Du bist nicht allein: Warum wir uns gegen Rassismus in der Gesellschaft einsetzen

Du bist nicht allein: Warum wir uns gegen Rassismus in der Gesellschaft einsetzen
29. Okt 2020

von R+V Versicherung

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Die verabscheuungswürdigen Attentate von Hanau und Halle zeigen, dass Rassismus in unserer Gesellschaft wieder mit großer Heftigkeit entflammt ist. Auch die Diskussionen und Anfeindungen im Alltag, etwa in den sozialen Medien oder auf der Straße, machen deutlich, wie akut das Problem ist. Unsere Haltung zu diesem Thema kann nicht deutlich und scharf genug artikuliert werden: Wir sind gegen Rassismus und wenden uns gegen diesen in allen seinen Erscheinungsformen – gleich, ob er sich offen gewalttätig gebärdet oder subtil in den Alltag einschleicht.

Rassismus betrifft uns alle

Dafür stehen wir offen und aktiv ein, denn das Problem steckt tief. Die allerwenigsten Menschen würden von sich behaupten, rassistisch zu sein. Die meisten sagen, dass die Hautfarbe oder andere ethnische Merkmale für sie keine Rolle spielen. Die meisten meinen, sich auch entsprechend zu verhalten, und schließen daraus, dass sie das Thema nicht direkt betrifft.

Doch das Thema betrifft uns alle. Rassismus ist die Vorstellung, dass eine ethnische Gruppe einer anderen überlegen oder unterlegen ist. Diese Vorstellung hat tiefe Wurzeln. Sie beeinflusst, wie wir miteinander aufwachsen und lernen, wie unsere Gesellschaft funktioniert. Zwar haben die meisten gelernt, dass Rassismus falsch ist, und sind überzeugt, Teil einer Gesellschaft zu sein, in der Gleichberechtigung vorherrscht.

Rassistisches Verhalten „passiert“ oft unbewusst

Dennoch sind viele Menschen nicht gefeit gegen Alltagsrassismus „im Affekt“. Ein scheinbar harmloser Witz, ein Kommentar, ein misstrauischer Blick – rassistisches Verhalten „passiert“ oft unbewusst. Denn auch, wenn man eigentlich weiß, dass Vorurteile gegenüber anderen ethnischen Gruppen nicht zutreffen, kann man trotzdem unbewusst in rassistische Denkmuster verfallen.

Wer wissen möchte, wie stark er oder sie zu solchen unbewussten Reaktionen neigt, kann das übrigens überprüfen. DIE ZEIT hat einen Fragebogen zu Rassismus zusammengestellt, dem man sich ehrlich stellen sollte. „Denkst du, du bist nicht rassistisch, weil du einen Freund mit Migrationshintergrund hast? Haben Fremde schon mal ungefragt deine Haare angefasst?“ Anhand von 33 Fragen und den eigenen Antworten darauf wird deutlich, dass die Aussage „ich bin nicht rassistisch“ allein noch keine Haltung ist. Eine klare Haltung bei diesem Thema bedeutet, sich gegen Rassismus zu positionieren. Gegen Rassismus zu sein, heißt auch, die überkommenen rassistischen Denkmuster zu erkennen, sich diese bewusst zu machen und sie zu verändern – auch bei sich selbst.

Der Ursprung unserer Haltung: Wir sind nur gemeinsam stark und lassen niemanden zurück

#dubistnichtallein: Ein Tweet, der viele Hasskommentare hervorgerufen hat.

Unsere klare Stellungnahme gegen Rassismus folgt aus unseren genossenschaftlichen Wurzeln.  Dieser genossenschaftliche Gedanke ist Teil unserer DNA. Er besagt, dass wir nur gemeinsam stark sind und niemanden zurücklassen – gleich welchen ethnischen Hintergrund sie oder er mitbringt.

#dubistnichtallein bringt diese Überzeugung zum Ausdruck – durch Menschen verschiedenster Hintergründe oder Hautfarben. Und dies zeigen wir auch und gerade dort, wo der gesellschaftliche Diskurs mitunter am heftigsten tobt: in den sozialen Medien. Doch wer Haltung zeigt, ist häufig auch Anfeindungen ausgesetzt. So haben wir in den letzten Monaten vermehrt rassistische, hass-getriebene Kommentare erhalten, die teilweise sogar strafrechtliche Maßnahmen erforderlich machten.

Anfeindungen dieser Art stellen unser Community-Management vor nicht geringe Herausforderungen. In jedem einzelnen Fall muss das Team genau prüfen, wo sich die Diskussion noch im Rahmen des akzeptablen gesellschaftlichen Diskurses bewegt, und wo unsere Beiträge als Gelegenheit genutzt werden, rassistische Ressentiments zu schüren oder radikale politische Botschaften zu setzen.

Ein Kommentar, der als „strafbarer und extremistischer Hasskommentar“ eingestuft und an die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/M. – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen weitergeleitet wurde.

Die Arbeit gegen diese Anfeindungen ist hart, diese Erfahrung konnte das Team in den letzten Monaten machen. Sie macht den Unterschied spürbar zwischen „nicht rassistisch zu sein“ und „eine klare Haltung gegen Rassismus einzunehmen“: Ersteres ist passiv, letzteres bedeutet persönlichen Einsatz.

Haltung zu zeigen, erfordert Mut. Fehlt dieser, dann ist auch die Haltung nichts als ein leeres Versprechen. Wir möchten keine leeren Versprechen machen, auch das ist Teil unserer genossenschaftlichen Herkunft. Denn wer in einer Gemeinschaft seine Versprechen bricht, der verliert ihr Vertrauen. Und was ist eine Versicherung ohne Vertrauen?

Daher entspricht es unserer Haltung, uns klar gegen Rassismus zu positionieren. Wir werden das auch weiterhin tun, auch in den sozialen Medien, etwa durch Sensibilisierung für eine bewusstere Sprache oder durch Hinweise darauf, wie wir alle gegen Rassismus vorgehen können. Wie viele andere Organisationen, Unternehmen und Menschen wollen wir aktiv für eine vielfältige Gemeinschaft einstehen und zeigen, dass Menschen mit rassistischen Ansichten in der Minderheit sind. Denn für Rassismus ist auf unserer Welt kein Platz.

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