Autoversicherung: Versicherer verlängern die Staffel zur SF-Klasse bei Pkw

Autoversicherung: Versicherer verlängern die Staffel zur SF-Klasse bei Pkw
12. Dez 2011

von Monika Hochscheid

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Kein November ohne Diskussionen über die Autoversicherung. Dieses Jahr ging es neben den Beitragsrechnungen vor allem um die Verlängerung der Staffel des Schadenfreiheitsrabatts (SFR).

Schadenfreiheitsrabatt – Was ist das?

Mit dem Schadenfreiheitsrabatt (SFR)  wird der unfallfreie Autofahrer belohnt. Je mehr schadenfreie Jahre er vorweisen kann, umso höher wird er in die Schadenfreiheitsklassen eingestuft. Und je höher seine Schadenfreiheitsklasse, umso höher der Rabatt auf seinem Versicherungsbeitrag.

Empfehlungen vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Auf  Basis von statistischen Erfahrungswerten spricht der GDV Empfehlungen an die Versicherer aus. Natürlich gibt es die auch für die Schadenfreiheitsklassen. Bisherigen Empfehlungen liegen jedoch statistische Erfahrungswerte aus den Jahren vor 1999 zu Grunde, die von einer Schadenfreiheitsklasse SF25 ausgehen.

Neu: Schadenfreiheitsklasse SF35

Die Schadensituation hat sich seit 1999 jedoch stark verändert. Technische Weiterentwicklungen und Verbesserungen führen dazu, dass die Schadenhäufigkeit sinkt. Die Folge ist, dass sich die meisten Pkw bereits in der höchsten Schadenfreiheitsklasse SF25 befinden. Der GDV hat die Veränderungen der Statistik berücksichtigt und daher seine Empfehlungen überarbeitet. Das Ergebnis ist eine verlängerte Schadenfreiheitsstaffel, die nun bis zur Schadenfreiheitsklasse SF35 – also bis zu 35 schadenfreien Jahre – reicht.

Einführung durch Versicherer

Dieser neue Schadenfreiheitsrabatt (SFR) wird nun von den Versicherungen nach und nach eingeführt. Die R+V-Versicherungsgruppe wird sie bis zum 01.07.2012 integrieren.

Diskussion um Beitragssätze

Jede Versicherung  hat den einzelnen Schadenfreiheitsklassen unterschiedliche Beitragssätze zugeordnet. Die Unterschiede basieren auf den Kalkulationen der Unternehmen. Es ist also möglich, dass der eine Versicherer bei SF35 einen Beitragssatz von 20 Prozent zu Grunde legt und ein anderer 35 Prozent. Auch bei den Versicherern selbst kann es zu Unterschieden kommen: So kann es bei Bestandsverträgen die Schadenfreiheitsklasse SF25 mit 30 Prozent geben und bei Neuverträgen einen Beitragssatz von 40 Prozent.

Keine Nachteile

Daraus entstehen jedoch für die Versicherten keine Nachteile! Für die Berechnung der endgültigen Prämie wird jeweils ein Tarif zu Grunde gelegt, der die unterschiedlichen Höhen der Beitragssätze entsprechend in der Kalkulation berücksichtigt. Die Höhe des Beitragssatzes sagt daher noch nichts über die tatsächliche Höhe der Prämie aus. Folglich kann auch ein Versicherer mit einem höheren Beitragssatz das preislich attraktivere Angebot  haben.

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Monika Hochscheid

Abteilung Kraftfahrt-Betrieb, Gruppe Qualitäts-, Prozess-, Projektmanagement; bloggt über spezifische Fragestellungen zur Kfz-Versicherung

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