Ceres Award: Wer wird Energielandwirt des Jahres 2018?

Ceres Award: Wer wird  Energielandwirt des Jahres 2018?
21. Aug 2018

von Dr. Markus Berneiser

0

Bereits zum fünften Mal zeichnet der CeresAward die besten Landwirtinnen und Landwirte aus dem deutschsprachigen Raum aus. In elf Kategorien von A wie Ackerbauer bis U wie Unternehmerin spiegelt der Preis die Vielfalt der Landwirtschaft wider. In der vergangenen Woche besuchte die Jury die Energielandwirte und verschaffte sich ein Bild.

Die diesjährige Besichtigungstour führte die Juroren, Bettina Bischof von der AEE- Agentur für Erneuerbare Energien, Bernd Feuerborn von agrarheute und mich nach Vorarlberg in Österreich und nach Oberfranken.

Nachdem wir die drei Betriebe besucht hatten, war uns klar, dass die Festlegung auf einen Gewinner auch in diesem Jahr nicht einfach sein würde. Denn alle Finalisten zeichnen sich auf ihre Art durch Innovationskraft, Mut, Unternehmertum, soziale Verantwortung und ressourcenschonen Umgang mit der Umwelt aus.

Im Artikel möchte ich die drei Finalisten vorstellen:

Tobias Ilg in Dornbirn (Österreich)

Ceres Award: Tobias Ilg, Markus Berneiser und Bettina Bischof (von links) besichtigen mit E-Bikes die Erweiterung des Nahwärmenetzes

Tobias Ilg, Markus Berneiser und Bettina Bischof (von links) besichtigen mit E-Bikes die Erweiterung des Nahwärmenetzes

Auf dem Betriebsgebäude steht eine Klein-Windkraftanlage, die von weitem zu erkennen ist. Diese leistet zwar nur einen marginalen Beitrag zur Erzeugung Erneuerbarer Energien, dient aber als plakatives Anschauungsobjekt für das Ziel, das Tobias Ilg verfolgt. Daneben ist das Gebäude zusätzlich mit einer Fassaden-Photovoltaikanlage ausgestattet. Der Schwerpunkt der Energieerzeugung liegt jedoch auf der Biogasanlage, der Wärmegewinnung aus Hackschnitzeln sowie der Verstromung von Holzgas. Aktuell ist weiteres großes Hackschnitzelkraftwerk im Bau. Eine Besonderheit ist die Produktion von Aktivkohle, die der Gülle beigemischt werden kann – zur Verminderung von Geruchsemissionen sowie zur Anreicherung des Humusgehalt im Boden. Tobias Ilg denkt in Kreisläufen und bezieht darin umliegende Unternehmen, Bewohner, Mitarbeiter und seine Familie mit ein.

Armin Streitberger in Töpen (Oberfranken)

Ceres Award: Besuch der Finalisten

Bettina Bischof und Markus Berneiser auf dem Betrieb von Landwirt Armin Streitberger (von links)

Armin Streitbergers Betrieb umfasst 130 Hektar, 55 Milchkühe mit eigener Nachzucht sowie eine 237 kW Biogasgasanlage mit Nahwärmenetz. Übernommen hat er den elterlichen Betrieb vor fünf Jahren. Seitdem dreht er kontinuierlich an der Effizienzschraube der Milchviehhaltung und der Biogasgasanlage. Die Optimierung der vorhandenen Ressourcen wie Gebäude, Maschinen und Personal hat immer Vorrang vor einer Vergrößerung. Streitberger hat mit LKW-Güllemixern ein weiteres betriebliches Standbein geschaffen. Sein Lohnunternehmen Güllewehr.de besitzt in der Region ein Alleinstellungsmerkmal und umfasst einen Aktionsradius von ca. 250 Kilometer. Den zwei vorhandenen Güllemixern folgt im Herbst ein Dritter.

Andreas Wolfrum in Gattendorf (Oberfranken)

Auch Andreas Wolfrum (Titelbild) betreibt Milchviehhaltung und eine Biogasanlage mit Nahwärmenetz. Die Milchviehhaltung, die er gemeinsam mit seinen Eltern in einer GbR betreibt, wird ausgebaut und auf Melkroboter umgestellt. Die Biogasanlage führt er gemeinsam mit einem Nachbarn. Den ersten Schritt in die Biogasproduktion wagte er im Alter von nur 18 Jahren. Aus der 2010 errichteten 190 kW-Anlage ist mittlerweile eine 325 kW-Anlage geworden und der nächste Wachstumsschritt um 400 kW steht bevor. Wichtig ist ihm die harmonische Zusammenarbeit mit den Berufskollegen und seinen Substratlieferanten, die er bei guter Marktlage durch höhere Substratpreise partizipieren lässt.

Preisverleihung in der Nacht der Landwirtschaft

Alle Finalisten haben bereits gewonnen, denn sie werden mit ihren Familien zur „Nacht der Landwirtschaft“ am 18. Oktober 2018 in Berlin eingeladen. Aber wer wird der Energielandwirt 2018? Dieses Geheimnis wird erst während der Galaveranstaltung gelüftet – und bis dahin müssen sich die drei Bewerber noch gedulden. Aber egal, ob Sieger oder Nominierte, der Beifall der 400 Gäste aus der Branche und der Politik ist allen gewiss.

Bilder: Bernd Feuerborn, agrarheute

Schlagworte
empfehlen
empfehlen
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentare