Ein Zuhause für Grashüpfer

Ein Zuhause für Grashüpfer
15. Mai 2020

von Eva Kuschfeldt

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Neben den Bürogebäuden in Wiesbaden entsteht eine „Grasshopper-Area“ – eine Oase für Insekten und Vögel. Das fördert die Artenvielfalt und ist zugleich ein Forschungsprojekt.

Noch stehen Chefgärtner Steffen Best und Denise Schwalbach aus dem Umweltmanagement-Team auf einer großen Fläche brauner Erde. Doch schon im Sommer soll sich nach dem Willen der beiden hier eine grüne Wiese mit vielen Gräsern und Kräutern sowie Insekten und Vögeln befinden. „Grasshopper-Area“ heißt ihr Projekt gleich am Raiffeisenplatz in Wiesbaden. Auf rund 400 Quadratmetern haben die beiden eine Blühwiese mit rund 50 verschiedenen Kräuterarten angelegt.

Noch eine braune Fläche, aber schon bald ein grünes Zuhause für Insekten und Vögel: die geplante Blühwiese neben den R+V-Gebäuden in Wiesbaden.

Noch eine braune Fläche, aber schon bald ein grünes Zuhause für Insekten und Vögel: die geplante Blühwiese neben den R+V-Gebäuden in Wiesbaden.

Rettungsinseln für Insekten und Vögel

„Blühwiesen sind kleine Rettungsinseln für Insekten und Vögel“, erklärt Schwalbach, die parallel zum Job bei der R+V Landwirtschaft und Umwelt in Bingen studiert. Die Grasshopper-Area ist zugleich Projekt im Fachbereich Agrarwissenschaften. „Je naturbelassener eine Wiese ist, umso mehr Insekten leben dort. Das wiederum erhöht die Zahl der dort lebenden Vogelarten. Und von dieser größeren Vielfalt profitieren wir alle.“

Steffen Best, der das Projekt „Grasshopper-Area“ mitentwickelt hat, ergänzt: „Wegen des Bienensterbens haben wir bei den R+V-Gebäuden schon immer auf eine insektenfreundliche Bepflanzung geachtet.“ Auch deshalb überlasse die R+V bereits seit einigen Jahren 5.000 der rund 30.000 Quadratmeter Rasenfläche am Raiffeisenplatz fast sich selbst. Damit sich noch mehr Tiere ansiedeln, hat das Gärtnerteam rund 60 Nistkästen für Vögel und Fledermäuse sowie mehrere Insektenhotels aufgestellt. Jetzt soll die Blühwiese für zusätzliche Artenvielfalt sorgen – auch Biodiversität genannt.

Ob beziehungsweise wie viel vorteilhafter eine Blühwiese für die Artenvielfalt ist, prüft Denise Schwalbach im Sommer. Im Juni und Juli wird sie Anzahl sowie Art der Insekten und Vögel zählen. Dieselben Zahlen sammelt sie für die ungemähten und die regelmäßig gemähten Grünflächen rund um den Raiffeisenplatz.

Biodiversität

Biodiversität ist die biologische Vielfalt, wobei sowohl die Flora als auch die Fauna mit inbegriffen sind. Die Biodiversität ist die Grundlage der Leistungen der Natur, die das menschliche Leben überhaupt erst ermöglichen. Darunter fallen zum Beispiel die Nahrungsmittelproduktion und die Bestäubungsleistung. Auch die Bereitstellung von frischer Luft und die CO2-Speicherung zählen dazu. Je vielfältiger die Lebensräume sind, desto besser können diese Leistungen bereitgestellt werden.

Laut dem Bundesumweltministerium nimmt die Biodiversität weltweit kontinuierlich ab: So sank die Gesamtzahl der aller Arten zwischen 1970 und 2000 um 40 Prozent. Hauptursachen sind die Versiegelung von Flächen und landwirtschaftliche Monokulturen. Besonders Insekten sind von den Folgen des Biodiversitätsverlustes betroffen. Das Bundesamt für Naturschutz beobachtet bei 45 Prozent der untersuchten Insekten (3.086 Arten) einen langfristigen Rückgang.

 

Gastbeitrag von Frank Senger, Konzern-Kommunikation

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Ein Zuhause für Grashüpfer
Eva Kuschfeldt

Redakteurin in der Konzern-Kommunikation, bloggt über eigene Erlebnisse im Unternehmen, Themen der Konzern-Kommunikation und soziale Projekte bei R+V

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