Umziehen für den Job

Umziehen für den Job
4. Jul 2016

von Katharina Zehner

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Wir Deutsche sind mobil. Die große Mehrheit würde für die Arbeit umziehen. Am liebsten in Metropolen, wegen der Infrastruktur und des kulturellen Angebots. Letzten Endes aber gibt das Geld den Ausschlag bei der Jobwahl, und nicht der Standort.

Wären Sie bereit, dauerhaft den Wohnort für die Arbeitsstelle zu wechseln? Diese Frage stellten Mitarbeiter des Lehrstuhls für Unternehmensführung der Technischen Universität München im vergangenen Jahr rund 400 Absolventen und Professionals im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen. Sie wollte wissen, wie mobil die Deutschen beruflich sind, national und international. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 30 Jahren, ein Viertel hatte Berufserfahrung, die dominierenden Fachrichtungen sind Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften gewesen.

Beide Geschlechter waren zu etwa gleichen Teilen vertreten, die Ergebnisse allerdings unterschiedlich. Frauen zeigen mit 43 Prozent eine höhere Bereitschaft, ihren Wohnort innerhalb Deutschlands zu wechseln als Männer (36 Prozent). Männer sind mit 31 Prozent eher bereit, ihren Wohnort dauerhaft weltweit zu verlegen als Frauen (23 Prozent).

Mehrheit würde die Koffer packen

Die Präferenz bei einem beruflichen Wohnortwechsel liegt also klar innerhalb Deutschlands. Insgesamt sind nur 7 von 100 nicht bereit, für die Arbeit umzuziehen.

Die höchste Bereitschaft für einen Wohnortwechsel liegt bei Studierenden. Young Professionals und Professionals liegen gleich auf. Mit Alter und Berufserfahrung geht Mobilität also nicht verloren. Im Vergleich zum dauerhaften Wohnortwechsel ist die Bereitschaft für einen vorübergehenden Wohnortwechsel deutlich höher.

Die Ergebnisse der Studie wurden beim Karrieretag Familienunternehmen Mitte Juni präsentiert. Sie sind damit brandaktuell.

Metropolen ziehen magisch an

Doch wohin zieht es Menschen beruflich? Wie wichtig ist der Standort? Ein Trend, den Marktforscher seit Jahren beobachten, geht einher mit der Urbanisierung. Unsere Gesellschaft verstädtert. Das Landleben stirbt aus, die Metropolen wachsen. Menschen zieht es dorthin, wo es Möglichkeiten gibt. Auch berufliche.

Hamburg, Berlin, München, Frankfurt, Köln: Das sind die beliebtesten Städte für den Berufseinstieg. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungsgesellschaft Deloitte in ihrem Studentenmonitor. Die Befragung zeigt: für eine attraktive Stelle würden junge Talente mehrheitlich sofort den Wohnort wechseln. Mittelständler haben dabei die besten Karten, den Nachwuchs für sich zu gewinnen. Hier hat eine Trendumkehr stattgefunden, vor Jahren waren internationale Konzerne die beliebtesten Arbeitgeber von Absolventen.

In der U-Bahn ins Theater und zur Arbeit

Maßgeblich für die Metropolen ist vor allem die Infrastruktur, wobei das öffentliche Verkehrsnetz genauso zählt wie das kulturelle Angebot. Die Mehrheit legt Wert auf günstige Lebenshaltungskosten, was in Hamburg und München eher nicht möglich ist. Kaum eine Rolle spielt indes, ob die jeweilige Stadt eine hohe Zahl von potenziellen Arbeitgebern aufweist.

Die Studie zeigt eindeutig: Akademische Nachwuchskräfte sind flexibel. Karriere gelingt am ehesten dort, wo wirtschaftliches Wachstum ist. Und das findet in Metropolen statt.

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Katharina Zehner

Mitarbeiterin Personalmarketing; bloggt über Personal- und Karrierethemen im Allgemeinen sowie Berufsbilder und Hinter den Kulissen Eindrücke bei der R+V.

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