Bayerischer Nutztierwohl-Preis 2019 für mehr Tiergesundheit

Bayerischer Nutztierwohl-Preis 2019 für mehr Tiergesundheit
12. Nov 2019

von Dr. Markus Berneiser

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Die Verleihung des Bayerischen Nutztierwohl-Preises 2019 ist für Roland Naß eine Bestätigung für seine Anstrengungen der vergangenen Jahre. Die Jury hat den unternehmerischen Mut des Landwirts gewürdigt, in den damals übernommenen Betrieb im Landkreis  Donau-Ries massiv zu investieren, um seine Schweinehaltung auf ein höheres Niveau zu heben.

Der Bayerische Nutztierwohl-Preis wird für technische und bauliche Lösungen oder für Managementmaßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls verliehen. Die Kriterien zur Beurteilung sind Nachhaltigkeit, Praktikabilität sowie die Übertragbarkeit auf andere landwirtschaftliche Betriebe.

Erfahren Sie im Trailer und in unserem Interview, womit sich Roland Naß die Auszeichnung verdient hat.

Herr Naß, herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung mit dem Bayerischen Nutztierwohl-Preis! Wie haben Sie Ihren Betrieb verändert?

Neuer Stall von Rolands Tieren

Naß: Die Veränderungen im Gebäudebestand waren sehr umfangreich. Alle vorhandenen Ställe wurden stillgelegt, das Strohlager und die Futterzentrale wurden umgebaut. Darüber hinaus haben wir vier neue Stallgebäude für unsere Mastschweinehaltung errichtet.

Welche Motivation führte zur Umstellung Ihrer Schweinehaltung?

Naß: Die Rentabilität der konventionellen Schweinehaltung ist seit Jahren rückläufig. Entweder müssen die Einheiten immer größer werden oder man versucht als Landwirt, einen Systemwechsel herbeizuführen. Stallungen werden für 15 bis 25 Jahre gebaut. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass ein konventioneller Vollspaltenstall in zehn Jahren noch dem Anspruch der deutschen Schweinehaltung gerecht wird.

Darüber hinaus es natürlich auch schön, den Tieren in einem offenen Stall mit Stroh und deutlich mehr Platz zuzuschauen.

Stellen Sie ein anderes Verhalten der Schweine fest?

Naß: Meine Schweine sind dank Stroheinstreu, dem höheren Platzangebot, Umwelteinflüssen wie Wind, Regen und Geräuschen deutlich aktiver geworden. Sie scheinen sich insgesamt wirklich wohler zu fühlen.

Wie haben sich die betrieblichen Kennzahlen verändert?

Naß: Durch das Mehr an Bewegung und ein Fütterungskonzept, das deutlich mehr Rohfaser in der Ration zulässt, haben sich die täglichen Zunahmen nach unten verschoben und damit hat sich die Mastdauer verlängert. Im Gegenzug sind die Gesundheitskosten deutlich gesunken. Durch einen festen Verkaufspreis können diese Mehrkosten aber ohne Probleme ausgeglichen werden. Das bedeutet, am Ende bleibt dem Landwirt deutlich mehr in der Tasche.

Amortisieren sich die Investitionen?

StallNaß: Wenn alles nach Plan verläuft, sollte sich die Investition innerhalb der nächsten 15 Jahre amortisiert haben.

Was halten Sie vom neuen staatlichen Tierwohl-Label?

Naß: Es kommt darauf an, wie das staatliche Tierwohl-Label aussieht und ob es verpflichtend für die gesamte Fleischbranche eingeführt werden kann. Die aktuellen Vorschläge sind sicherlich ein guter Ansatz, um Fleischprodukte aus einer höheren Haltungsstufe besser und leichter zu vermarkten. Wir müssen abwarten, welche Systeme sich für Deutschland bzw. für Europa durchsetzen.

Herr Naß, vielen Dank für das Gespräch!

Informationen zur Absicherung Ihres Tierbestandes finden Sie auf unserer Website.

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