Steinschlag in der Windschutzscheibe

Steinschlag in der Windschutzscheibe
17. Jun 2013

von Suitbert Monz

0

Schnell ist es passiert: Risse und Löcher werden während der Fahrt durch kleine Steine in der Windschutzscheibe verursacht. Für diese Fälle werben Autoglaser mit Gratisreparaturen und warnen vor größeren Schäden während der Weiterfahrt. Doch wie gefährlich ist Steinschlag tatsächlich und wann muss die Windschutzscheibe ausgetauscht werden?

Steinschlag wird durch Steine verursacht, die von einem voranfahrenden Auto emporgeschleudert werden und die eigene Windschutzscheibe treffen. Nicht in jedem Fall ist dann eine Reparatur fällig.

Ist der Schaden allerdings so groß, dass die Scheibe repariert werden muss, ist das richtige Vorgehen entscheidend.

Oberflächliche Schäden

Abgeplatzte Stellen und Kratzer zählen zu oberflächlichen Schäden, die im Laufe der Zeit auch kein größeres Ausmaß annehmen können.

Roland Richter von der Kfz-Schadenabteilung der R+V sagt dazu: „Die Vorstellung vom kleinen Riss, der sich durch niedrige Temperaturen oder die Fahrt über eine unebene Straße vertieft und so im schlimmsten Fall einen Bruch in der Windschutzscheibe verursacht, ist haltlos.“

Dies würde eher auf veraltete Autogläser zutreffen. Heutzutage besteht eine Windschutzscheibe jedoch aus Verbundglas, wie auch auf der Homepage der Autozeitung nachzulesen ist. Das heißt, dass einzelne Glasscheiben durch eine Folie miteinander verbunden sind, was die Scheibe enorm widerstandsfähig macht.

Eine vollständige Zerstörung der Windschutzscheibe ist in solchen Fällen ausgeschlossen, daher müssen diese Schäden auch nicht behandelt werden.

Windschutzscheibentausch: ja oder nein?

Es gibt allerdings auch Schäden, die eine Reparatur oder sogar einen Austausch der Windschutzscheibe erforderlich machen. Herr Richter nennt hier vor allem zwei Fälle:

Zunächst ist der tatsächliche Bruch der Windschutzscheibe. Er liegt vor, wenn die Scheibe so tiefgehend beschädigt wurde, dass auch die Folie davon betroffen ist. In diesem Fall wird die Stelle mit einem Spezialharz aufgefüllt, die Scheibe muss aber nicht getauscht werden.

Tritt dieser Fall ein ist es vor allem wichtig, die Versicherung zu benachrichtigen, bevor man zu einer Werkstatt fährt. Sie nennt dann Partnerwerkstätten in der Nähe, die die Reparatur übernehmen.

Wenn man den Schaden zu spät meldet und auf eigene Faust eine Werkstatt aufsucht, wird die Reparatur von der Versicherung nicht übernommen.

Beim zweiten großen Schadenfall handelt es sich um Risse im Sichtbereich des Fahrers oder am Rand der Scheibe. Dann ist allerdings eine neue Scheibe fällig, wobei die vereinbarte Selbstbeteiligung anfällt.

Vorsicht vor Autoglasern im öffentlichen Raum

Vor allem auf Parkplätzen vor Bau- und Supermärkten oder an Autowaschanlagen finden sich nicht selten sogenannte Parkplatzglaser, die vor Ort anbieten, die Windschutzscheibe im Falle von Steinschlag zu reparieren oder auszutauschen. „Hierbei ist besondere Vorsicht geboten.“, sagt Roland Richter.

Denn oftmals sind diese Dienstleister nicht seriös und werben damit, dass ihr Angebot kostenlos sei. Darüber hinaus führen sie die Reparatur mitunter nicht fachgerecht aus, woraus Folgeschäden entstehen können.

Dass Versprechen der Kostenlosigkeit wird ebenfalls allzu oft nicht eingehalten.

Besonders schwierig wird es, wenn sich im Nachhinein noch Probleme ergeben, die geklärt werden müssen. Dann sind Autoglaser, die auf Parkplätzen ihre Kunden werben, oft schwer wieder auffindbar, da sie den Standort häufig wechseln.

Auf der sicheren Seite

Was für die Parkplatzglaser gilt, gilt auch für Werbeangebote. Hier sollte man sich ebenfalls nie auf die Aussage verlassen, dass eine Reparatur kostenlos ist.

Man sollte besonders dann aufpassen, wenn Glaser versprechen, man müsse beim Austausch der Windschutzscheibe die Selbstbeteiligung ganz oder zum Teil nicht bezahlen. Das wird bei der Abrechnung der Versicherung gegenüber oft verschwiegen und ist nahe am Betrug.

Grundsätzlich sollte man sich daher immer zuerst mit der Versicherung in Verbindung setzen, wenn die Scheibe beschädigt ist. Auch dann, wenn man sich nicht sicher ist, ob der Schaden als harmlos einzustufen ist.

Nur so ist man vor Betrug und teuren Leistungen gefeit.

Schlagworte
empfehlen
empfehlen
Das könnte Sie auch interessieren
Autor
Steinschlag in der Windschutzscheibe
Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, Bereich Vertrieb Onlinemarketing; bloggt über Online-Marketingmaßnahmen und soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

Alle Artikel des Autors
Kommentar schreiben