Blühwiese 2.0

Blühwiese 2.0
9. Jun 2021

von Lucia Pagana

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Nach den sehr guten Erfahrungen zur Artenvielfalt legt die R+V eine weitere große Blühwiese an.

Noch besteht das Areal neben dem Wiesbadener R+V-Parkhaus aus brauner Erde und ist wenig ansehnlich. Doch schon in wenigen Wochen sollen hier bis zu 50 verschiedene Wildkräuter wachsen und zahlreichen Insekten sowie Kleintieren ein Zuhause bieten. Da sind sich Denise Schwalbach und Steffen Best sicher. Die Landwirtschafts- und Umweltstudentin und der Gruppenleiter der R+V-Gartenpflege haben im Mai die rund 500 Quadratmeter große Blühwiese rechts neben der Parkplatzeinfahrt geplant und angelegt.

Das neue Projekt ist bereits die zweite Blühwiese auf dem Wiesbadener R+V-Gelände. Schon im Vorjahr starteten die beiden ihr erstes Vorhaben – als Projektarbeit für ein Seminar an der Uni Bingen, an der Schwalbach neben ihrem Job bei der R+V Landwirtschaft und Umwelt studiert. Die Ergebnisse des ersten Versuchs waren so vielversprechend, dass die Blühwiesenfläche rund um die R+V-Hauptgebäude in diesem Jahr auf 900 Quadratmeter mehr als verdoppelt wird.

Viele Insekten und Vögel wurden bei R+V heimisch
„Viele wichtige Insekten- und Vogelarten sind auf unserer Blühwiese heimisch geworden“, berichtet Schwalbach, die bei ihrem Projekt die Tiere zählte und auflistete. Sie fand viele wichtige Insektenarten wie etwa Ackerhummel, Marienkäfer, Honigbienen, Grashüpfer und die Schmetterlinge Kohlweißling und Bläuling. Sie alle sind eine wichtige Basis für eine intakte Natur und ziehen in der Folge viele Vogelarten an. Sogar ein Turmfalke siedelte sich an und nutzt das Gebäude RP1 als Aussichtspunkt für Beuteflüge. „Unser Versuch zeigt, dass solche Wiesen auch direkt neben Bürogebäuden die Artenvielfalt fördern.“

R+V belässt Rasenflächen so naturnah wie möglich
„Blühwiesen leisten für die Biodiversität, also die Artenvielfalt, einen wichtigen Beitrag“, bestätigt Gartenpflege-Leiter Best. „Wir versuchen aber auch die anderen Wiesen rund um die R+V-Gebäude so naturnah wie möglich zu belassen, um gefährdeten Bienen oder anderen Insekten ein Zuhause zu bieten. Denn auch in diesen ungemähten Grasshopper-Areas leben viele wichtige Insekten.“ Deshalb überlässt die R+V bereits seit einigen Jahren über 6.000 der rund 30.000 Quadratmeter Rasenfläche am Raiffeisenplatz fast sich selbst. Damit sich noch mehr Tiere ansiedeln, hat das Gärtnerteam aus der Abteilung Gastronomie und Services zusätzlich rund 80 Nistkästen für Vögel und Fledermäuse sowie mehrere Insektenhotels aufgestellt.

Die mit Abstand meisten Insekten pro Quadratmeter gibt es jedoch auf den Blühwiesen, die jeweils auf fünf Jahre angelegt sind. Auf der im Vorjahr gesäten Wiese herrscht schon jetzt reges Treiben. Viele Insekten schwirren über den derzeit weiß blühenden Wildkräutern. Das wird auf der neuen Wiese auch bald der Fall sein. Wer dort genau heimisch geworden ist, wird Denise Schwalbach im Laufe des Sommers ermitteln. Dann ist auch für die neue Blühwiese eine genaue Bestandsaufnahme geplant.

Was bedeutet Biodiversität?
Biodiversität ist die biologische Vielfalt, wobei sowohl die Flora als auch die Fauna mit inbegriffen sind. Die Biodiversität ist die Grundlage der Leistungen der Natur, die das menschliche Leben überhaupt erst ermöglichen. Darunter fallen zum Beispiel die Nahrungsmittelproduktion und die Bestäubungsleistung. Auch die Bereitstellung von frischer Luft und die CO2-Speicherung zählen dazu. Je vielfältiger die Lebensräume sind, desto besser können diese Leistungen bereitgestellt werden.

Laut Bundesumweltministerium nimmt die Biodiversität weltweit kontinuierlich ab: So sank die Gesamtzahl der Arten zwischen 1970 und 2000 um 40 Prozent. Hauptursachen sind die Versiegelung von Flächen und landwirtschaftliche Monokulturen. Besonders Insekten sind von den Folgen des Biodiversitätsverlustes betroffen. Das Bundesamt für Naturschutz beobachtet bei 45 Prozent der untersuchten Insekten (3.086 Arten) einen langfristigen Rückgang.

Ein Gastbeitrag von Frank Senger

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Lucia Pagana

Lucia ist Social Media Managerin der R+V Versicherung, sie bloggt über aktuellen Content und ist für das Community Management verantwortlich.

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