Fußballmärchen wird Wirklichkeit

Fußballmärchen wird Wirklichkeit
4. Dez 2019

von Caroline Dorn

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Große Stadien und fremde Länder. Wie unser R+V-Werksstudent Aaron Krüger Teil einer Nationalmannschaft wurde.

Von der siebten Liga in die Nationalmannschaft: Aaron Krüger ist Stürmer beim SV Wiesbaden. Doch im vergangenen Jahr begann für ihn ein internationales Fußball-Abenteuer: Er schaffte den großen Sprung ins Nationalteam von Guam, einem US-amerikanischen Militärstützpunkt im westlichen Pazifik. Ein Happy End blieb leider aus, Guam konnte sich nicht weiter qualifizieren.

„Das ist schon Wahnsinn in einem so großen Stadion. Man fühlt sich wie im Film“, sagt Krüger. Normalerweise spielt der Stürmer beim SVW vor 200 bis 300 Zuschauern, im Tianhe-Stadion in Guangzhou waren es circa 41.000.

Von Aufregung keine Spur: Aaron Krüger vor dem Spiel gegen China

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Vom ‚Urlaubskicker‘ zum Nationalspieler

Wie kommt ein Student zu einem Platz im Kader einer Nationalelf? Krügers Vater stammt aus Guam und arbeitete für die US-Army. Die schickte ihn auf die Air-Base Wiesbaden-Erbenheim. So lernten sich seine Eltern kennen.

2016 besuchte er für sechs Wochen seine Familie in Guam. Um für seinen Heimatverein weiterhin fit zu bleiben, wollte er auch im Urlaub Fußball spielen. „Ich habe einfach Leute gesucht, mit denen ich Kicken kann“, erzählt Aaron Krüger. „Durch eine Google Suche bin ich dann auf den Verein ‚Rovers SC‘ gestoßen und hab die mal angeschrieben.“

Innerhalb kürzester Zeit war der Student Teil des Teams. „Der Kapitän, der gleichzeitig auch in der Nationalmannschaft spielte, hat mich dann irgendwann gefragt, ob ich Interesse habe für Guam zu spielen“, berichtet Krüger, „da war ich natürlich erstmal platt.“

„Mein Problem war die Fitness.“

Da der damalige Trainer ihn nicht einsetzen wollte und Guam wegen Korruptionsvorwürfen 2017 von der Fifa gesperrt wurde, erhielt der Student erst 2018 nach einem Trainerwechsel eine Chance.

Der neue Nationaltrainer erkannte sein Potenzial und holte ihn im November 2018 ins Trainingscamp nach Japan. „Dort musste ich jede Menge Tests machen. Sowohl physiologische als auch psychologische“, erklärt der Werksstudent. „Im sozialen Bereich und auch bei der Technik habe ich echt gut abgeschnitten. Mein Problem war die Fitness.“ Deswegen durfte der 30-Jähige auch nicht am WM-Qualifikations-Playoff gegen Bhutan teilnehmen.

Trotz Niederlagen happy: „Fußball kann Menschen zusammenbringen!“

Trotz Niederlagen happy: „Fußball kann Menschen zusammenbringen!“

Stattdessen hieß es trainieren, trainieren, trainieren und letztendlich kam dann doch der langersehnte Anruf: Krüger wurde für die wichtigsten Spiele in der WM-Qualifikation nominiert.

Fremde Kulturen und beeindruckende Stadien

Danach ging alles ganz schnell: Krüger flog zum ersten wichtigen Spiel nach China. Das Land ist als aufstrebende Fußballnation ein ernstzunehmender Gegner. Und auch die Dimensionen eines WM-Qualifikationsspiels waren beeindruckend für den Studenten: „Trotz dieser riesigen Zuschauer-Kulisse war ich gar nicht aufgeregt. Es war einfach eine tolle Stimmung im Team, alle waren gut drauf und freuten sich einfach, spielen zu können.“

Auch das zweite Spiel, gegen Syrien – das in Dubai stattfinden musste aufgrund des Krieges – ist ihm gut in Erinnerung geblieben: „Man hatte das Gefühl, die Syrer spielen für ihre Landsleute und versuchen sie ein wenig abzulenken. Das mitzuerleben ist ein ganz besonderes Gefühl.“

Leider kein Happy End

Auch wenn Krüger bei den ersten beiden Spielen nur auf der Bank saß, und sein Land leider verloren hat (7:0 gegen China und 4:0 gegen Syrien), konnte er am 16. November gegen die Malediven immerhin spielen. Aber auch bei diesem Spiel fehlte Guam die letzte Portion Glück, denn sie verloren 2:1.

Doch trotz der Niederlagen beschreibt Aaron Krüger die bisherigen Spiele als großartige Erfahrung: „Diese Länder und deren Kultur zu erleben, war wirklich beeindruckend. Das kann Fußball sehr gut: Menschen zusammenbringen.“

Seine sportliche Seite zeigt uns Aaron in Blog-Artikel und Video:

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Caroline Dorn

Caroline Dorn, Volontärin in der Konzern-Kommunikation, bloggt über Geschichten aus dem Unternehmen und das soziale Engagement der R+V.

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