Afrikanische Schweinepest breitet sich aus

Afrikanische Schweinepest breitet sich aus
12. Jan 2018

von Dr. Markus Berneiser

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Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich schrittweise weiter gen Westen aus. Gerade in Polen kommt es immer wieder zu neuen Ausbrüchen bei Wildschweinen. Laut dem bundeseigenen Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) für Tiergesundheit ist es nur eine Frage der Zeit, wann auch Deutschland betroffen sein wird.

Für den Menschen ist die Afrikanische Schweinepest harmlos. Deutlich ungünstiger verläuft sie jedoch bei Schweinen, denn die ursprünglich nur in Afrika verbreitete hochansteckende Seuche endet nach kurzem Krankheitsverlauf meist tödlich. Der Erreger ist sehr überlebensfähig und weil zudem noch kein Impfstoff entwickelt werden konnte, sind Landwirte, Veterinäre und Politiker hochgradig alarmiert.

Hoher individueller und volkswirtschaftlicher Schaden droht

Für den Fall eines Ausbruchs befürchtet die Branche enorme Verluste – der Deutsche Bauernverband geht bei einem großen Seuchengeschehen von mindestens zwei Milliarden Euro aus. Werden nachgelagerte Bereiche wie Lebensmittelindustrie und Handel sowie die Seuchenbekämpfung in die Berechnung einbezogen, liegt der potentielle Schaden weitaus höher. Darüber hinaus ist mit Langzeitfolgen zu rechnen, die insbesondere den Export betreffen. Drittländer reagieren teilweise sehr restriktiv und verhängen Handelssperren, wodurch stark exportorientierten Betrieben ihre Absatzkanäle wegbrechen können.

Go West – Afrikanische Schweinepest rückt schnell näher

Die Seuche ist schwer aufzuhalten, weil der ASP-Erreger in der Wildschweinpopulation vieler ost­euro­päischer Staaten (u. a. Estland, Lettland, Litauen, Russland, Rumänien, Tschechien, Polen) weit verbreitet ist. Und da Tiere keine Rücksicht auf Ländergrenzen nehmen, ist es absehbar, dass die Seuche auch in der dichten deutschen Schwarzwildpopulation ankommt. Und von da bis in die Hausschweinebestände ist der Weg nicht mehr weit.

Hierbei muss es nicht einmal zu einem direkten Kontakt zwischen Wild- und Hausschwein kommen, denn der größte Risikofaktor ist der Mensch. Illegal importiertes Fleisch, wie zuletzt in Polen und Tschechien geschehen, sowie mit dem Krankheitserreger belastete Kleidung, Essensreste, Futtermittel, Werkzeuge und Transportfahrzeuge reichen aus, gepaart mit Unwissenheit, Unachtsamkeit oder gar Fahrlässigkeit, und der Virus wird, auch über große Entfernungen, in die heimischen Haustierbestände eingetragen.

Weil es keinerlei Therapiemöglichen gibt, kann ein ASP-Ausbruch lediglich durch Tötung der infizierten und ansteckungsverdächtigen Tiere effizient bekämpft werden. Der Schaden ist immens, weil nach einer Infektion immer komplette Bestände getötet werden, die betroffenen Betriebe für einen längeren Zeitraum gesperrt und großflächige Sperr- und Beobachtungsgebiete eingerichtet werden. In der Folge kommt die gesamte Schweineproduktion in der betroffenen Region zum Stocken und über kurz oder lang gänzlich zum Erliegen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Betriebe konventionell oder ökologisch wirtschaften – vor dem Erreger sind alle gleich.

Seuchenprävention und individuelles finanzielles Risikomanagement nötig

„Vorbeugen ist besser als Bohren“ – der Slogan aus der Zahnpasta-Werbung gilt in modifizierter Form auch hier, denn das derzeit wirksamste Mittel der Bekämpfung ist die strikte Einhaltung der bestehenden Hygiene– und Vorsichtsmaßnahmen. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bringt es auf den Punkt: „Vom Schweinehalter über den Händler bis zum Reisenden muss jeder helfen, die Ausbreitung zu verhindern.“ Eine bedeutende Rolle kommt auch der Jägerschaft zu, die durch intensivere Bejagung die hohen Wildschwein-Bestände dezimieren und damit das ASP-Ausbreitungsrisiko verringern sollen.

Weil der ASP-Virus aber auch bei bestmöglicher Anwendung der Präventionsmaßnahmen den Weg in den Schweinestall finden kann, ist Schweinehaltern anzuraten, zusätzlich finanzielle Vorsorge zu betreiben. Zumindest der monetäre Verlust lässt sich hiermit beherrschen. Dies gilt insbesondere für Wachstumsbetriebe, die Fremdkapital bedienen müssen, sowie hoch spezialisierte Betriebe, die Verluste nicht durch Einnahmen aus anderen Betriebszweigen ausgleichen können.

Wie sich Betriebe vor Tierseuchen und Tierkrankheiten schützen können, erfahren Sie im Ratgeber.

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