Geschafft: Autonomer Bus fährt auf öffentlicher Straße

Geschafft: Autonomer Bus fährt auf öffentlicher Straße
13. Jun 2018

von Lena Neumann

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Testbetrieb, TÜV-Tests, Umbauarbeiten und Zulassungsbetrieb: Damit ein autonomer Bus eine Zulassung für den Straßenverkehr bekommen kann, sind viele Schritte und noch mehr Geduld nötig. Verena und Stefan vom InnoLab MO14 haben sich dieser Aufgabe mit Erfolg gestellt: Ihr selbstfahrender Kleinbus darf auf die öffentliche Straße.

Wir haben mit den beiden über die Herausforderungen des Projekts und die nächsten Schritte gesprochen.

Wie genau läuft eine Straßenzulassung für solch ein Fahrzeug ab?  

Verena und Stefan von MO14

Verena und Stefan von MO14

Verena: Kurz zusammengefasst: Viele Beteiligte, wenig rechtlicher Rahmen und technisches Neuland.

Hochautomatisierte Fahrzeuge sind überall Neuland, vor allem auch für die Genehmigungsbehörden. Bisher gibt es kaum erfolgreiche TÜV-Prüfungen und Prüfkriterien an denen sich orientiert werden kann. Der gesamte Prozess muss neu bedacht und durchlaufen werden. Wir haben dazu mit dem TÜV ein Lastenheft für hochautomatisierte Fahrzeuge entwickelt. Nach dem TÜV-Gutachten musste noch das Regierungspräsidium in Darmstadt und die Bündelungsbehörde in Marburg ran, bevor wir dann endlich mit allen Unterlagen in der Zulassungsstelle aufgelaufen sind, um den heißersehnten Stempel auf dem Kennzeichen zu erhalten.

Welche Umbaumaßnahmen mussten durchgeführt werden?

autonomer BusVerena: Für die Zulassung mussten natürlich alle Punkte des TÜV-Lastenhefts erfüllt sein. Rund 40 Umbauten haben uns zum Teil lange beschäftigt. Kleine Modifikationen wie das Ziehen von Erdungskabeln oder auch das Umprogrammieren der Lichtanlage waren leicht umsetzbar und somit schnell erledigt. Sehr lange gekämpft haben wir mit dem Umbau des Bremssystems – es mussten sowohl Anpassungen an der Hard- als auch an der Software vorgenommen werden. Bis der TÜV grünes Licht für die Lösung des Herstellers gegeben hat, sind tatsächlich sechs Monate vergangen.

Auf welcher Strecke seid ihr nun unterwegs?

Stefan: Um überhaupt starten zu können, müssen wir alle nur erdenklichen Risiken auf einer Fahrtstrecke berücksichtigen. Aus diesem Grund beginnen wir mit kleinen Schritten, um uns an größere Herausforderungen heran zu tasten. Was für den Betrachter eher unspektakulär wirkt, gibt nicht nur uns, sondern auch den Prüfinstanzen Sicherheit, neue Zugeständnisse zu machen. So wollen wir Schritt für Schritt den Schwierigkeitsgrad erhöhen, ohne dies auf Kosten der Sicherheit zu tun.

Wie geht es nun weiter?

Stefan: Vorerst wird das selbstfahrende Shuttle für Besuchergruppen der R+V zur Verfügung gestellt. Wer möchte, wird in den kommenden Wochen Gelegenheit haben, eine Runde zu drehen. Uhrzeiten werden in Kürze kommuniziert oder ihr sprecht uns einfach an. MO14 arbeitet momentan an einem spannenden, neuen Testfeld mit interessanten Partnern, in einer benachbarten Landeshauptstadt. Darüber hinaus ist die Anbindung der R+V Gebäude, vor allem der Akademie, ein echter Schmerz für R+V. Vielleicht können wir einen kleinen Beitrag zu dieser Problemlösung leisten.

Wir drücken Euch dafür die Daumen, Danke fürs Gespräch!

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Geschafft: Autonomer Bus fährt auf öffentlicher Straße
Lena Neumann

Social Media Manager; bloggt über Neuigkeiten aus dem Unternehmen, der Versicherungswelt und über das Engagement bei Joblinge.

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