Fast Data bei der IT Conference

Fast Data bei der IT Conference
9. Aug 2016

von Rebecca Klein

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Auf der siebten Talks4Nerds drehte sich alles um Fast Data. Über 100 Mitarbeiter aus dem IT-Ressort begrüßten die Gäste von DataStax und SAP. Schwerpunkt der Vorträge waren die Datenbank SAP HANA, die SAP HANA- Plattform sowie die Datenbank Apache Cassandra.  

Der Filmstreaming-Dienst Netflix kann nicht ohne. Und auch eBay oder die ING-DiBa haben es unter der Haube. Die Rede ist von Apache Cassandra. Gerade Web-Anwendungen und Lösungen des Internet of Things (IoT) erfordern geeignete Speicherkonzepte, damit die Kunden beim Surfen nicht unter langen Antwortzeiten leiden müssen.

DataStax präsentiert Apache Cassandra

Als erstes stellten uns Steve van den Berg und seine „Kumpels“, wie er seine Kollegen von DataStax nannte, Apache Cassandra und Apache Spark vor.DSC_6916_klein

Cassandra stammt im Kern aus der Feder von Facebook-Entwicklern, bevor Facebook den Source Code als  Open-Source-Projekt bereitstellte. Wer für diese Lösung ein Enterprise-Paket möchte, begibt sich heute in die Hände der Firma DataStax. Diese entwickeln nicht nur über 80 Prozent von Cassandra, bieten unternehmen bezahlten Support, sondern unterstützen auch die OpenSource-Communities.

Wofür wird Cassandra eingesetzt?

Rund um die Uhr und mit schnellen Antwortzeiten sollen die Online-Services für den Kunden verfügbar sein. Das erfordert eine ausfallfreie IT-Intrastruktur. Steigen die Zugriffe auf eine Website oder Anwendung, freut sich das Unternehmen. Gleichzeitig muss sich die IT damit befassen, wie sie mit der steigenden Last auf die Systeme umgeht.

Netflix verarbeitet pro Sekunde rund 10 Millionen Transaktionen. Steigen die Anfragen sprunghaft an, sind relationale Datenbankmodelle schnell ausgelastet und es entstehen lange Antwortzeiten. Mit der Anschaffung neuer Hardware könnte man dem entgegenwirken. Hier bietet Cassandra viele Vorteile. Cassandra ist eine hochverfügbare Datenbank, die sehr große, strukturierte Daten über verteilte Systeme abrufen kann. Die Daten liegen über mehrere Knoten (Nodes) verteilt. Jeder Knoten in einem Cluster ist gleich. Die Anzahl der Repliken in einem Cluster ist konfigurierbar. Zudem kann gesteuert werden, ob die Repliken in einem Knoten desgleichen Clusters oder eine Replik in einem anderen Rechenzentrum angelegt werden soll.

Always on mit Cassandra

Dank dieser Kopien entsteht ist eine 100-prozentige Ausfallsicherheit, selbst wenn ein Knoten nicht verfügbar sein sollte. Cassandra garantiert durch die Art der Repliken eine kontinuierliche Verfügbarkeit.

Mit Cassandra gibt es keine geplanten oder ungeplanten Ausfallzeiten mehr und die Services sind „always on“. Zudem ist Cassandra schnell und einfach skalierbar. Wird mehr Speicherplatz/Leistung benötigt, fügt man einfach weitere Knoten hinzu.

SAP HANA – mehr als eine Datenbank

Wie gewohnt ging es nach der Kaffee-Pause mit dem zweiten Vortrag weiter. Axel Schwarz stellte uns die SAP HANA Plattform vor. Auch hier gab es eine Fülle an Infos zum Produkt, die nicht nur unsere SAP-Kollegen interessierten.

Hinter dem Begriff HANA verbirgt sich zweierlei: Zum einen das Datenmanagement sowie eine Application Plattform. Die HANA Datenbank zeichnet sich durch eine hohe Performance aus. Dank des In-Memory-Speichers können Massendaten in nahezu Echtzeit angerufen werden. Um dies zu ermöglichen, müssen die Daten im Hauptspeicher gehalten werden, nicht auf der Festplatte. Um diese Daten möglichst effizient im Hauptspeicher halten zu können, stellte SAP um auf die Spaltenorientierung. Diese hilft, gleiche Datentypen – sprich Redundanzen – zu komprimieren und so die vorgehaltene Datenmenge zu verkleinern. Die Daten liegen im Hauptspeicher bereit, brauchen weniger Speicherplatz. Die Folge: Geschäftsprozesse laufen schneller.

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Doch HANA kann mehr. Neben der In-Memory-Datenbank „HANA DB“ stellt SAP auch die HANA Plattform bereit. Die Plattform ermöglicht Anwendungen, die beispielsweise Geo-Daten verarbeitet und analysieren kann. So entstehen Lösungen aus dem Umfeld des Internet of Things (IoT), wie Kleiderbügel, die dem Kunden die aktuellen Verkaufszahlen des jeweiligen Kleidungsstücks anzeigen und zum Kauf animieren sollen.

Die HANA Plattform bringt bereits viele Funktionalitäten wie beispielsweise Analysemodule und Schnittstellen zu anderen Datenquellen mit und hilft, Apps schneller zu entwickeln.

Umstellung auf die SAP HANA Datenbank

Der Einsatz von HANA wird bei R+V im Mai 2017 starten. HANA wird das jetzige SAP Enterprise-Resource-Planning-System, kurz ERP, ablösen. Durch den Einsatz von SAP HANA werden wir unsere bisherige Datenbankplattform MS SQL verlassen. Damit einhergehend wird auch das Betriebssystem auf Linux umgestellt werden. Folgen wird auch die Umstellung des SAP Business Warehouse auf SAP HANA DB.

Mit der Nutzung von SAP HANA wird der Weg frei zum Wechsel auf die neue Produktfamilie SAP S/4 HANA. Diese nutzt die Vorteile der SAP HANA Datenbank, wie vereinfachte Datenstrukturen, vereinfachte und intuitiv zu bedienenden Benutzeroberflächen sowie responsive Anwendungen für verschiedene Endgeräte.

Herauszuheben ist vor allem die deutliche Performancesteigerungen bei lesenden Zugriffen sowie die Prozessoptimierungen durch jederzeit verfügbare Daten (in Memory) sowie die Online-Wartbarkeit.

Zum Schluss haben wir die Veranstaltung einmal mehr mit einer Diskussionsrunde abgeschlossen. Neben den Referenten nahmen hier Vertreter des R+V Managements teil und diskutierten mit den Gästen über Use Cases, Herausforderungen und Chancen von Apache Cassandra und SAP HANA für den Einsatz in der R+V.

Smart Home auf der nächsten Talks4Nerds

Am 12.09.2016 startet Talks4Nerds mit Technologien und Innovationen aus dem Bereich Smart Home in die nächste Runde. Hier nehmen wir einen Perspektivwechsel vor und betrachten Smart Home zuerst von der Business-Seite. Hintenan stellen wir die Frage, welche bei Talks4Nerds bereits vorgestellten Technologien für uns im Bereich Smart Home interessant sein könnten.

Mehr Infos zu Talks4Nerds findet ihr hier: 

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Fast Data bei der IT Conference
Rebecca Klein

Beraterin Kommunikation im IT-Ressort; bloggt über aktuelle IT-Projekte, neue Ansätze und über die Aufgabenfelder unserer IT-Mitarbeiter.

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