Gehaltsverhandlung: Allein die Leistung zählt

Gehaltsverhandlung: Allein die Leistung zählt
6. Mrz 2017

von Katharina Zehner

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Wer mehr Gehalt will, braucht gute Gründe und sollte sich auf die Verhandlung sorgfältig vorbereiten.

Noch nie hat es in Deutschland so viele Erwerbstätige gegeben wie im vergangenen Jahr. Auch bei den freien Stellen war das vergangene ein Rekordjahr.

Nun könnte man meinen, dass es in einer solch günstigen Situation für Beschäftigte leichter sein dürfte, in einer Gehaltsverhandlung mit seiner Forderung nach mehr Geld durchzukommen, als in einer schwachen Konjunktur.

„Daran glaube ich nicht“, sagt Claudia Kimich, Autorin des Ratgebers ‚Verhandlungstango – Schritt für Schritt zu mehr Geld und Anerkennung‘. Man tue sich eventuell leichter zu fragen, weil man meint, die Situation lasse es zu. „Über den Erfolg entscheidet im Wesentlichen, dass man seine Forderung gut begründet.“ Die äußeren Bedingungen spielen keine Rolle.

Gute Argumente sind das A und O

Argumente wie ‚alles wird teurer‘ oder ‚das Auto ging kaputt und ich brauche ein Neues‘, sind völlig wertlose Aussagen. „Das hat mit dem Gehalt nichts zu tun. Gehalt ist Leistung gegen Geld.“

Und wenn man seine Leistung vernünftig argumentieren kann, kann sich der Vorgesetzte nicht mit Killerphrasen wie ‚Gürtel enger schnallen‘ herausreden.

Ein Kunde, der kurz vor dem Absprung stand, den man halten konnte. „In solchen Fällen sollte man gleich reagieren und nicht warten mit seinem Wunsch nach mehr Gehalt, etwa bis zum regelmäßig stattfindenden Mitarbeitergespräch.“

Vorbereitung ist notwendig

Zur Vorbereitung auf die Gehaltsverhandlung empfiehlt Kimich, das Jahr über ein Projekt- oder Nutzentagebuch zu führen. „Schreiben Sie Ihre Erfolge dort auf in drei Spalten: Projekt, Ihr Anteil, Nutzen fürs Unternehmen oder den Chef.“

Wenn der nämlich selbstbezogen ist, sollte man nicht mit dem Nutzen fürs Unternehmen argumentieren, sondern ihm die Bühne bereiten für diese Leistung. Etwa dass er wiederum seinem Vorgesetzten von einem guten Projektabschluss berichten kann.

Eigenen Marktwert herausfinden

Wie viel man als Berufseinsteiger oder Erfahrener verdienen kann, findet man auf Onlineportalen, etwa bei gehalt.de.

Besser als diese kostenlose Information sind nach Meinung von Kimich Bezahlportale wie companize.de oder Personalmarkt.de. „Die Auskunft kostet dann eben 70 oder 80 Euro, dafür hat man aber eine verlässlichere Auskunft.“

Ein deutliches Zeichen, dass man zu wenig Gehalt verlangt hat, ist übrigens, wenn der Gesprächspartner sofort zusagt. „Aus der Nummer kommt man nur mit Schlagfertigkeit heraus, indem man etwa nachschiebt: „Meine Gehaltsforderung war netto oder sie bezieht sich nur auf die Probezeit.“

Wir wünschen Ihnen für Ihre nächste Gehaltsverhandlung viel Erfolg!

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Gehaltsverhandlung: Allein die Leistung zählt
Katharina Zehner

Mitarbeiterin Personalmarketing; bloggt über Personal- und Karrierethemen im Allgemeinen sowie Berufsbilder und Hinter den Kulissen Eindrücke bei der R+V.

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