Jobben neben dem Studium

Jobben neben dem Studium
11. Mai 2015

von Katharina Zehner

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Studenten sind fast immer knapp bei Kasse. Das gehört zu ihnen wie Möbel aus Schweden. Um sich diese und anderes leisten zu können, jobben zwei von drei Studenten. Weil sie müssen oder wollen – oder aus beiden Gründen. Aber Vorsicht: Wer zu viel verdient, zahlt am Ende drauf.

Eltern leisten den Hauptanteil der Studienfinanzierung. Laut Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks bekommen 87 Prozent der Studenten Geld von ihren Eltern, durchschnittlich 476 Euro pro Monat. An zweiter Stelle folgt Jobben. Zwei von drei Studenten tun das. Deren Einkommen beträgt im Durchschnitt 323 Euro. Die Erhebung stammt zwar aus dem Jahr 2012, aber die Angaben seien aktuell. Das teilt der Pressesprecher des Studentenwerks auf Nachfrage mit.

Es gibt viele Gründe fürs Jobben. Manche tun es, weil das Geld nicht reicht  nur ein Drittel der Studenten erhält Bafög. Andere arbeiten neben dem Studium, um berufliche Erfahrungen zu sammeln. So lernen sie Aufgaben, Branchen, Unternehmen kennen. Und wieder andere verbinden beides: Geld verdienen und vielleicht den zukünftigen Arbeitgeber finden.

Regeln, die Jobber beachten sollten

Für alle Arbeitnehmer und damit auch Studenten gilt, dass eine geringfügige Beschäftigung sozialversicherungsfrei ist. Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung müssen Mini-Jobber nicht abführen. Eine geringfügige Beschäftigung liegt dann vor, wenn der monatliche Verdienst unter 450 Euro liegt oder die Beschäftigung kurzfristig ist. Das Arbeitsverhältnis darf dann längstens drei Monate oder 70 Tage dauern. Der Unterschied dieser beiden Beschäftigungsarten besteht darin, dass eine geringfügig entlohnte Arbeit regelmäßig und die kurzfristige Arbeit gelegentlich ausgeübt wird.

Ist ein Praktikum in der Studienordnung vorgeschrieben, müssen Studenten keine Sozialversicherungsbeiträge leisten. Das ist unabhängig davon, wie viel sie verdienen, wie lange es dauert und wie hoch die wöchentliche Arbeitszeit ist. Freiwillige Praktika werden wie ein Minijob behandelt.

Werkstudenten haben ein Privileg. Wer während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche in einem Nebenjob arbeitet und dafür einen Werkstudentenvertrag hat, muss lediglich in die Rentenkasse einzahlen. Von den anderen Sozialversicherungen ist er befreit, unabhängig vom Verdienst und der Praktikumsdauer.

Bafög-Empfänger dürfen nicht mehr als 4880 Euro brutto im Bewilligungszeitraum pro Monat verdienen. Was darüber liegt, wird vom Förderbetrag abgezogen.

Einkommensteuer muss nur bezahlen, wer mehr als 8.472 Euro jährlich verdient. Diese Grenze heißt Grundfreibetrag.

Kranken- und Pflegeversicherung müssen Studenten nicht zahlen, solange sie jünger als 25 Jahre sind. Bis dahin sind sie beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung ihrer Eltern familienmitversichert. Sind beide Eltern privat versichert, muss sich auch der Student privat versichern. Doch es gibt spezielle und besonders günstige Tarife für Studenten.

Weitere Informationen zu den Möglichkeiten der Studienfinanzierung.

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Jobben neben dem Studium
Katharina Zehner

Mitarbeiterin Personalmarketing; bloggt über Personal- und Karrierethemen im Allgemeinen sowie Berufsbilder und Hinter den Kulissen Eindrücke bei der R+V.

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