Digitalisierung des Kunstmarkts: Wo wird Kunst gekauft?

Digitalisierung des Kunstmarkts: Wo wird Kunst gekauft?
31. Okt 2017

von Erik Rauschkolb

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Es gab Zeiten, da wurden Kunstwerke auf Auktionen gehandelt. Durch die Digitalisierung hat sich auch der Kunstmarkt verändert. In unserem Artikel geben wir einen Überblick, wie sich der Markt entwickelt hat und wie Kunstwerke heutzutage gekauft werden können.

Kunstwerke in einer Auktion erwerben

Bei der Vorbesichtigung konnte man das Kunstwerk anschauen (hoffentlich waren einem dann auch alle Makel aufgefallen), es einschätzen und auf das gute Stück bieten. Entweder gab man ein schriftliches Vorgebot ab und wenn man Zeit und Lust hatte, konnte man an der Saalauktion teilnehmen. Die Spannung im Auktionssaal, ob man den Zuschlag bekommt oder nicht, war fast unerträglich. Aber es bestand die Gefahr, dass man von der Leidenschaft gepackt wurde und mehr bot als man ursprünglich ausgeben wollte.

Auf jeden Fall musste man sich zweimal auf den Weg zum Auktionshaus machen.

Zu dieser Zeit gab es schon viele Käufer, die es sich leichter machten und anhand des Auktionskatalogs schriftlich auf das Kunstwerk boten und über Abgabe eines Vorgebots auf den Zuschlag hofften. Der Verkaufsprozess fand für den Kunden „zuhause“ statt, der Brief mit der Rechnung informierte ihn über den Erwerb. Ein Besuch des Auktionshauses war nicht notwendig.

Online-Kauf von Kunstwerken

Durch die Digitalisierung wurde dieser Prozess vereinfacht: Ich schau mir das Kunstwerk im Internet an, kann die Ansicht vergrößern und Details sehen. Mit einem weiteren Klick kann ich auf das Kunstwerk bieten. Ich habe einen schnelleren Zugang zur Kunst und kann diese einfacher erwerben.

Diese Tendenz zeigt sich auch in den Verkaufszahlen. Der weltweite Kunstmarkt wächst langsam, aber der Anteil des online-Kunsthandels nimmt stetig zu. 2015 betrug der Anteil des online Handels ca. 5,5 % am gesamten Kunsthandel und wuchs im Folgejahr nochmals um 15% auf 3,75 Mrd. USD.

Erwerb in Galerien

Auch Galerien gehen einen ähnlichen Weg, sie bieten – neben dem Verkauf und der Beratung in den eigenen Räumen – Kunstwerke online an. Einige Online-Galerien haben sich in diesem Segment spezialisiert und bringen z.B. eigene Fotoeditionen heraus.

Die Schwellenangst schwindet im Netz vollkommen, ich muss mich nicht „überwinden“, um in eine Galerie zu gehen. Ich klicke einfach auf deren Homepage und wenn mir diese gefällt, besuche ich die Galerieräume oder kaufe die Kunst gleich online.

Die Trennlinie zwischen analogem und digitalem Kunstmarkt verschwimmt immer mehr. Wie auch in anderen Bereichen recherchiert der Käufer vor dem Kauf im Internet und informiert sich über Angebot und Preise.

Fakt ist, dass besonders Kunstwerke im mittleren Segment, bis ca. 10.000 EUR, online gehandelt werden. Bei höheren Summen möchte man das Kunstwerk sehen, benötigt Beratung und möchte vielleicht sogar die „Aura“ des Kunstwerks spüren. Der persönliche Kontakt zum Galeristen oder zum Berater ist sehr wichtig.

Aber ganz ohne „Beratung“ möchte auch der Online-Kunde nicht sein. Hier kommen die sozialen Medien zum Zuge, deren Einfluss vermutlich noch wachsen wird. Instagram und Facebook unterstützen die Printmedien und machen neue Künstler bekannt.

Auch etablierte Institutionen wie Museen und Ausstellungshäuser haben diesen Trend erkannt, sie sind online vertreten und nutzen Social Media.

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Gastautorin: Dr. Ursula Schaumburg-Terner, Kunsthistorikerin bei R+V

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Autor
Digitalisierung des Kunstmarkts: Wo wird Kunst gekauft?
Erik Rauschkolb

Social Media Community Manager; bloggt über Themen rund um Finanzen und Versicherungen sowie über Neuigkeiten und Aktionen der R+V im Social Media Bereich.

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