Energiegenossenschaften – regionaler Weg zu nachhaltiger Energie

Energiegenossenschaften – regionaler Weg zu nachhaltiger Energie
11. Jan 2017

von Jan Ackerhans

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Eine autonome Energiegewinnung durch Photovoltaikanlagen, Biogasanlagen und weiteren Möglichkeiten kann ganze Dörfer unabhängig von fossilen Energien machen. Um diese großen Projekte finanzieren zu können, gibt es Energiegenossenschaften.

Eine Energiegenossenschaft ist der Zusammenschluss mehrerer Bürger einer Kommune oder Region zur Umsetzung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien.

Welche Vorteile haben Energiegenossenschaften?

Energiegenossenschaften haben mehrere Vorteile. Es werden unterschiedliche Aspekte wie wirtschaftliche und kommunale Interessen ausgeglichen, darüber hinaus wird der regionale Wertschöpfungskreislauf gestärkt. Bürgerinnen und Bürger setzen mit Hilfe lokal ansässiger Unternehmen das Energie-Projekt um, wodurch wiederum die gesamte Kommune durch Steuereinnahmen profitiert. Die Wertschöpfung verbleibt daher auch vollständig in der Region.

Darüber hinaus sind Energiegenossenschaften als klimaschützende Geldanlage zu sehen, wobei die Haftung auf die eigenen Anteile begrenzt ist. Energiegenossenschaften sind bei einer hohen Nachhaltigkeit außerdem ziemlich insolvenzfest. Sie sind demokratisch, da jedes Mitglied eine Stimme hat und sich auch Haushalte mit niedrigerem Einkommen beteiligen können.

Ferner setzen Energiegenossenschaften selber Erneuerbare-Energien-Projekte um und lassen den Bürger an diesen Projekten bzw. der Energiewende teilhaben. Diese Teilhabe führt zur Akzeptanzsteigerung, zum Wissensaufbau im Bereich der Energie bei der Bevölkerung und dadurch zur persönlichen energetischen Verhaltensänderung im alltäglichen Leben.

Sinkende Neugründungszahlen durch neues EEG

Allerdings sind in den letzten Jahren die Zahlen der Neugründungen und Investitionen von Energiegenossenschaften rückläufig. Die Gründe hierfür sind überwiegend im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu finden. Beispielsweise ziehen die gesetzlichen Änderungen eine erhöhte Bürokratie nach sich, was die Umsetzung der Projekte erschwert.

Außerdem schreibt das Gesetz vor, dass die Vergütung für Erneuerbare Energien Anlagen ab 2017 grundsätzlich über Ausschreibungen  festgelegt wird. Das Ausschreibungsverfahren bevorteilt große Unternehmen, da diese die nötige Finanzkraft mitbringen. Kommunale Initiativen und Projekte werden dadurch ausgebremst.  Zum Erhalt der Akteursvielfalt wurde im EEG 2017erstmals eine Definition für Bürgerenergiegesellschaften verankert. Für diese Akteure gelten bei Windausschreibungen Ausschreibungsbedingungen, die zur Chancengleichheit zwischen Energiegenossenschaften und großen Marktakteuren führen soll.

Nahwärme als Alternative

Eine Chance für Energiegenossenschaften liegt allerdings in der Nahwärme beispielsweise in Form von Biogasanlagen oder zentralen Holzheizungen. Hier ist die Zahl der Netze in den letzten Jahren gestiegen. Wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit Kommunen und eine breite Bürgerbeteiligung. Nahwärmenetze werden zudem auch staatlich gefördert.

Bundeskongress genossenschaftliche Energiewende

Haben wir Ihr Interesse an Energiegenossenschaften oder der Energiewende an sich geweckt?

Dann sind Sie herzlich eingeladen, am Bundeskongress genossenschaftliche Energiewende am 14. Februar 2017 in Berlin teilzunehmen. Hier werden aktuelle Themen rund um Energiegenossenschaften und die genossenschaftliche Gruppe diskutiert. Eindrücke vom letzten Bundeskongress finden Sie im Blogartikel.

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Energiegenossenschaften – regionaler Weg zu nachhaltiger Energie
Jan Ackerhans

Mitarbeiter der Abteilung Agrarmarkt und Erneuerbare Energien, bloggt über aktuelle Themen rund um die Energiewende.

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