Auto privat verleihen: Beim Crash hört die Freundschaft oft auf

Auto privat verleihen: Beim Crash hört die Freundschaft oft auf
9. Jun 2011

von Monika Hochscheid

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„Es wird schon alles gut gehen!“ – Das denken sich viele Autohalter, die ihr Fahrzeug einem Bekannten zur Verfügung stellen. Doch beim Verleihen Ihres Autos ist Vorsicht geboten. Ist ein Schaden erst einmal angefallen, entstehen viele Kosten. Das kann unter Umständen dann auch die Freundschaft kosten.

Um eine solche Situation zu vermeiden, teilen Sie Ihrer Versicherung im Voraus mit, dass Sie ihr Auto verleihen möchten. Ob und in welcher Höhe eine Änderung der Prämie vorgenommen wird, hängt von den Versicherungsbedingungen der Gesellschaft und der Intensität der anderweitigen Nutzung ab.

Berechnung der Versicherungsprämie

Doch wieso steigt eigentlich der Versicherungsbeitrag im Schadenfall?

Die Prämie der Kfz-Versicherung berechnet sich nach diversen Faktoren. Zunächst ist der Schadenfreiheitsrabatt des Versicherungsnehmers ausschlaggebend. Dies ist ein Rabatt, der sich nach dem Fahrverhalten des Versicherten richtet. Fährt dieser lange Zeit schadenfrei, steigt der Rabatt und der Versicherungsbeitrag fällt geringer aus.

Außerdem haben subjektive Merkmalen wie z. B. der Beruf oder das Alter der Nutzer Einfluss auf die Versicherungsprämie. Diesen Merkmalen liegen statistische Erfahrungswerte zu Grunde, die die Versicherer zur Kalkulation Ihrer Beiträge nutzen.

Auch die sogenannten „weichen“ Tarifierungsmerkmalen wie z.B. der Nutzerkreis bestimmen die Höhe des Beitrages. Im Schadenfall erfolgt nun eine Rückstufung. Das heißt, der Beitrag steigt. Doch es gibt Möglichkeiten, dem entgegen zu wirken. Zur Sicherung des Schadenfreiheitsrabattes kann man einen  Rabattschutz (siehe  Blogartikel)   abschließen. Der Rabattschutz verhindert die Rückstufung. Für einen solchen Rabattschutz muss ein zusätzlicher Beitrag gezahlt werden. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Autoversicherung, ob und unter welchen Voraussetzungen diese ein entsprechendes Produkt anbietet.

Ein Überlassungsvertrag sichert den Fahrzeughalter ab

Zur Absicherung beim Verleihen des eigenen Autos ist es sinnvoll, einen Überlassungsvertrag abzuschließen. Diesen gibt es beispielsweise vom ADAC. In einem solchen Vertrag werden die Bedingungen für die Nutzung des Autos durch einen Fremden geregelt. Er klärt die Fronten und beugt so Streitigkeiten vor.

Wichtig ist es in jedem Falle, vorher abzuklären, dass der Fahrer, dem Sie ihr Auto überlassen wollen, einen Führerschein besitzt. Andernfalls  muss die Kaskoversicherung bei einem Unfall nämlich nicht zahlen.

Weitere Informationen finden Sie im R+V-Infocenter.


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Auto privat verleihen: Beim Crash hört die Freundschaft oft auf
Monika Hochscheid

Abteilung Kraftfahrt-Betrieb, Gruppe Qualitäts-, Prozess-, Projektmanagement; bloggt über spezifische Fragestellungen zur Kfz-Versicherung

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Kommentare

zum Schadenbericht / http://www.kfzversicherungsvergleich.net/unfallskizze.php

21:59 05.09.2012

Hallo liebes R+V Team,
ich bin leztens im Web auf http://www.kfzversicherungsvergleich.net/unfallskizze.php über eine Anwendung gestoßen und mich würde es nun interessieren ob der Schadensbericht bei einem Unfall für euch so wirklich hilfreicher wäre?

Guß
Daniel L.

Auto privat verleihen: Beim Crash hört die Freundschaft oft auf Monika Hochscheid

10:24 29.04.2013

Hallo,
vielen Dank für Ihren Hinweis.
Ich habe die Anregung an die zuständige Abteilung weitergeleitet.

Viele Grüße
Monika Hochscheid