftlich, woraus sich im Fall einer Scheidung oftmals Schwierigkeiten ergeben. Wird die Gütertrennung gewählt, behält jeder den Anteil, den er selbst in die Ehe eingebracht hat und verfügt darüber hinaus allein über sein während der Ehe angesammeltes Vermögen. Es findet eine vollständige Trennung der Vermögensmassen auch nach der Scheidung statt.

Laut Urteil des BGH im Jahr 2004 sind allerdings Eheverträge rechtswidrig, die einen der Ehegatten nachweislich deutlich benachteiligen. Das heißt, dass zwar die gesetzlichen Vorgaben geändert und angepasst werden können, aber nicht in einem beliebigem Maße. Wurde ein Ehevertrag für beide Seiten fair gestaltet, wird dies allerdings vom Gericht akzeptiert.

Demnächst werden wir im Artikel vorstellen, in wie fern ein Ehevertrag zur Absicherung des Unterhalts dienen kann.

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Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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Kommentare

Ehevertrag (2) – Regelungen zum Unterhalt - R+V BlogR+V Blog / http://www.ruv-blog.de/ehevertrag-und-unterhalt/

09:44 09.12.2016

[…] auch bei den Regelungen zum Güterstand, die individuell in einem Ehevertrag vorgenommen werden können, so haben Paare auch beim Unterhalt […]