Biosicherheit und Tierseuchen

Biosicherheit und Tierseuchen
17. Aug 2020

von Dr. Markus Berneiser

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Für Schweine, Rinder und Geflügel gilt: Biosicherheit first!

COVID-19 ist derzeit allgegenwärtig und legt in erschreckender Weise die Fragilität unseres Gesundheits-, Wirtschafts- und Gesellschaftssystems offen. Tierhalter kennen die Problematik, denn der Ausbruch einer Tierseuche hat ähnlich gravierende Auswirkungen auf ihren landwirtschaftlichen Mikrokosmos. Aktuelle Seuchenbeispiele sind die Afrikanische Schweinepest und der Bovine Rinderherpes.

Afrikanische Schweinepest und keine Entspannung in Sicht

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) kommt nicht zur Ruhe. Eine große Gefahr für die deutsche Schweinepopulation geht derzeit vom deutsch-polnischen Grenzgebiet aus. Nach wie vor werden dort tote Wildschweine gefunden, die an der Tierseuche verendet sind.

Auch fünf Hausschweinebestände sind betroffen. Unter anderem ein großer Mastbetrieb sowie eine Sauenhaltung, von der der Mäster seine Ferkel bezogen hatte. Experten stufen das Risiko einer Übertragung der ASP nach Brandenburg und Sachsen als unverändert hoch ein.

Hoffnung auf eine zeitnahe Impflösung besteht nicht. Wissenschaftler forschen weltweit intensiv an einer Lösung und können erste Erfolge vermelden – bislang allerdings nur auf experimenteller Ebene. Eine seriöse Prognose, wann ein praxisreifes Serum zur Verfügung steht, ist derzeit nicht möglich.

Rinderherpes auf zwei Aachener Betrieben

Der Ausbruch des Bovinen Rinderherpes (BHV1) auf zwei landwirtschaftlichen Betrieben im Raum Aachen sorgte bei den Rinderhaltern in der Region und weit darüber für Unruhe und große Besorgnis. Für betroffene Tierhalter bedeutet die Einschleppung des Herpesvirus eine enorme Belastung. Nach den geltenden Vorschriften kann die zuständige Behörde die Tötung der Tiere eines Bestandes anordnen.

Deutschland hat seit 2017 den Status „Rinderherpes-frei“, der einen uneingeschränkten Tierhandel ermöglicht. Der Erlangung dieses Status gingen jahrelange Bemühungen voraus – umso größer ist die Sorge vor einer Wiederausbreitung der anzeigepflichtigen Tierseuche.

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) ruft die Betriebe deshalb zu Wachsamkeit und Einhaltung der Hygienerichtlinien auf. Um sicher zu gehen, dass zugekaufte Tiere nicht infiziert sind, sollten aktuelle Blutuntersuchungsergebnisse vorliegen. Ebenso wichtig ist die Vermeidung einer möglichen Einschleppung von Erregern über Personen oder Gerätschaften, die vorher unmittelbaren Kontakt zu anderen Tierbeständen hatten.

Biosicherheit im Rinderstall – neue Stalltafeln

Biosicherheit muss immer präsent sein. Um die Hygieneregeln erlebbar zu machen, entwickelte der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) im Jahr 2018 mit der R+V Versicherung plakative mehrsprachige Stalltafeln zur Biosicherheit für Schweinehaltungen. Große Resonanz fanden unsere Stalltafeln auf der EuroTier 2018 und waren der Messe-Renner am R+V-Stand.

Motiviert durch die hohe Nachfrage bei Rinderhaltern stellen BRS und R+V jetzt auch spezielle Warnschilder mit Rindermotiven zur Verfügung. Intension der Hinweistafeln ist, Stallmitarbeiter und vor allem Besucher für die Einhaltung der betrieblichen Biosicherheit zu sensibilisieren und damit die Einschleppung von Krankheitserregern zu vermeiden.

Informationen zum Schutz landwirtschaftlicher Tierbestände finden Sie auf unserer Website.

 

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