Auf welchen Fahrer sollte man die Autoversicherung abschließen?

Auf welchen Fahrer sollte man die Autoversicherung abschließen?
29. Jan 2014

von Monika Hochscheid

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Viele Leser haben großes Interesse an Blogbeiträgen wie Kann der Schadenfreiheitsrabatt übertragen werden? Ihre Fragen aus den Kommentaren zu diesem Blog-Artikel haben mich angeregt, heute einmal den Versicherungsnehmer (VN) in den Mittelpunkt zu stellen.

Wer übernimmt den Vertrag?

Wer der Vertragspartner in der Kraftfahrtversicherung wird, ist eine sehr wichtige Entscheidung. Denn der Versicherungsnehmer ist nicht nur der, der die Post bekommt und vielleicht die Prämie zahlt. Er hat auch Pflichten und Rechte im Zusammenhang mit seinem Vertrag.

Und von dieser Rolle hängt die Zugehörigkeit des Schadenfreiheitsrabatts ab. Man sollte sich deshalb vorher gut überlegen, wer diese Rolle übernimmt.

Wägen Sie zuerst alle Möglichkeiten ab, bevor Sie einen Vertrag auf den Namen einer anderen Person abschließen. Manchmal ändern sich die Lebenssituationen: Eine Person verstirbt oder eine Scheidung steht an. Auch ein Streit untereinander kann zu Schwierigkeiten beim Thema Schadenfreiheitsrabatt führen.

Idealfall: Versicherungsnehmer ist  (Haupt)Nutzer des Fahrzeugs

Früher hat zum Beispiel oft ein Elternteil die Versicherung des Autos von Tochter oder Sohn übernommen, um sich hierdurch Vorteile bei der Prämie durch einen besseren Schadenfreiheitsrabatt zu erwirtschaften. Das ist heute aber nicht mehr nötig. Am besten sollte das Familienmitglied die Versicherung abschließen, welches das Fahrzeug am meisten nutzt.

Hat der Fahrzeugnutzer noch keinen eigenen Schadenfreiheitsrabatt, bieten die Versicherer eine Vielzahl von (Sonder)-Einstufungslösungen an. Ein Beispiel ist die SF8-Partnerregelung.

Die Kolleg(Inn)en vor Ort in den Versicherungsgesellschaften haben sicherlich noch mehr Lösungen für Sie, speziell auch für die Kinder von Kunden, die wir in unseren Blog-Beiträgen gar nicht alle aufzählen können.

Die richtige Versicherung eines Autos ist gar nicht so einfach, da es immer viele Punkte zu beachten gibt. Welche Themen interessieren Sie rund um die KFZ-Versicherung? Was wollten Sie dazu schon immer wissen? Ich freue mich auf Ihre Fragen!

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Autor
Auf welchen Fahrer sollte man die Autoversicherung abschließen?
Monika Hochscheid

Abteilung Kraftfahrt-Betrieb, Gruppe Qualitäts-, Prozess-, Projektmanagement; bloggt über spezifische Fragestellungen zur Kfz-Versicherung

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Kommentare

Philipp Kotsch

21:53 20.06.2014

Guten Tag Frau Hochscheid,
wir wollen uns unter Freunden zu dritt einen Camping-Bulli teilen und sind uns eigentlich über alle Details einig. Das einzige was uns noch Kopfschmerzen bereitet, ist die richtige Versicherung.

Ich verstehe es bisher so, dass auch wenn wir drei Fahrer eintragen, nur einer der Versicherungsnehmer ist.

Im Falle eines Unfalls würde nach unserer Absprache der Verursacher die Differenz einer höheren Pauschale übernehmen. Allerdings hat der eingetragene Versicherungsnehmer ja theoretisch einen lebenslangen Nachteil, wenn dessen Schadensfreiheitsklasse wegen dem Unfall eines anderen hochgestuft wird.

Die Frage wäre also, wessen Schadensfreiheitsklasse steigt eigentlich, wenn nicht der Versicherungsnehmer gefahren ist. Beziehungsweise kann man drei Eigentümer und Nutzer irgendwie anders gleichwertig versichern?

Ich hoffe sie bekommen diesen Kommentar und können mir weiter helfen, der Blog ließt sich auf jeden Fall prima.

