Recycling: Wie werden Photovoltaikanlagen entsorgt?

Recycling: Wie werden Photovoltaikanlagen entsorgt?
18. Aug 2015

von Jan Ackerhans

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Vom alten Handy über das Radio bis hin zu Fernseher oder Waschmaschine: Elektroschrott landet in Deutschland häufig im Hausmüll. Schätzungen zufolge etwa 23 Kilo pro Jahr und Kopf. Damit alte Geräte künftig besser entsorgt werden können, gibt es ab 2016 die gesetzliche Regelung, dass Hersteller die produzierten Elektronikgeräte zurücknehmen müssen. Doch was gilt eigentlich bei Photovoltaik-Anlagen und wie werden sie entsorgt? Im Beitrag stellen wir einige Punkte dazu zusammen.

Ab einer bestimmten Ladengröße und wenn ein entsprechendes Neugerät gekauft wird, sind die Händler künftig dazu verpflichtet, ein Altgerät vom Kunden zurückzunehmen. Ziel ist es, die Rohstoffe in den Geräten durch das bessere Recycling weiter nutzen zu können.

Wie lange können Solarstromanlagen betrieben werden?

Solarmodule und Wechselrichter sind für lange Laufzeiten ausgelegt und liefern über viele Jahre zuverlässig Sonnenstrom. Die ersten Photovoltaikanlagen sind seit den Neunzigerjahren am Netz. Ein stärkerer PV-Ausbau fand erst mit dem 100.000 Dächer-Programm und den Förderungen des EEG ab dem Jahr 2004 statt. Da die meisten Anlagen eine Lebensdauer von über 30 Jahren haben, ist also erst ab 2020 bis 2025 mit größeren Abfallmengen zu rechnen.

Wohin mit ausrangierten Solaranlagen?

Für die Komponenten von Solarstromanlagen gilt nun ebenfalls die Regelung, dass diese vom Hersteller zurückgenommen werden müssen. Das Hamburger Unternehmen Take-e-way GmbH unterstützt viele Produzenten bei diesem Prozess und kümmert sich um die Entsorgung von Elektrogeräten – unter anderem auch von PV-Anlagen.

190 Euro pro Tonne lässt sich für defekte Solarmodule als Wert ermitteln, so Oliver Friedrichs, Geschäftsführer von Take-e-way. Das liegt daran, dass kristalline Module komplett recycelt werden können, die gewonnen Rohstoffe werden anschließend wieder verkauft.

Wechselrichter und Module werden recycelt

Für die unterschiedlichen Modul-Bestandteile gibt es verschiedene Recycling-Prozesse. Auch die Firma Exner Trenntechnik GmbH in Niedersachsen hat sich auf die Entsorgung von Modulen spezialisiert. Die alten oder defekten Module werden zunächst fein zerkleinert, ihre einzelnen Bestandteile (Glas, Metalle und Kunststoff) dann voneinander getrennt und weiterverarbeitet.

Wechselrichter-Hersteller unterlagen dieser Regelung bereits vor den Modul-Produzenten. In Deutschland müssen sich alle Hersteller mit ihren Gerätetypen bei der Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) registrieren lassen. Rücknahme und Recycling der alten Geräte können so kontrolliert werden.

In Deutschland wurden bereits verschiedene Sammelstellen eingerichtet. Wer seine Anlage entsorgen möchte, sollte sich bei der Deinstallation aber fachkundige Unterstützung holen oder sie direkt vom Fachhandwerker vor Ort durchführen lassen.

Update: Was ab 1. Februar 2016 zu beachten ist

Hersteller von Modulen und sogenannte Erstinverkehrbringer (wie etwa Importeure) müssen ab Februar den oben genannten gesetzlichen Pflichten nachkommen. Konkret heißt das: Sie müssen alle Marken und Geräte bei der Stiftung EAR registrieren, jährlich eine finanzielle Garantiesicherheit nachweisen und für Rücknahme und Entsorgung von Altgeräten sorgen. Wichtig für Fachhandwerker ist, dass sie nur Geräte registrierter Hersteller anbieten dürfen. Hilfe und Beratung für das Solarhandwerk bietet der BSW Solar an.

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Jan Ackerhans

Mitarbeiter der Abteilung Agrarmarkt und Erneuerbare Energien, bloggt über aktuelle Themen rund um die Energiewende.

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