Ist zu langes Sitzes wirklich schlecht?

26. Okt 2012

von Christian Diel

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Studien, Untersuchungen, Experimente – wir werden täglich überschwemmt von den Ergebnissen kluger Köpfe aus aller Welt. Und nicht selten möchte man einer Studie zurufen: Hört sich echt toll und super-vernünftig an, lässt sich aber leider manchmal im Alltag nicht so recht umsetzen. So ähnlich geht es unserer Autorin Michaela Ansems auch mit dieser Studie…

Sitzen ist was Schlechtes ­- das jedenfalls besagt eine amerikanische Studie. Ja klar, Sitzengeblieben, sitzengelassen, oder versetzt werden – alles ziemlich schlecht. Aber sitzen an sich? Find ich eigentlich ganz bequem.

So im Bus nach der Arbeit und dann noch vorm Fernseher und – wer weiß – vielleicht trifft man sich ja noch zum gemütlichen „Beisammensitzen“ in der Kneipe am Eck. Aber die Wissenschaftler machen uns „Sitz-Nomaden“ jetzt mächtig Angst:

Sie haben rausgefunden, dass es einen „kausalen Zusammenhang zwischen zu langem Sitzen und der Sterblichkeit gibt“. Will sagen: Je länger Menschen täglich sitzen, desto früher werden sie ewig liegen.

Weniger sitzen …

7,7 Stunden täglich sitzt der industrialisierte Mensch durchschnittlich sagen die Verfasser der Studie und mit drei Stunden weniger am Tag würden wir „Sitzsäcke“ unser Dasein im Schnitt um ganze zwei Jahre erhöhen. Das ist natürlich ein Angebot.

Darüber lässt sich nachdenken. Wie schaffe ich es aber (bei gleichzeitiger Vollbeschäftigung) drei Stunden weniger am Tag zu sitzen? Gehen wir die Optionen mal durch: Ich werde meinen Chef um Verständnis bitten, dass ich ab sofort mehr durch die Flure rennen werde, um die Kollegen zum Ratschen zu besuchen, auch und vor allem die, die weiter entfernt von meinem Büro ihr Sitz-Dasein fristen.

Ebenso werde ich die Teeküche und die Toilette künftig häufiger aufsuchen. Die Mittagspause, in der ich mein Essen laufenderweise (ist übrigens sehr ungesund und macht dick sagt eine andere Studie) zu mir nehme, wird auf 90 Minuten gestreckt.

Fernsehen werde ich künftig bei gleichzeitigem Umherlaufen und vielleicht noch dabei Telefonieren (da wird die Familie Luftsprünge vor Freude machen, immerhin auch Bewegung). Und die Absacker-Treffen mit Freunden verlege ich in Stehkneipen.

116 Jahre Lebenszeit

Alles zusammen genommen müsste sich so eine „Sitz-Einsparung“ von drei Stunden pro Tag erzielen lassen. Gehe ich davon aus, dass das Leben jeden Tag vorbei sein kann, könnten mir also die nächsten 20 Jahre so 40 Jahre mehr Lebenszeit bescheren, oder?

Dann komme ich bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 76 Jahren auf 116 Jahre.  Ach du liebe Zeit, auf den Schreck hin muss ich mich erst einmal setzen…

[Gastbeitrag von Michaela Ansems für die R+V BKK]

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Autor
Christian Diel

Teamleiter Kommunikation bei der R+V BKK und bloggt über Themen aus der Gesundheitswelt und der Kundenkommunikation.

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