Elternzeit und Elterngeld: Wie funktioniert das eigentlich?

Elternzeit und Elterngeld: Wie funktioniert das eigentlich?
27. Jun 2018

von Suitbert Monz

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Das Kind ist endlich da – und damit der Wunsch, möglichst viel Zeit mit dem Nachwuchs zu verbringen. Das Elterngeld und die Elternzeit machen dies für Eltern heutzutage wesentlich leichter – aber wo genau liegt eigentlich der Unterschied?

Ich war zunächst überrascht, als mir mein Freund Torsten von seinem Vorhaben erzählte, direkt nach der Geburt seines Sohnes für sieben Monate lang Elterngeld zu beantragen. Torsten, der “Workaholic”, war nämlich bis dahin fleißig auf der Karriereleiter geklettert und ziemlich gut verdient. Kann er sich das überhaupt erlauben?

“Ich möchte die erste Zeit mit meinem Kind ganz intensiv miterleben. Der Staat unterstützt Eltern wie uns in dieser Zeit – und arbeiten kann ich später noch genug” berichtet er. Beim Feierabendbier klärt er mich über das Elterngeld und die Elternzeit auf.

Elterngeld als finanzieller Ausgleich

Einen Anspruch auf das sogenannte Elterngeld hat quasi jeder, der sein Kind nach der Geburt selbst betreut oder mit dem Kind in einem Haushalt lebt. Es wird auf Basis des Nettoeinkommens berechnet, das der betreuende Elternteil vor der Geburt erhalten hat – in der Regel werden zwischen 65 und 67 Prozent ausgezahlt. Auch Selbständige, Studenten, Azubis oder Erwerbslose haben einen Anspruch darauf.

Wie lange und wer das Elterngeld in Anspruch nimmt, das entscheiden die Eltern selbst. Bis zu 14 Monate lang wird das sogenannte Basiselterngeld ausgezahlt, wenn sich beide Elternteile abwechseln. Bis zu zwölf Monate, wenn Mutter oder Vater die Betreuung alleine übernehmen. Die Erziehungszeit wird auch auf die Rente angerechnet.

Unterschied Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit

Ich bin begeistert und stutze gleichzeitig, weil Torsten immer vom “Elterngeld” spricht. Heißt das nicht Elternzeit? “Nein, das ist ein Unterschied” klärt er mich auf: “Das Elterngeld ist die finanzielle Absicherung, damit du bei deinem Kind sein und trotzdem deinen Lebensstandard halten kannst. Wenn dein Kind nach dem 1. Juni 2015 geboren ist, kannst du auch das ElterngeldPlus in Anspruch nehmen, bei dem du nur die Hälfte des Elterngeldes erhältst, dafür aber bis zu 24 Monate lang.”

Und die Elternzeit? Damit ist der generelle rechtliche Anspruch auf die Betreuung und Erziehung des Kindes gegenüber des Arbeitgebers gemeint. In der auf drei Jahre begrenzten Zeit “ruht” das Arbeitsverhältnis oder die Arbeitszeit wird verringert.

Die “Kinderauszeit” mit vielen Möglichkeiten

Torsten und seine Frau machen es sich mit ihrem Nachwuchs Zuhause gemütlich. Es gibt aber auch einige Paare, die das Elterngeld und die damit verbundene Absicherung für eine Reise samt Kind nutzen. Und was ich auch nicht wusste: Die Elternzeit in Form von 36 Monaten muss gar nicht an einem Stück genommen werden, sondern kann flexibel aufgeteilt werden – und das sogar bis zum achten Geburtstag des Kindes!

Ein Beispiel: Man nimmt direkt nach der Geburt 12 Monate der Elternzeit und profitiert gleichzeitig vom Elterngeld. Ist das Kind vier, nimmt man noch einmal ein paar Monate – wird es dann eingeschult, die restliche Zeit. So kann man einen Großteil der Kindheit hautnah miterleben und genießt gleichzeitig die Sicherheit, dass der eigene Arbeitsplatz nicht in Gefahr ist. Natürlich muss der Plan mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden – doch nur den dritten Abschnitt darf er aus betrieblichen Gründen verneinen.

Große Erleichterung für Eltern

Torsten redet noch ein bisschen weiter und erzählt mir etwas von Anträgen und Fristen. Dies würde an dieser Stelle zu weit führen, deshalb empfehle ich den R+V Ratgeber zum Thema Elterngeld. Ich freue mich auf jeden Fall riesig für die beiden, die erste Zeit mit dem Nachwuchs so ausgiebig und ohne finanzielle Sorgen genießen zu können.

Mehr zum Thema Eltern + Kind erfahren Sie im Ratgeber.

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Elternzeit und Elterngeld: Wie funktioniert das eigentlich?
Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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