Suchtfaktor Smartphone?

Suchtfaktor Smartphone?
4. Okt 2016

von Suitbert Monz

0

Es klingelt, piept, vibriert – 135 Mal schaue ich täglich auf mein Handy. Im Schnitt alle acht Minuten kontrolliere ich Neuigkeiten bei Facebook, checke meine Mails oder auch nur die Uhrzeit. Einen Grund finde ich immer. Experten sprechen von einem hohen Suchtpotential und möglichem Burnout.

Immer erreichbar zu sein, kann krank machen. Unser Gehirn wird so nie auf „stand by“ geschaltet. Wer jede Mail und Nachricht umgehend ansieht und beantwortet und quasi nicht mehr „ohne“ kann, entwickelt Symptome, wie wir sie aus der Alkoholsucht kennen.

Nicht ohne mein Smartphone

Nach dem Motto kein Phänomen ohne passenden Namen, gibt es in Großbritannien sogar den Begriff der Nomophobie für die Smartphone-Sucht. Es beschreibt die Angst ohne Handy zu sein, abgeleitet von „no mobile phone“. Einer Studie zur Folge, sind bereits 66 Prozent der britischen Bevölkerung betroffen.

Auch in Deutschland geben laut der Studie über die Hälfte der Befragten zu, sich ohne ihr Handy „nackt“ zu fühlen. Rund 81 Prozent aller Befragten nehmen das Smartphone mit auf die Toilette. Dauerhaftes Multitasking kann zu Konzentrationsschwäche und Überforderung führen.

Mögliche Nebenwirkung: Burn out

Denn unser Gehirn ist ständig gefordert sich auf mehrere Dinge und Sachverhalte gleichzeitig zu konzentrieren. Untersuchungen zeigen, dass wir nach einer Ablenkung von 30 Sekunden sogar bis zu einer Viertelstunde brauchen, bis wir wirklich wieder konzentriert bei der Arbeit sind. Kurze Unterbrechungen verdoppeln die Fehlerquote.

Die Folge sind ein Gefühl des Ausgebrannt seins und die mangelnde Fähigkeit sich länger auf eine Sache einzulassen. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, besteht die Gefahr an einem „digitalen Burnout“ zu erkranken.

Das Smartphone als Glücksbringer

Wer nun denkt, dieses Phänomen betrifft nur Digital Natives, irrt gewaltig.

Selbst ich, Generation 50+, bin betroffen. Erst kürzlich vergaß ich mein Handy auf dem Küchentisch. Schon im Bus machte sich ein Gefühl der „Abgeschnittenheit“ breit und ich fühlte mich tatsächlich ein wenig unvollständig, gepaart mit einer ängstlichen Stimmung den Kontakt zu Freunden und Familie nicht lückenlos aufrechterhalten zu können.

Seltsam war dann im weiteren Tagesverlauf der kurze Schreckmoment, als ich feststellte, „mein Handy ist weg!“ Gefolgt von der blitzartigen Erkenntnis: „Oh, zum Glück, es liegt zu Hause.“ Es ist laut Experten wohl genau dieses  Glücksgefühl, welches die Sucht begünstigt. Denn ähnlich einem Glücksspielautomaten, erwartet uns bei jedem Griff zum Smartphone eine Vorfreude und mit dem Blick auf eine Nachricht, Einladung zum Stammtisch oder eine Spiele-App eine kleine Belohnung.

Einfach mal abschalten

Kreisen die Gedanken immer wieder um das kleine Multifunktionstalent sprechen Psychologen schon von einer beginnenden Abhängigkeit. Kommen suchtspezifische Symptome wie Unruhe, zwanghaftes Verlangen, schwitzen, Beklemmung oder gar Ängste auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ist alles noch im „grünen Bereich“, reicht es auch, das kleine Wunderding einfach mal für eine halbe Stunde links liegen zu lassen. Ich zum Beispiel nehme mir regelmäßig Auszeiten, in denen das Handy dann ausgeschaltet bleibt. Denn mobile Endgeräte gehören mittlerweile fest zu unserem Leben und wir müssen lernen, verantwortungsbewusst damit umzugehen. Dann sind sie nützliche Helfer und machen uns nicht krank.

Interessieren Sie sich für eine Absicherung Ihres Handys? Dann besuchen Sie unsere Webseite.

Schlagworte
empfehlen
empfehlen
Das könnte Sie auch interessieren
Autor
Suchtfaktor Smartphone?
Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

Alle Artikel des Autors
Kommentare

Blackout: Internet-Ausfall durchs Gewitter - R+V BlogR+V Blog / https://www.ruv-blog.de/blackout-internet-ausfall-durchs-gewitter/

09:45 30.08.2017

[…] Internetzugang habe und im Rheingau kein Netz. Zudem versuche ich am Wochenende ohnehin, immer mal Auszeiten vom Smartphone zu […]

Löst das Smartphone den Fernseher ab? - R+V BlogR+V Blog / https://www.ruv-blog.de/loest-das-smartphone-den-fernseher-ab/

08:58 20.09.2017

[…] das nur selten bewusst. Immer mehr Informationen in immer kürzerer Zeit. Wir können durch unsere Smartphone-Sucht krank werden, und die Bedeutung der einzelnen Nachricht nimmt immer weiter […]