Deutscher Bauerntag 2018 setzt Impulse

Deutscher Bauerntag 2018 setzt Impulse
4. Jul 2018

von Dr. Markus Berneiser

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Einmal jährlich treffen sich die rund 700 Delegierten der Bauernverbände zum Deutschen Bauerntag. Ausrichter in diesem Jahr war der Hessische Bauernverband. Bei strahlendem Sonnenschein tagten die Delegierten sowie mehr als 300 Gäste im brandneuen RheinMain CongressCenter (RMCC) in der hessischen Landeshauptstadt.

Auch die R+V Versicherung war mit ihrem KompetenzCenter AgrarPartner als Premiumpartner an ihrem Firmensitz in Wiesbaden dabei.

Pressekonferenz bei der R+V am Raiffeisenplatz

Interview Pressekonferenz BauerntagEingeläutet wurde der diesjährige Bauerntag mit der Pressekonferenz, bei der wir der Gastgeber waren. Zahlreiche Journalisten sowie Fernsehteams von ARD und ZDF fanden sich ein, um die Positionen des Bauernverbandes zu erfahren. Hierzu standen Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und der hessische Bauernpräsident Karsten Schmal den Journalisten Rede und Antwort.

Ministerpräsident Bouffier setzt sich für die Landwirte ein

Ministerpräsident Volker Bouffier stärkte in seinem Grußwort den Landwirten den Rücken, hob die Bedeutung der Landwirtschaft hervor und versprach tatkräftige Unterstützung bei den anstehenden Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Fachforen anstatt Fußball-WM

Zum Kummer vieler Teilnehmer fanden nachmittags die Fachforen zeitgleich zum WM-Spiel Südkorea gegen Deutschland statt. Im Forum Risikomanagement wurden die zunehmende Volatilität der Märkte und der Ernteerträge als Folge der Klimaveränderungen diskutiert. Um der wirtschaftlichen Unsicherheit entgegen zu steuern, müssen Landwirte ein betriebliches Risikomanagement etablieren. Dazu zählen Instrumente wie die Bildung von Gewinnrücklagen, Gewinnglättung, Preisabsicherung über die Warenterminbörse, die Absicherung elementarer Risiken wie Frost und Trockenheit über eine Mehrgefahrenversicherung, aber auch die Nutzung von Züchtungsfortschritten im Pflanzenbau sowie die Digitalisierung. Fazit der angeregten Diskussion: Geeignete Instrumente stehen zwar zur Verfügung, allerdings noch nicht für jede Gefahr und jedes produktionsverfahren. Insofern nahm der DBV einen sich selbst gestellten Auftrag zur Weiterentwicklung der Lösungsstrategien mit.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will ländlichen Raum stärken

Copyright: Tanja Schnitzler für DBV

Copyright: Tanja Schnitzler für DBV

Am zweiten Tag stattete Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Delegierten ihren Antrittsbesuch ab. Sie sprach sich für die Stärkung des ländlichen Raumes als Zentrum der mittelständischen Wirtschaft und damit als Kraftzentrum Deutschlands aus. „Ohne Landwirtschaft stirbt der ländliche Raum. Ich will Start-Ups nicht nur in Berlin, München, Köln oder Hamburg. Ich will sie vom Emsland bis in die Altmark.“

Zum Abschluss des Bauerntages verabschiedeten die Delegierten die „Wiesbadener Erklärung“, mit der ein stabiles EU-Agrarbudget gefordert wird. Gleichzeitig macht der Verband in dem Papier deutlich, dass die Gemeinsame Agrarpolitik eine gemeinschaftliche europäische Förderpolitik bleiben muss. „Die EU-Agrarförderung muss Eckpfeiler der europäischen Integration bleiben“, betont Präsident Rukwied.

Die inhaltlichen Ergebnisse des Bauerntages 2018 waren zufriedenstellend, das Resultat des WM-Spiels hingegen – reden wir nicht weiter drüber –  eher nicht. Das Tröstliche daran: Die gewonnene freie Zeit kann für die anstehende Ernte genutzt werden.

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