Bitte lächeln: Bildrechte im Internet

Bitte lächeln: Bildrechte im Internet
24. Nov 2015

von Suitbert Monz

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Zwischen einer süßen Katze und einem Hundebaby macht sich ein Bekannter von mir „bildlich“ zum Affen: Manchmal wundere ich mich schon sehr über die Fotos auf meiner Facebook-Chronik. Mal von der inhaltlichen Entgleisung abgesehen – bei Bildrechten und Persönlichkeitsrechten ist die Sorglosigkeit in den sozialen Medien recht groß.

Wenn ich etwas auf Facebook, Twitter, auf einem Blog oder sonst irgendwo im Internet etwas veröffentliche, muss ich mir immer eine Frage stellen: Würde ich das auch an einer Laterne auf dem heimischen Marktplatz anbringen?

Da ich mich beruflich mit dem Thema beschäftige, achte ich sehr auf die Privatsphäre-Einstellungen der einzelnen Netzwerke, und versuche meine Inhalte schon bei der Veröffentlichung zu kanalisieren – und so nur einem ausgewählten Personenkreis zur Verfügung zu stellen.

Apell der Polizei – keine Kinderfotos

Daher sind beispielsweise die Fotos meiner Familie auf Facebook und Co. tabu. Denn ich weiß nicht, was mit den Bildern im Netz passiert. Zwar behalte ich immer das Urheberrecht, das Nutzungsrecht trete ich mit der Veröffentlichung jedoch beispielsweise an Facebook ab. Ich kann also schwer abschätzen, was mit meinen Bildern auf der weltweiten Datenautobahn zukünftig passiert.

Die Polizei Hagen landete mit ihrem Facebook-Aufruf, keine Kinderfotos zu posten, einen viralen Hit. Zu Recht: denn das Persönlichkeitsrecht der Kinder sollte gerade von den Eltern gewahrt werden. Aber nicht nur der eigene Nachwuchs muss geschützt werden.

Persönlichkeitsrechte auch bei Gruppenfotos

Ungefragt darf ich niemanden fotografieren und das Bild im Internet veröffentlichen. Es sei denn, diese Person ist prominent oder befindet sich auf einer öffentlichen Veranstaltung, bei der das Fotografieren für alle sichtbar – beispielsweise durch einen Aushang – angekündigt wurde.

Hartnäckig hält sich der Irrglaube, dass Gruppenfotos problemlos veröffentlicht werden dürften. Das ist so nicht korrekt. Denn jede einzelne Person hat ein Persönlichkeitsrecht und muss um Erlaubnis gefragt werden – bei Minderjährigen die Erziehungsberechtigten.

Der Klassiker: Eifelturm bei Nacht ist tabu

Befindet sich die fotografierte Gruppe oder auch Einzelpersonen an einem berühmten Gebäude, wie beispielsweise dem Brandenburger Tor, so müssen sie vom Fotografen nicht um Erlaubnis der Veröffentlichung gefragt werden. An einer Sehenswürdigkeit muss man mit so einem Foto rechnen. Im Gesetzestext wird der Mensch dann „als Beiwerke einer Landschaft oder Örtlichkeit“ bezeichnet.

Wird ein Foto ohne Erlaubnis des Abgebildeten veröffentlicht, kann es teuer werden, wie der Kölner Medienanwalt Christian Solmecke bestätigt: „Werden Bilder ohne Einwilligung veröffentlicht, droht eine Abmahnung und gegebenenfalls die Zahlung von Schadensersatz“. Aber nicht nur Personen, sondern auch manche Gebäude dürfen nicht einfach so fotografiert werden. So sind beispielsweise Nachtaufnahmen des Eifelturms in Paris tabu, da er angestrahlt nicht mehr unter die Panoramafreiheit fällt, sondern als Kunstwerk gilt und damit dem Urheberrecht unterliegt.

Panoramafreiheit bleibt bestehen

Gerade die Panoramafreiheit wurde im Sommer sogar im EU-Parlament heiß diskutiert. Am Ende blieb sie bestehen. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, sollte man auf eine Veröffentlichung im Internet verzichten. Das gilt übrigens auch für Markennamen oder Logos. Schnell können hohe Abmahnkosten und ohne Rechtschutzversicherung hohe Anwaltskosten entstehen. Für den privaten Gebrauch sind die Schnappschüsse jedoch unbedenklich. Und ganz ehrlich: Auch wenn vielleicht etwas veraltet – so ein Fotoalbum hat auch seinen Reiz.

Möchten Sie sich weiter über Fotos im Internet informieren? Dann besuchen Sie den Ratgeber-Artikel unserer Webseite.

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Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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