Fondgebundene Versicherungen in turbulenten Zeiten: Wie geht es weiter?

Fondgebundene Versicherungen in turbulenten Zeiten: Wie geht es weiter?
20. Nov 2020

von Eva Kuschfeldt

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Interview mit dem Fondsexperten Wolfgang H. Sander, Leiter des R+V-KompetenzCenters Fondsgebundene Rentenversicherungen (FRV) und Geschäftsführer der R+V Luxembourg.

Herr Sander, wir erleben gerade turbulente Zeiten. Das gilt für die Aktienmärkte und für Kunden fondsgebundener Versicherungen. Wie bewerten Sie die Lage?

Wolfgang Sander: Das Jahr 2020 wird sicherlich als eines der turbulentesten Jahre in die Geschichte eingehen. Dabei war vor allem die rasante Geschwindigkeit der Börsenreaktionen die große Überraschung. Während vergangene Börsenkorrekturen oft Monate oder sogar Jahre dauerten, passierte dieses Mal alles in wenigen Wochen.  Erst ging es über 30 Prozent runter und dann sahen wir wenig später schon wieder eine stürmische Erholung, die viel Phantasie einpreiste. Das war in dieser Geschwindigkeit für alle Marktteilnehmer neu.

Wie sind denn die Kunden mit ihren fondsgebundenen Versicherungen in diesen Zeiten gefahren?

Wer drin blieb und nicht panisch reagierte, kann jetzt schon wieder auf erfreulichere Zahlen blicken. Generell sollten Anleger bei Börsenschwankungen stets Ruhe bewahren. Denn auf lange Sicht zahlt sich ein solches Engagement aus. So sind auf Sicht von 10 Jahren alle 10 beliebtesten Fonds in unseren Policen zwei- oder sogar dreistellig im Plus. Das heißt: Für die Altersvorsorge zählt der Marathon, nicht der Sprint.

Trotzdem mal nachgefragt: Wie erging es denn Neukunden in dieser turbulenten Zeit?

Drei von vier Neukunden entscheiden sich für den ratierlichen Einstieg in ihre fondsgebundene Police. Diese Kunden haben jetzt im Verlaufe dieses volatilen Jahres viele Fondsanteile für ihr Geld bekommen und freuen sich heute meist über ein gutes Plus.

Haben Sie dazu ein Beispiel?

Wer am 1. Januar mit 100 Euro monatlichem Zufluss in den UniNachhaltigAktienGlobal startete, also  bis zum 1. Oktober in Summe 1.000 Euro, dessen  Wert der Anteile betrug am 1. Oktober  schon 1060,62 Euro. Und in dieser Berechnung ist das ganze Börsenjahr enthalten – mit höheren Kursen am Jahresanfang, dann mit dem Absturz im Frühjahr und der direkt einsetzenden Erholung. Es lohnt sich, gerade in einem Börsental konsequent weiterzusparen.

Sie haben gerade Nachhaltigkeit erwähnt. Wie wichtig ist dieses Thema heute?

Unter den zehn beliebtesten Fonds in unseren Policen waren im 3. Quartal vier Nachhaltigkeitsfonds. Immer mehr Kunden wollen in Zeiten des Klimawandels eben auch wissen, dass sie nicht nur ertragreich, sondern auch mit Verantwortung für ihre Enkel investieren. Deshalb erweitern wir unsere Produktpalette entsprechend – zuletzt um den UniRBA Duo Nachhaltigkeit.

Enkel ist ein gutes Stichwort. War da nicht auch etwas mit einem neuen Produkt?

Korrekt. Zum Juli führten wir die Produkte GenerationenKonzept+ und GenerationenPlanInvest+ ein, auch mit einer einfacheren Beratungsstrecke. Hier sehen wir eine große Nachfrage.

Was ist der Kern dieser beiden neuen Produkte?

Diese Produkte sind weniger Instrumente der eigenen Altersvorsorge oder des Vermögensaufbaus.  Als TermFix-Versicherungen sind sie vielmehr ideal zur Weitergabe von Vermögen in die nächste oder übernächste Generation. Viele unserer älteren Kunden stehen auf gesunden Füssen in ihrer eigenen Altersversorgung. Allerdings beschäftigt sie die Frage: Wie gebe ich Vermögen ohne großen Aufwand oder hohe Kosten zum Beispiel an die Enkel weiter. Hier bieten diese neuen Produkte Möglichkeiten der Vermögensweitergabe ohne Notar oder Testament. Dabei behält der Kunde zu Lebzeiten die Kontrolle über dieses Vermögen und kann die Begünstigung auch ändern. Nach seinem Tod wird die Versicherungsleistung zu einem Wunschtermin, etwa zum 18. Geburtstag der Enkelin, übertragen. Diese Vermögensübertragung mit Kontrolle nutzen viele ältere Kunden gerne.

Kommen wir aber nochmal zur Altersvorsorge zurück. Was ist da Ihr Rat?

Nutzen Sie die Chancen der Aktienmärkte mit einer Fondspolice. Das lohnt sich auch in turbulenten Zeiten. Dabei hilft sogar der Staat. Zum Beispiel für die Basisrente, die nicht nur für Selbstständige, sondern auch für gutverdienende Angestellte attraktiv ist. Die auch Rüruprente genannte Rente wird staatlich gefördert und bietet dieses Jahr 90 Prozent Steuerabzug, 2021 sogar 92 Prozent. Bei Spitzensteuersatz und Soli kommen so bei 10.000 Euro Einzahlung 4.000 Euro Steuerrückzahlung heraus. Also 10.000 Euro brutto investieren und netto nur 6.000 Euro dafür aufbringen. Die 10.000 Euro kann man dann in unserer VR-Rüruprente in aussichtsreiche Fonds investieren, etwa in Nachhaltigkeitsfonds, und das Vermögen einfach wachsen lassen.

Also im Fazit: Sie sind trotz der turbulenten Zeiten zuversichtlich?

Ja, ganz eindeutig. Zuversichtlich sowohl für unsere Kunden als auch für fondgebundene Versicherungen. Denn diese Fondspolicen bieten einen eindeutigen und nachvollziehbaren Nutzen für die Altersvorsorge.

 

Das Interview führte Frank Senger, Konzern-Kommunikation

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Fondgebundene Versicherungen in turbulenten Zeiten: Wie geht es weiter?
Eva Kuschfeldt

Redakteurin in der Konzern-Kommunikation, bloggt über eigene Erlebnisse im Unternehmen, Themen der Konzern-Kommunikation und soziale Projekte bei R+V

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