Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft

Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft
21. Jan 2016

von Dr. Markus Berneiser

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Foto- und Filmaufnahmen aus der Luft, fliegende Kurierdienste und Internet-Drohnen – den (potentiellen) Einsatzgebieten von Drohnen scheinen nahezu keine Grenzen gesetzt zu sein. Aber nicht nur Hobbypiloten, Fotografen & Co. haben die Einsatzmöglichkeiten für sich entdeckt, auch in der Landwirtschaft hat die neue Technik mittlerweile Einzug gehalten.

Drohnen oder UAV (Unmanned Arial Vehicles) können aus der Luft mit z. B. Infrarot- oder Wärmebildkameras zeit- und ortsbezogene Informationen differenziert erfassen und ermöglichen die schnelle Interpretation großer Datenmengen. In Verbindung mit bodengebundenen Systemen können daraufhin gezielte Maßnahmen (z. B. Pflanzenschutz, Düngung) ergriffen werden.

Derzeit noch Zukunftsmusik sind dynamische Systeme, bei denen die Drohne die Funktion eines Leitsystems für die unmittelbare Steuerung von Maschinenverbänden übernimmt (Stichwort: „vernetzte Farm“).

Anwendungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft

In der Landwirtschaft sehen Experten ein großes Anwendungsgebiet mit vielfältigen Einsatzbereichen und Wachstumspotential. Bereits vorhandene und zukünftige Einsatzgebiete sind:

  • Bestandskontrolle größerer Ackerbaukulturen
  • Erstellung von Schadenfotos bei Ernteschäden (z.B. Hagel, Auswinterung), Wildschäden, Mäuseschäden, Verunkrautung, Windbruch im Forst
  • Vermessung von Holzpoldern und Rübenmieten
  • Dichtigkeitsprüfungen von Biogasanlagen
  • Lokalisierung von Leckagen an Drainageleitungen
  • Identifizierung defekter Solarmodule in Solarparks oder Dachanlagen
  • Lokalisierung von ausgebrochenen Nutztieren
  • Aufspüren von Rehkitzen vor der Mahd
  • Unterstützung von Jagdpächtern bei der Lokalisierung von Wildschwein-Rotten in Maisbeständen
  • Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln
  • Vertreiben von Vögeln zur Erntezeit
  • Biologische Schädlingsbekämpfung
  • Minidrohnen zur Bestäubung von Blüten (als Bienenersatz)

Vorzüge des Drohneneinsatzes

Drohnen sind ein wichtiges Element im sogenannten ‚Precision Farming‘. Mithilfe der technischen Unter­stützung aus der Luft wird eine ortsdifferenzierte und punktgenaue Bewirtschaftung Realität, die sich in der Effizienzsteigerung der eingesetzten Ressourcen niederschlägt. Denn gezieltere Dünge- und Pflanzen­schutzmaßnahmen sparen Betriebsmittel ein. Neben den verminderten betrieblichen Aufwendungen ist die Entlastung der Umwelt ein weiterer Aspekt. Nach Expertenmeinungen sind Drohnen zudem leiser und das Unfallrisiko wird als geringer eingeschätzt als bei konventioneller Bearbeitung am Boden.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Im Gegensatz zu Hobby-Fluggeräten ist der Einsatz von professionellen UAV noch deutlich stärker reglementiert. Während für das private Fliegen von Drohnen bis 5 kg Abfluggewicht nur in besonderen Fällen eine Genehmigung notwendig ist, muss bei kommerzieller Nutzung eine Aufstiegserlaubnis beantragt werden, die bei den zuständigen Behörden der Bundesländer erhältlich ist (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 Luftverkehrs-Ordnung [LuftVO]). Darüber hinaus sind zum legalen Betrieb von Drohnen folgende Punkte zu beachten:

  • Der Pilot muss stets Blickkontakt zum Fluggerät haben
  • Das Abfluggewicht darf 25 kg nicht überschreiten
  • Genehmigungen sehen in der Regel eine maximale Flughöhe von 100 Meter vor sowie das Verbot von Flügen über Menschenansammlungen. Mögliche Rechtsverletzungen sind zu beachten: bei per Drohne erstellten Fotos oder Filmen von Gebäuden muss i.d.R. die Genehmigung des Architekten eingeholt werden; in bestimmten Fällen kann darüber hinaus auch das Eigentums- oder Persönlichkeitsrecht des Inhabers verletzt sein.
  • Vor Flügen im kontrollierten Luftraum sind die Allgemeinverfügungen der Deutschen Flugsicherung zu beachten. Ggf. muss eine gesonderte Luftverkehrskontrollfreigabe eingeholt werden.
  • Im Übrigen sollte ein Augenmerk auf die Wahrung der Akzeptanz in der Bevölkerung gelegt werden.

Haftung und Versicherungsschutz

Wer die Drohne falsch steuert oder mal ein Hindernis übersieht, kann einen Unfall verursachen. Dabei ist vielen Drohnenpiloten nicht bewusst, dass sie für Personen- und Sachschäden Dritter, die sich aus einem Betriebsunfall ergeben, neben der allgemeinen gesetzlichen Verschuldenshaftung auch einer besonderen Haftung ohne Verschulden unterliegen. Deshalb müssen Halter von Drohnen eine Haftpflichtversicherung für jedes ihrer UAV nachweisen.

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Kommentare

Dieter Merz / http://www.kraft-versicherungsservice.de

16:12 21.01.2016

Guter Artikel!

Wir haben uns als Makler spezialisiert im Bereich Kopterversicherungen und bieten auch die Luftfahrthaftpflichtversicherung der R+V an.

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Fredde / http://forum.welovedrones.de/

09:52 01.07.2016

Eine eigene Drohne zu versichern ist Pflicht vor allem wenn es um eine über 1000 € Drohne handelt.

Mir ist es auch einmal passiert, dass ich einen kleinen Ast übersehen habe und direkt auf den Baum gelandet bin. Es hat mich mehrere Stunden gekostet die Drohne wieder runter zu holen. Die Halterung am Gimbal war defekt. Es könnte aber schlimmer werden.

Deshalb finde ich eine Versicherung für Drohnen für eine Sinnvolle Sache 🙂