Dr. Jan Zeibig über die „Aktion Kinder-Unfallhilfe“

Dr. Jan Zeibig über die „Aktion Kinder-Unfallhilfe“
2. Feb 2012

von Verena Reuber

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Heute folgt der zweiteTeil unseres ausführlichen Interviews mit Herrn Dr. Zeibig, Abteilungsleiter bei KRAVAG und Geschäftsführer der „Aktion Kinder-Unfallhilfe“. Im Folgenden stellt Herr Dr. Zeibig den gemeinnützigen Verein, seine Aufgaben, Ziele und Herausforderungen näher vor.

Was genau ist die „Aktion Kinder-Unfallhilfe“?

Der gemeinnützige Verein „Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V.“ wurde 1998 als Initiative des Straßenverkehrsgewerbes durch Vertreter von Unternehmen, Verbänden, Straßenverkehrsgenossenschaften, der Gewerbepresse und dem Spezialversicherer KRAVAG gegründet. Die Initiative ging von Straßenverkehrsunternehmern aus, die sich für die schwächsten Teilnehmer am Straßenverkehr – den Kindern –  aktiv engagieren wollten.  Der Verein hat seinen Sitz in Hamburg, ist aber bundesweit aktiv. In den inzwischen bald 14 Jahren seines Bestehens konnte der Verein über 700.000 Euro an Spendeneingängen verzeichnen. Ein tolles Ergebnis, mit dem in der Gründungsphase keiner gerechnet hatte.

Was sind die Aufgaben der Organisation?

Die „Aktion Kinder-Unfallhilfe“ hat zwei wichtige Aufgaben: Die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen nach einem Verkehrsunfall und die Förderung von Maßnahmen zur Unfallverhütung. In den ersten zehn Jahren stand die Hilfe für junge Unfallopfer im Mittelpunkt. Gefördert wurden vor allem Projekte in Kliniken, Rehabilitations-Einrichtungen oder Vereinen, die Kindern und Jugendlichen helfen sollen, die seelischen und körperlichen Unfallfolgen zu überwinden. Angesichts des wachsenden Kostendrucks werden private Initiativen immer wichtiger: Viele Hilfsprojekte konnten mit Unterstützung der „Kinder-Unfallhilfe“ realisiert werden. Nachdem 2008 der Vereinszweck erweitert wurde, unterstützt die „Aktion Kinder-Unfallhilfe“ auch Maßnahmen zur Unfallverhütung. Aktionen zur Verkehrssicherheit und Verkehrserziehung werden jetzt ebenso gefördert wie Forschungsvorhaben und wissenschaftliche Veranstaltungen zur Vermeidung von Kinderunfällen.

Wie finanziert sich der Verein?

Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden. So haben beispielsweise zahlreiche Unternehmer zu runden Geburtstagen und Firmenjubiläen um Spenden zugunsten der „Aktion Kinder-Unfallhilfe“ gebeten. Eine Übersicht dieser teilweise sehr kreativen Aktionen findet sich auf der Homepage des Vereins. Die vielen Spendenaktionen und geförderten Projekte haben – ohne besondere Marketingmaßnahmen – den Verein bekannt gemacht und wir erhalten viel Zuspruch auch von Personen und Institutionen, die mit dem Verkehrsgewerbe nicht direkt verbunden sind. Hierzu tragen auch die neuen Medien bei, da man über die Eingabe der entsprechenden Suchbegriffe von unserer Existenz erfährt.

Der Verein ist nicht darauf ausgelegt, sich über die Beiträge möglichst vieler Mitglieder zu finanzieren, da dies mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand verbunden wäre. Die Vereinsmitglieder sind seit Gründung durchweg exponierte Vertreter von Unternehmen und Institutionen mit Bezug zum Verkehrsgewerbe.  Allerdings gibt es seit 2008 die Möglichkeit von Fördermitgliedschaften. Fördermitglieder spenden einmal jährlich ohne jegliche weitere Verpflichtung einen frei wählbaren Betrag. Die aktuell mehr als 50 Fördermitglieder haben dem Verein jährliche Spenden von fast 20.000 € zugesagt, eine solide Grundlage für die Planung mittel- und längerfristiger Projekte.

Einen Punkt möchte ich gerne betonen: Seit der Vereinsgründung trägt die KRAVAG-Versicherung den gesamten Verwaltungsaufwand. Dem Verein entstehen dadurch keine Kosten beispielsweise für Personal, Bürofläche, Porto oder Telekommunikation und jeder gespendete Euro kann unmittelbar den geförderten Projekten zugutekommen.  Dies hebt uns sicherlich von anderen Vereinen ab, bei denen die Verwaltungskosten einen oft beträchtlichen Teil der Spendeneingänge aufzehren.

Erzählen Sie uns zum Abschluss noch mehr über den Präventionspreis „Rote Ritter 2012“, der dieses Jahr unter der Schirmherrschaft von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer steht.

Fast 80 Kinder unter 15 Jahren verunglücken jeden Tag in Deutschland – als Fußgänger, mit dem Fahrrad oder als Beifahrer im Auto. Im Schulkindalter stehen Verkehrsunfälle an der ersten Stelle einer traurigen Unfallstatistik. Unfallverhütung ist deshalb eine der wichtigsten Aufgaben der „Aktion Kinder-Unfallhilfe“. Mit dem Präventionspreis „Der Rote Ritter“ fördert der gemeinnützige Verein herausragende Ideen, die dafür sorgen, Kinder sicherer durch den Straßenverkehr zu lotsen. Viele gute Ideen blühen im Verborgenen. Immer wieder werden in einzelnen Kindergärten, Schulen oder Gemeinden Projekte verwirklicht, die Kinder wirkungsvoll vor Verkehrsunfällen schützen. Die Auszeichnung mit dem „Roten Ritter“ soll helfen, diese Projekte bundesweit bekannt zu machen.

Die „Aktion Kinder-Unfallhilfe“ zeichnet mit ihrem Präventionspreis alle zwei Jahre Ideen und Projekte aus, die helfen, Unfälle von Kindern und Jugendlichen im Straßenverkehr zu vermeiden. Das Themenspektrum ist weit gefasst: Die Vorschläge zur Unfallverhütung können für Radfahrer unter den Minderjährigen konzipiert sein, für Fußgänger oder Mitfahrer im Auto. Kreative Vorschläge sind ebenso gefragt wie Projekte mit Vorbildcharakter. Voraussetzung ist jedoch, dass die Unfallverhütungsmaßnahmen in die Praxis umgesetzt werden können.

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Verena Reuber

Social Media Managerin bei der R+V24; bloggt hauptsächlich über Autos, Fragestellungen aus der Versicherung und sämtliche Facetten der Mobilität.

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