Schlüsselerlebnisse in der Bewerbung

Schlüsselerlebnisse in der Bewerbung
2. Mai 2016

von Katharina Zehner

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Im Bewerbungsverfahren spüren Kandidaten, wie Unternehmen ticken. Candidate Experience Management heißt der Prozess, der dafür sorgen soll, dass jede Begegnung des Bewerbers mit dem Unternehmen ein positives und motivierendes Erlebnis wird. Tatsächlich ist es oft negativ und frustrierend.

Der erste Eindruck zählt, der letzte bleibt. Diese beiden Schlüsselmomente gelten für viele Bereiche des Alltags. Zum Beispiel für einen Prozess aus Sicht des Bewerbers.

Bei seinen Recherchen über das Unternehmen gewinnt er einen ersten Eindruck. Ist der gut, schickt er seine Bewerbungsunterlagen los. Daraufhin folgt das Auswahlverfahren und abschließend der Bescheid. Unternehmen haben es in der Hand, diese Vorgänge zu gestalten, um einen ersten und bleibend guten Eindruck zu hinterlassen. Candidate Experience Management heißt das in der Fachsprache.

Googlebar und elektronisch einfach

Bewerber suchen im Internet nach Stellen und dort nach Informationen über Unternehmen, die passende Angebote haben. Dass das Unternehmen deshalb bei Google zu finden sein sollte, ist ebenso selbstverständlich wie Darstellungsvarianten der Informationen für Tablet und Smart Phone.

Die Kandidaten führen die Bewerbung gerne digital fort. Allerdings graut es ihnen davor, ihren Lebenslauf zum fünfundzwanzigsten Mal in ein Onlineformular zu tippen. Am liebsten schicken sie eine E-Mail und hängen ihren hübsch formatierten Lebenslauf an.

Und weil Jobsuchende und junge Leute alles andere als Geduld haben, zahlt sich Reaktionsgeschwindigkeit aus. Fixe Unternehmen punkten für ihre Schnelligkeit.

Entscheidung mit Stil verkünden

Der Knackpunkt im Bewerbungsprozess ist das persönliche Vorstellungsgespräch. Dort wird der erste Eindruck bestätigt – oder widerlegt. Im persönlichen Gespräch fällt nämlich die Entscheidung! Und die muss dem Kandidaten mitgeteilt werden. Wie? Das ist eine Sache des Stils, der bleibende Eindrücke hinterlässt.

Dies sind Erkenntnisse des international tätigen Personaldienstleister Kelly. Das Unternehmen hat 230.000 Kandidaten in 31 Ländern zu ihren Erfahrungen beim Einstellungsverfahren und Onlineboarding befragt. Danach war nur jeder Zweite mit seinen Erfahrungen als Bewerber zufrieden. In Deutschland sind es nur 40 Prozent gewesen.

Am wichtigsten ist den Kandidaten, dass sie sich einfach bewerben können. Dann folgen eindeutige Stellen- und Anforderungsbeschreibungen sowie klare und zeitnahe Kommunikation zum Bewerbungsstand. Zeitnah bedeutet für jeden Zweiten eine Zeitspanne von drei bis fünf Werktagen. Alles über diese Frist hinaus reduziert die Chancen, den Wunschkandidaten einstellen zu können.

Die ersten Tage sind entscheidend

Ist das einem Arbeitgeber gelungen, beginnt die herausfordernde Aufgabe, den neuen Mitarbeiter im Unternehmen zu integrieren. Das kann ein strukturierter Prozess sein. Oder der Neue muss sich irgendwie selbst zurechtfinden.

In Deutschland war nur jeder zweite Bewerber mit seiner Einführung ins Unternehmen zufrieden. Dabei entscheiden die ersten 90 Tage darüber, ob der neue Mitarbeiter bleibt oder geht. Da mag der erste Eindruck noch so gut gewesen sein, der letzte bleibt im Kopf.

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Katharina Zehner

Mitarbeiterin Personalmarketing; bloggt über Personal- und Karrierethemen im Allgemeinen sowie Berufsbilder und Hinter den Kulissen Eindrücke bei der R+V.

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