Für die Vorsorge ist es nie zu spät

Für die Vorsorge ist es nie zu spät
6. Jun 2019

von Dr. Karsten Eichner

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Altersvorsorge plant man am besten langfristig. Doch auch mit 50 oder später lohnt es sich, noch etwas für die Rente zu tun. Aber was? Das verrät Vorsorge-Experte Christian Kaiser.

Christian, was ist das optimale Alter, um mit der Altersvorsorge zu beginnen?

Christian Kaiser

Kaiser: Generell gilt: je früher, desto besser. In der Regel ist das während oder nach der Ausbildung oder im ersten Job. Über die vielen Jahre und Jahrzehnte bis zur Rente ist dann der Zinseszinseffekt am stärksten, so dass schon regelmäßige kleine Beträge eine große Hebelwirkung erzielen können. Aber auch und gerade mit Anfang oder Mitte 50 lohnt sich ein Blick auf das Thema. Dann sind oft die Kinder aus dem Haus, die Immobilie ist abbezahlt und man hat finanziell wieder mehr „Luft“. Ein guter Zeitpunkt, den eigenen Ruhestand finanziell zu optimieren und auch zu überlegen, was man im Alter eigentlich noch für Ziele und Wünsche hat. Wie eine solche Ruhestandsplanung aussehen kann, sieht man zum Beispiel hier: www.vorsorge-vorbilder.de

Aber wie kann das denn ganz konkret aussehen?

Kaiser: Die entscheidende Frage ist: Reicht mein Geld auch im Alter, um meinen gewohnten Lebensstandard zu halten, und zwar Monat für Monat bis zum Lebensende? Sprich: Wie hoch ist mein lebenslanges regelmäßiges Einkommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung und eventuell noch aus anderen Quellen? Falls man merkt, dass das später vermutlich eng wird, kann man die monatlichen Einkünfte jetzt noch zusätzlich aufstocken. Zum Beispiel mit einer privaten Rentenversicherung. Auch mit Anfang oder Mitte 50 kann man noch anfangen, eine solche Rente anzusparen. Dafür ist es praktisch nie zu spät. Allerdings sind die Raten natürlich höher, als wenn man mit 25 oder 30 Jahren angefangen hätte. Die Alternative: Eine größere Einmalzahlung, zum Beispiel aus einer Erbschaft oder einer frei werdenden Lebensversicherung.

Wie gehe ich das Thema denn am besten an?

Kaiser: Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme, ein Kassensturz: Was kann ich später an monatlichen Leistungen erwarten, aus der gesetzlichen Rentenversicherung und aus privaten Verträgen? Und welche persönlichen Ansprüche habe ich im Alter: Will ich reisen, will ich mir etwas gönnen? Ist eine eigene Immobilie vorhanden, oder muss ich auch im Alter Miete zahlen? Habe ich für den Pflegefall vorgesorgt? Aus diesen ganzen Parametern errechnet sich der konkrete finanzielle Bedarf. Experten helfen dabei, die optimale Vorsorge-Strategie zu entwickeln, und zwar für jedes Alter. Der wichtigste Tipp ist daher: Holen Sie sich kompetenten Rat – zum Beispiel bei Ihrer Volksbank oder Raiffeisenbank.

Ein Experten-Interview mit Christian Kaiser sehen Sie beim Nachrichtensender n-tv.

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