Beste Grüße

Auf welchen Fahrer sollte man die Autoversicherung abschließen? Monika Hochscheid

08:11 23.06.2014

Guten Tag, Herr Kotsch,
Sie haben eigentlich schon alles richtig beantwortet.

Die Versicherung wird auf einen von Ihnen, als Versicherungsnehmer abgeschlossen. Im Vertrag werden die anderen Fahrer als sonstige Nutzer mit vermerkt, sodass jeder von Ihnen das Fahrzeug fahren kann.

Als berechtigter Fahrer ist man im Vertrag eine mitversicherte Person. Mitversicherte Personen können Ihre Ansprüche an den Vertrag selbstständig geltend machen. D.h. verursache ich als berechtigter Fahrer einen Schaden, habe ich einen Prüfungs- und Regulierungsanspruch an die Versicherung.

Leistet der Vertrag wird der Schadenfreiheitsrabatt des Vertrages und damit des VN belasted.

Die Versicherung kann Ihnen ausrechnen, welchen Verlust den VN zukünftig ereilt. Wie Sie dann untereinander eine Verrechnung vornehmen, ….

Manchmal lohnt es sich aber auch, den Schaden nach Regulierung zurück zu kaufen. Das können Sie in der Haftpflicht innerhalb von 6 Monaten, in der Vollkasko gibt es den Rückkauf meistens nicht.

Auch hier kann Ihnen Ihre Versicherung bei der Berechnung helfen. Die meisten Systeme der Gesllschaften können Ihnen auf Knopfdruck sagen, ob sich der Rückkauf lohnt.

Viele Grüße
Monika Hochscheid

Mandy

16:31 19.07.2016

Hallo, die Tochter meines Freundes hat einn Auto, das auf sie als Halterin zugelasssen ist. Er ist der Versicherungsnehmer. Nun hatte sie einen Unfall, an dem sie nicht daran Schuld war und was über die Polizei geregelt wurde.
Wer bekommt das Schreiben über den Auszahlungsbetrag der Versicherung? Der Halter oder der Versicherungsnehmer?

Danke für Ihre Antwort

    Auf welchen Fahrer sollte man die Autoversicherung abschließen? Monika Hochscheid

    14:09 20.07.2016

    Hallo Frau Stelzer,
    grundsätzlicher Ansprechpartner des Versicherers ist der Versicherungsnehmer (VN) und nicht der Halter des Fahrzeugs. Andere beteiligte Personen erhalten nur dann Schriftwechsel, wenn Sie von dem Sachverhalt auch direkt betroffen sind oder zur Aufklärung eines Sachverhalts beitragen können, z.B. der Geschädigte im Schadenfall.
    Viele Grüße
    Monika Hochscheid

Carmen Brado

18:17 02.01.2018

Hallo,
ich möchte einen zweiten PKW kaufen, den auch meine 22-jährige Tochter nutzen soll.
Nun die Frage im Versicherungsfall: Wann ist man Hauptnutzer? gibt es hier eine Kilometerbegrenzung für den Halter(Mutter)oder ab wann ist meine Tochter Hauptnutzer. Denn hier unterscheidet sich auch der Versicherungsbeitrag.
Dank
Cabra

    Auf welchen Fahrer sollte man die Autoversicherung abschließen? Monika Hochscheid

    10:33 10.01.2018

    Hallo Frau Brado,
    wenn Ihre Tochter den zweiten Pkw regelmäßig nutzt, sollten Sie auf alle Fälle in Erwägung ziehen, dass Ihre Tochter auch der Versicherungsnehmer (VN) zu dem Vertrag des Fahrzeuges wird. Versicherer haben für junge Fahrer entsprechende Modelle. Leider total unterschiedlich. Bei uns handelt es sich um die Kundenkinderregelung. Der Vorteil: der erfahrene Schadenfreiheitsrabatt in dem Vertrag des Fahrzeugs ist von Anfang an Ihrer Tochter und muss später nicht (ggf. mit Verlusten) umständlich abgetreten werden. Wenn Sie der Versicherungsnehmer des Vertrages werden, dann wäre Ihre Tochter ein zusätzlicher Nutzer und müsste entsprechend im Vertrag angegeben werden.
    Die Kilometer im Vertrag hängen vom Fahrzeug ab, hier unterscheiden wir nicht wer die Kilometer gefahren hat.
    Viele Grüße
    Monika Hochscheid