Fußball-EM und Arbeit: Was ist erlaubt?

Fußball-EM und Arbeit: Was ist erlaubt?
30. Jun 2016

von Rebecka Berndt

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Die Achtelfinal-Spiele der Fußball EM 2016 sind bereits gespielt und Deutschland befindet sich im Viertel-Finale. Die nächsten Spiele der deutschen Nationalmannschaft werden höchstwahrscheinlich am Wochenende stattfinden. Doch was passiert, wenn man nach dem Spiel verkatert zur Arbeit kommt, auf der Arbeit den Ticker oder womöglich das Spiel online verfolgen möchte? Wir haben die wichtigsten arbeitsrechtlichen Fragestellungen im Artikel zusammengefasst.

Darf ich auf der Arbeit einen Fernseher aufstellen oder die Spiele im Internet gucken?

Es gilt der Grundsatz: An der Arbeit muss gearbeitet werden – auch während einer Fußball Europameisterschaft. Das bedeutet, Sie dürfen keinen Fernseher aufstellen oder das Spiel im Internet verfolgen. Selbst Live-Ticker sind verboten, da das Anschauen keinen dienstlichen Hintergrund aufweist. Aus diesem Grund sollten Fußballfans die ausdrückliche Erlaubnis ihres Arbeitgebers diesbezüglich einholen.

Ich möchte für ein wichtiges Spiel eher nach Hause, ist das verboten?

Darüber müssen Sie mit Ihrem Chef sprechen. Die EM ist eine gute Möglichkeit, Urlaub zu nehmen oder geleistete Überstunden abzubauen. Sorgen Sie aber dafür, dass keine bestehenden Termine aufgrund dessen ausfallen. Es sollte klar sein, dass Sie den Arbeitsplatz nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Vorgesetzten verlassen, um das Spiel zu sehen. Sicher haben Kollegen und Führungskräfte aber Verständnis, dass man etwas früher aufbricht.

Darf ich im Fußball-Trikot zur Arbeit kommen?

Die übliche Etikette des Arbeitsplatzes ist zu wahren, das bedeutet, dass der Arbeitgeber es erwarten und verlangen kann, dass die Angestellten in ihrer üblichen Berufskleidung zur Arbeit erscheinen. Besonders Berufe mit Kundenkontakt sind hiervon betroffen.

Darf ich mit einem „Kater“ ins Büro kommen?

Wenn Sie zu ausgiebig den Sieg der eigenen Mannschaft gefeiert haben und am nächsten Morgen nicht arbeitsfähig sind, müssen Sie sich krank melden. Denn hier gilt der Grundsatz: Wer krank ist, ist krank – auch bei einem alkoholischem Kater. Wer alkoholisiert zur Arbeit erscheint, kann von seinem Arbeitgeber auch nach Hause geschickt werden und verliert damit den Anspruch auf Entgelt für diesen Tag.

Am besten lässt man es aber nicht darauf ankommen und beugt bereits während der Feier vor, indem man auf alkoholfreie Getränke umsteigt.

Mein Chef hat das Public Viewing am Arbeitsplatz erlaubt, jetzt darf ich doch auch was Trinken, oder?

Hierbei sind die betrieblichen Regelungen strikt einzuhalten: Sollte es eine Betriebsvereinbarung zum Thema „Kein Alkohol am Arbeitsplatz/Betriebsstätte“ geben, darf kein Alkohol getrunken werden. Ansonsten ist das Public Viewing als Ihre Pause zu werten, in welcher Sie, nach Absprache, ein Bier trinken dürfen. Denken Sie aber daran, dass Sie danach wieder arbeiten müssen. Greifen Sie also lieber auf die alkoholfreie Variante zurück.

Mit welchen arbeitsrechtlichen Konsequenzen muss ich rechnen, wenn ich mich nicht an die „Spielregeln“ halte?

Wer ohne Erlaubnis des Arbeitgebers die Arbeit frühzeitig verlässt oder das Spiel auf der Arbeit schaut, muss mit einer Abmahnung rechnen. Sollten Sie die gleiche Tat wieder begehen, kann es bis zu einer verhaltensbedingten Kündigung kommen.

Wir wünschen der deutschen Fußballnationalmannschaft weiterhin alles Gute und viel Erfolg!

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Fußball-EM und Arbeit: Was ist erlaubt?
Rebecka Berndt

Mitarbeiterin Personalmarketing der R+V. Bloggt zu Themen rund um das Arbeitsleben und die Karrieremöglichkeiten im Außendienst bei R+V.

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