Agilität im Projekt: So wird man Product Owner

Agilität im Projekt: So wird man Product Owner
29. Jan 2020

von Eva Kuschfeldt

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R+V-Mitarbeiter können sich seit ein paar Monaten zum „Product Owner“ weiterbilden, kurz PO. Was es damit auf sich hat, für wen sich das Angebot eignet und warum Schnittstellen im agilen Umfeld so wichtig sind, erklärt Personalentwickler Björn Hübner.

Herr Hübner, seit Kurzem bietet die R+V das Seminar „Product Owner Basics“ an. Was steckt dahinter?
Björn Hübner: Wir setzen bei der R+V schon heute in vielen Projekten Methoden aus der agilen Welt ein. Über das agile Basiscamp vermitteln wir den Kollegen die Grundlagen der agilen Denkweise. Was jedoch gefehlt  hat, waren konkrete Weiterbildungsangebote für Rollen im agilen Projektmanagement. Der PO gestaltet Projekte gemeinsam mit dem Team, achtet auf die Umsetzung und ist Ansprechpartner für alle Stakeholder und Schnittstellen. Wir gehen aber nicht dogmatisch vor, haben die Rolle auf R+V-Bedürfnisse zugeschnitten.

Was erwartet die Mitarbeiter?
Im Seminar schauen wir uns die einzelnen Aufgaben des PO anhand eines konkreten Beispiels an: Es soll in der Theorie eine App entwickelt werden. Was muss die App beinhalten oder leisten? Was soll sie dem Kunden bringen? Wie gehen wir vor? Der PO muss eine Produktvision entwickeln und die Anforderungen priorisieren, sich mit den agilen Schätzmethoden für den Entwicklungs-Aufwand auskennen und diese mit dem Projektteam
auf Augenhöhe und im Dialog ausarbeiten können. Das dafür notwendige Handwerkszeug üben und besprechen wir ausführlich und in einzelnen
Schritten.

Was ist notwendig, damit sich die Rolle bei der R+V etabliert?
Es hängt viel von der Haltung ab – und von der Akzeptanz. Wir brauchen mündige Mitarbeiter, die sich zutrauen, Entscheidungen zu treffen. Das hat
viel mit der Einstellung zu tun. Dazu gehört aber auch, dass wir als Organisation diesen Wandel zulassen und Verantwortung auch tatsächlich abgeben. Führungskräfte müssen dann auch mal akzeptieren, wenn etwa die Priorisierung, die der PO nach intensivem Abwägen mit dem Team vorgenommen hat, nicht den eigenen Vorstellungen entspricht.

Wie kann ich als Product Owner mir die nötige Akzeptanz verschaffen?
Der konstruktive Umgang mit fremden und eigenen Anforderungen und Interessen muss gelernt sein. Wie verhalte ich mich in kniffligen Situationen? Wie verhandle ich unterschiedliche Positionen mit Schnittstellen? Wie begeistere ich über Storytelling (Anm. d. Red.: eine Erzählmethode, bei der Informationen über Geschichten und Emotionen vermittelt werden)? Das ist alles andere als trivial. Und eines ist auch klar: Wenn bei den Stakeholdern kein Verständnis vorhanden ist, kommen wir mit allen Projekten – ob agil oder nicht – keine zehn Meter weit. Daher widmen wir der Herausforderung „Schnittstellen wirksam managen“ ein zusätzliches, eigenes Seminar. Dieses richtet sich nicht nur an POs, sondern an alle, die in ihrem Berufsalltag mit vielen Schnittstellen zusammenarbeiten, wie Projektleiter, Belts oder Change Manager.

Gastbeitrag von Joscha Seelmann-Eggebert, Konzern-Kommunikation

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Agilität im Projekt: So wird man Product Owner
Eva Kuschfeldt

Redakteurin in der Konzern-Kommunikation, bloggt über eigene Erlebnisse im Unternehmen, Themen der Konzern-Kommunikation und soziale Projekte bei R+V

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