Wie sieht die Zukunft der Energieversorgung aus?

Wie sieht die Zukunft der Energieversorgung aus?
13. Feb 2015

von Dr. Markus Berneiser

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Welche Auswirkungen hat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2014? Und wie kann man die Energieversorgung bürgernah gestalten? Diese und weitere Fragen wurden auf dem Bundeskongress genossenschaftliche Energiewende am 3. Februar in Berlin diskutiert. Wir waren vor Ort dabei und berichten von den Ergebnissen des Kongresses.

Erneuerbare Energien haben einen immer größeren Teil an unserer Stromversorgung und tragen dazu bei, dass der Strompreis bezahlbar bleibt. Im Jahr 2013 haben deutsche Stromverbraucher dadurch schon insgesamt 11,2 Milliarden Euro gespart. Viele verschiedene Projekte sorgen für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien.

Anpassungen im EEG 2014 sorgen nun aber dafür, dass die Voraussetzungen für Modelle, die von Bürgern getragen werden (wie etwa Genossenschaften oder kommunale Energiekonzepte), etwas schwieriger werden.

Bundeskongress genossenschaftliche Energiewende

R+V Stand beim BundeskongressEtwa 400 Gäste kamen Anfang Februar in Berlin zusammen, um diese Entwicklung zu besprechen und zu diskutieren, wie Genossenschaften die Energiewende weiter unterstützen können. Bisher haben insgesamt schon 800 Energiegenossenschaften mit 200.000 Mitgliedern dazu beigetragen, dass sich Bürger an der Energiewende beteiligen können, fasste Dr. Eckhard Ott, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes zusammen.

Weniger Energiegenossenschaften im Jahr 2014

Die Gründungen neuer Energiegenossenschaften gingen im Laufe des letzten Jahres allerdings um etwa die Hälfte zurück. Grund dafür war vor allem das Kapitalanlagengesetzbuch, das den bürokratischen Aufwand für Betreiber erhöhte und viele Genossenschaften verunsicherte. Ott forderte, dass die Politik hier klarere Rahmenbedingungen schaffen solle, um weitere Gründungen zu ermöglichen.

Mieterstrom von Wohnungsbaugenossenschaften

Genossenschaften tragen dazu bei, die Energie in kleineren, dezentralen Einheiten zu produzieren. Weitere Vorträge beschäftigten sich deshalb damit, wie Wohnungsgenossenschaften als Energieerzeuger mit Solaranlagen und Blockheizkraftwerken auftreten können.

Von 2010 bis 2013 hat sich die Anzahl der Photovoltaikanlagen, die von Wohnungsbaugenossenschaften betrieben werden, fast verdreifacht. Die EEG-Novelle im letzten Jahr änderte aber das Vergütungsmodell für den selbst erzeugten Strom. Mieter, die den auf dem Hausdach erzeugten Strom direkt vor Ort selbst verbrauchen, müssen im Gegensatz zu Eigenheimbesitzern nun die EEG-Umlage zahlen. Außerdem behindern steuerliche Hemmnisse den Bau weiterer Anlagen. Da zudem die Einspeisung an Attraktivität verloren hat, fordern die Genossenschaften deutliche Verbesserungen der Rahmenbedingungen.

R+V vor Ort in Berlin

R+V ist schon seit 30 Jahren im Bereich der erneuerbaren Energien aktiv. Auf dem Bundeskongress waren wir mit einem Stand vertreten, haben mit Vertretern von Banken, Verbänden und Energiegenossenschaften über die Entwicklung diskutiert und rund um die Absicherung von Anlagen informiert. Wir setzen uns weiter für die Energiewende ein und hoffen, dass der Ausbau einer umweltfreundlichen Stromerzeugung weiter voran geht.

Gastautor: Jan Ackerhans, bis 2018 Mitarbeiter der Abteilung Agrarmarkt und Erneuerbare Energien

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