Ceres Award 2019: Linda Kelly ist Landwirtin des Jahres

Ceres Award 2019:  Linda Kelly ist Landwirtin des Jahres
28. Okt 2019

von Dr. Markus Berneiser

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Am 16. Oktober fand die Nacht der Landwirtschaft im Kosmos in Berlin statt, bei der agrarheute jedes Jahr die besten Landwirte und Landwirtinnen auszeichnet. Der Ceres Award wird in elf unterschiedlichen Kategorien vergeben, die das gesamte Spektrum von landwirtschaftlicher Arbeit abdecken. Zudem vergibt eine Jury die übergeordnete Auszeichnung „Landwirtin des Jahres“ bzw. zum „Landwirt des Jahres“.

Beim Galaabend kommt mit über 350 Gästen aus Politik, Industrie und der Branche das „Who is who“ der Landwirtschaft zusammen. Schirmherr der Veranstaltung ist Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverband (DBV). Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft konnte am Abend leider nicht teilnehmen, sendete allerdings ein Grußwort per Videobotschaft. Zudem vertrat der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel sie in seiner Rede.

CeresAward: Moderatorin Susanne Schöne, Gewinner Wolfram Wiggert, Dr. Matthias Baum

Moderatorin Susanne Schöne, Gewinner Wolfram Wiggert, Dr. Matthias Baum v. l.)

Wir traten als Partner der Kategorie Energielandwirt auf. Dr. Matthias Baum, unser Leiter des KompetenzCenter AgrarPartner, war als Jurymitglied aktiv daran beteiligt, den Gewinner in dieser Kategorie zu finden. Neben ihm bestand die Jury aus Bernd Feuerborn, Fachredakteur agrarheute und Bettina Bischoff von der Agentur für erneuerbare Energien. Der CeresAward wird in einem zweistufigen Verfahren vergeben: Zunächst wählt die Jury aus allen Bewerbungen drei Bewerber ins Finale. Um aus diesen den Sieger hat das Team alle Finalisten auf ihren Höfen besucht.

Alle drei Landwirte kombinieren innovative Landwirtschaft mit nachhaltiger Energieerzeugung, doch am Ende konnte sich Wolfram Wiggert aus Löffingen gegen seine Konkurrenten Franz Dorner und Michael Müller durchsetzen.

Energielandwirt des Jahres aus dem Schwarzwald

Energielandwirt des Jahres: Wolfram Wiggert

Energielandwirt des Jahres Wolfram Wiggert in Harmonie mit seinen Tieren

Wolfram Wiggert bewirtschaftet mit dem Haslachhof rund 500 ha in Löffingen im Schwarzwald. Und das ökologisch. Seine Betriebszweige sind Marktfruchtbau, Mutterkuhhaltung und Energieerzeugung. Die Biogasanlage seines Hofs erzeugt umweltfreundlichen Strom und Wärme – ein Teil davon wird direkt ins städtische Nahwärmenetz gespeist. Fast der ganze Input der Anlage kommt von Wiggerts Hof. Dabei nutzt er das für die Fruchtfolge notwendige Luzerne-Gras. Mit den Gärresten werden Marktfrüchte wie Einkorn oder Hafer gedüngt.  Durch Humusaufbau kann Wiggert CO2 speichern und mit dem  Verkauf von CO2-Zertifikaten weiteren Unternehmensgewinn erreichen. Eine Mutterkuhherde mit 35 Hinterwäldern mit Direktvermarktung des Fleisches rundet sein Betriebskonzept ab.

Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Nachhaltigkeit, traditionelles Wissen und Kreislaufwirtschaft treffen bei unserem Gewinner auf modernste Technik, die dazu dient, effizient und ressourcenschonend zu wirtschaften. Dabei ist es ihm wichtig, nicht nur CO2-neutral zu sein, sondern auch CO2 über Humusaufbau im Boden zu speichern“

Erste Landwirtin des Jahres ist Linda Kelly

Gesamtsiegerin ist Linda Kelly aus Herdwangen in Baden-Württemberg, die auch in der Kategorie „Unternehmerin“ als Siegerin hervorging. Zusammen mit ihrer Familie baut sie auf etwa 170 ha Ackerfläche Weizen, Gerste, Leguminosen, Körner- und Silomais an. Doch Linda Kellys Herz schlägt für die Süßlupinen. Ihr Motto lautet: „Klein und fein, aber alles aus einer Hand“. Denn vom Anbau über die Verarbeitung bis zur Vermarktung der „Lupinello-Produkte“ hat die 36-Jährige alles im Griff. Zusätzlich kümmert sich die Landwirtin um Marketing, Pressearbeit, Social Media, Hofführung und Rezeptentwicklung. Damit ist Kelly in der Geschichte des Ceres Award die erste Frau, die zur Landwirtin des Jahres gekürt wurde.

Gastbeitrag von Katharina Kolb, Vertriebskoordinatorin im KompetenzCenter AgrarPartner

Fotos: Timo Jaworr, Bernd Feuerborn und Konstantin Tönnies für agrarheute

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