CERES AWARD – Wer wird Energielandwirt 2017?

CERES AWARD – Wer wird Energielandwirt 2017?
7. Sep 2017

von Dr. Markus Berneiser

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Letzte Woche stand ganz im Zeichen der erneuerbaren Energien. Die Besichtigungstermine der Bewerber, die es auf die Shortlist der Energielandwirte für den CERES AWARD geschafft haben, standen an. Im Blogartikel stellen wir die Finalisten vor.

Der Eindruck der Bewerbungsunterlagen bestätigte sich vor Ort – auch in diesem Jahr ist es nicht einfach, einen Sieger unter den hervorragenden Bewerbern auszuwählen. Alle Finalisten zeichnen sich durch Pioniergeist, Innovationskraft, Mut, Unternehmertum, soziale Verantwortung und ressourcenschonen Umgang mit der Umwelt aus.

Die Rundreise zu den Betrieben führte die Jury, Bernd Feuerborn vom dlv – Deutscher Landwirtschaftsverlag, Alexander Knebel von der AEE- Agentur für Erneuerbare Energien und mich von Seiten R+V quer durch die Republik: nach Mittelfranken, in den Landkreis Paderborn sowie hoch in den Norden in die Nähe von Lübeck.

Jürgen Pfänder in Ohrenbach

Jürgen Pfänder betankt seine mit Rapsöl betrieben Schlepper

Jürgen Pfänder betankt seinen mit Rapsöl betriebenen Schlepper

Jürgen Pfänder hat seinen Betrieb diversifiziert – mittlerweile hat er drei Standbeine: Ackerbau, Schweinemast und eine Biogasanlage mit Nahwärmenetz. Der Landwirt denkt und arbeitet stringent in regionalen Kreisläufen. Die Substrate kommen aus seinem Stall, aus einem benachbarten Milchviehbetrieb sowie den Maisfeldern seines Landkreises. Im Gegenzug werden den Flächen wieder Nährstoffe über die Gärreste zugeführt. Zwei seiner Schlepper betreibt der Landwirt mit Rapsöl, das er ebenfalls aus der Region bezieht.

Tobias Roeren-Wiemers in Lichtenau

Der 30-jährige Landwirt ist bereits seit vier Jahren Betriebsleiter seines Ackerbau- und Schweinemast­betriebes. Zudem ist er kaufmännischer und technischer Geschäftsführer eines Windparks mit 11 Windkraftanlagen. Bei der Realisierung des 59 Mio. EUR schweren Windprojektes leistete er viel Überzeugungsarbeit. Die Mühen wurden belohnt: Die überwiegende Mehrzahl der Eigentümer stellten ihre Flächen zur Verfügung und der Bürgerwindpark hat mehr als 200 Teilhaber. Auch für die Allgemeinheit wird etwas getan, indem ein Teil des Umsatzes in die Bürger- und Energiestiftung Lichtenau fließt.

Georg Muus in Stockelsdorf

Georg Muus im Hackschnitzel-Bunker

Georg Muus im Hackschnitzel-Bunker

Neben dem Ackerbau, der auf zwei Hofstellen in Stockelsdorf und Mecklenburg-Vorpommern betrieben wird, haben sich der Holzhandel und die Wärmeerzeugung zu einem gleichberechtigten Betriebszweig entwickelt. In einem ehemaligen Stallgebäude stehen zwei Blockheizkraftwerke, mit denen Abfallholz aus der benachbarten Eisstielfabrik in Wärme umgewandelt werden. Damit beliefert Georg Muus die Haushalte von Stockelsdorf und trocknet Getreide sowie Brennholz. Positiver Effekt: 135.000 Liter Heizöl jährlich werden substituiert. In den Holzhandel ist er 2012 eingestiegen. Aufgrund der günstigen Lage im Großraum Lübeck steht ihm für sein hochwertiges Brennholz eine große Käuferschicht zur Verfügung.

Preisverleihung in der Nacht der Landwirtschaft in Berlin

Während den Juroren eine schwierige Entscheidung bevorsteht, müssen sich die Finalisten noch eine Weile in Geduld üben. Aber gewonnen haben schon alle drei, denn sie sind mit ihren Familien zur „Nacht der Landwirtschaft“ am 11. Oktober in Berlin eingeladen. An diesem Abend werden die AWARDS verliehen und neben anderen Kategorien wird auch der ‚Energielandwirt des Jahres 2017‘ gekürt. Bei dieser stimmungsvollen Gala stehen die Nominierten und Sieger im Fokus und werden von Vertretern aus der Branche und der Politik gefeiert.

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CERES AWARD – Wer wird Energielandwirt 2017?
Dr. Markus Berneiser

R+V-AgrarKompetenzZentrum, Abteilung Agrarmarkt und Erneuerbare Energien; bloggt über Themen rund um die Landwirtschaft

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