Online finden – offline binden

Online finden – offline binden
26. Sep 2016

von Katharina Zehner

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Soziale Netzwerke schaden nur dem, der sie nicht nutzt. Sie helfen, die richtigen Leute kennen zu lernen, bei der Jobsuche oder der Karriere. Professionelles Networking kann man lernen. Es geht aber auch von ganz allein, denn jeder berufliche Kontakt ist der erste Schritt für Networking. Es kommt allein darauf an, ob man den zweiten Schritt wagt.

Kurz vor 19 Uhr. Beste Zeit für eine After-Work-Party. Etwa 200 junge Leute stehen in einer langen Schlange vor dem Senator-Raum des Hotels Crowne Plaza in Hamburg. Sie im Business-Kostüm, er im dunklen Anzug mit Krawatte. Beide Geschlechter sind ausgerüstet mit kleinen Stapeln eigener Visitenkarten. Sie alle wollen nur das eine: beruflich neue Kontakte knüpfen!

Auf der Visitenkartenparty. Veranstaltet von zwei Jung-Unternehmen, die darin eine tragfähige Geschäftsidee sahen. Der Deutschlandfunk berichtete groß darüber. Das war im Mai 2003, und diese sowie folgende Partys waren restlos ausverkauft.

Die meisten Neueinstellungen erfolgen über persönliche Kontakte

Damals wurden Kontakte persönlich geknüpft. Heute verbindet man sich über soziale Netzwerke. Die modernen Crowne Plazas heißen Xing, Facebook, Twitter und Linkedin. Unverändert aber gilt die Weisheit: ‚Kontakte schaden nur dem, der sie nicht hat‘.

Sie helfen, einen neuen Job zu finden und man macht schneller Karriere. Das Institut für Arbeitsmarktforschung in Nürnberg hat in einer Befragung unter 13.000 Unternehmen im vergangenen Jahr herausgefunden, dass jede dritte Neueinstellung über persönliche Kontakte erfolgte. Deshalb ist Netzwerken so wichtig.

Berufliche Netzwerke sind kein neues Phänomen

Lange vor Social Media gab es Mundpropaganda. Ein altes Wort für Networking. Irgendjemand aus dem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis kannte schon jemanden, der wiederum jemanden kannte. Und der dann den passenden Schlüssel zum neuen Job hatte: den entsprechenden Kontakt.

Heute legt man sein Profil in einem sozialen Netzwerk an und vernetzt sich mit beruflichen Kontakten. Und ob man einen neuen Job will oder nicht: Bei gesuchten Fachrichtungen kommt irgendwann ein Angebot über den Social-Media Account. Über Suchfunktionen sind Headhunter oder Personaler aufmerksam geworden. Oder man wurde empfohlen. Aus Vetternwirtschaft ist Internetpropaganda geworden. Ihren Zweck erfüllen beide Lösungen: Sie bringen Menschen zusammen.

Netzwerke müssen gehegt und gepflegt werden

Wie professionelles Netzwerken en détail geht, darüber gibt’s zahlreiche gedruckte Ratgeber, digitale Ratschläge und es werden Seminare angeboten. Man kann sie lesen oder teilnehmen, um ganz genau zu wissen, wie man sich ein berufliches Netzwerk aufbaut, es hegt und pflegt.

Oder man vertraut seinem eigenen Wissen und dem Alltag. Denn jeder berufliche Kontakt ist schon der erste Schritt, ein Netzwerk aufzubauen oder es zu erweitern. Früher oder später folgt der Schritt vom Online- zum Offline-Kontakt. Deshalb gilt der Grundsatz: Online finden – offline binden. Es kommt allein darauf an, was man daraus macht.

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Online finden – offline binden
Katharina Zehner

Mitarbeiterin Personalmarketing; bloggt über Personal- und Karrierethemen im Allgemeinen sowie Berufsbilder und Hinter den Kulissen Eindrücke bei der R+V.

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