Erbschaft – annehmen oder ausschlagen?

Erbschaft – annehmen oder ausschlagen?
27. Jan 2016

von Suitbert Monz

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Eine Erbschaft ist zunächst eine positiv besetzte Angelegenheit. Dennoch gibt es Fälle, in denen man genau prüfen sollte, ob man das Erbe annehmen oder ablehnen will. Das gilt umso mehr, je weniger man dem Erblasser nahe stand.

Insbesondere dann, wenn nicht klar ist, ob der Verstorbene Schulden hinterlassen hat, sollte man sich eingehend mit dessen Nachlass auseinander setzen, bevor man eine Entscheidung trifft. Dies sollte innerhalb von sechs Wochen, nachdem man von der Erbschaft erfahren hat, erfolgen. Nach dieser Frist gilt das Erbe automatisch als angenommen.

Im Vorhinein genau prüfen

Wenn man einmal eine Erbschaft angenommen hat, ist es schwierig, dies rückgängig zu machen. Zwar ist es möglich, die Annahme des Erbes anzufechten, allerdings braucht man hierzu triftige Gründe. Kann man beispielsweise nachweisen, dass man über bestimmte Teile des Erbes nicht Bescheid wusste, ist es möglich, vom Erbe zurückzutreten.

Hinzu kommt, dass man entweder das gesamte Erbe annehmen oder alles ablehnen muss. Wer ein Erbe ausschlägt, der verzichtet auch auf den ihm zustehenden gesetzlichen Pflichtteil. Darüber hinaus bedeutet ein verschuldetes Erbe nicht zwangsläufig, dass einem nur Nachteile entstehen. Eine Ausnahme gibt es aber: Wenn das Erbe mit einem Vermächtnis oder einer Auflage beschwert ist, kann es tatsächlich ausgeschlagen und der Pflichtteil verlangt werden.

Hilfe von außen

Grundsätzlich gilt, dass der Erbe für etwaige Schulden mit seinem Privatvermögen aufkommen muss. Wer sich selbst einen Überblick über das Erbe verschafft, läuft Gefahr, etwas zu übersehen und schließlich doch haften zu müssen. Auf der sicheren Seite ist man daher mit einem Nachlassverwalter.

Dieser ordnet das gesamte vorhandene Vermögen und bezahlt alle Schulden von dem Erbe. Unter Umständen bleibt dann auch noch etwas für den Erben übrig, das dieser dann ausgezahlt bekommt. Bei Schulden sollte man also nicht automatisch das gesamte Erbe ausschlagen.

Hat man das Erbe angenommen und tun sich Schulden auf, die man nicht anfechten kann, bedeutet das immer noch nicht, dass man dafür aufkommen muss. In diesem Fall kann man ein Nachlassinsolvenzverfahren beantragen. Das Verfahren ist in solchen Fällen meist die letzte Rettung, allerdings ist es mit Aufwand verbunden.

Gerade wenn man von einem entfernteren Verwandten oder aus dem Bekanntenkreis erbt, ist es also sinnvoll, sich rechtzeitig mit dem Erbe auseinanderzusetzen. Fachmännische Hilfe kann oft ratsam sein, um keine Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

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Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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