Kapitalanleger bei einer Versicherung: „Zocker sind bei uns falsch“

Kapitalanleger bei einer Versicherung: „Zocker sind bei uns falsch“
21. Apr 2017

von Dr. Karsten Eichner

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Das Anlegermagazin portfolio institutionell hat die Kapitalanleger der R+V Lebensversicherung jüngst mit der Auszeichnung „Beste Versicherung“ geehrt. Doch was macht eigentlich ein Kapitalanleger einer Versicherung genau? Wir haben nachgefragt bei Portfoliomanager Bent Ole Hansen (31).

Bent Ole Hansen

Bent Ole Hansen, Portfoliomanager

Herr Hansen, bitte beschreiben Sie doch einmal in drei Sätzen Ihre Arbeit.

Wir kümmern uns um das Geld unserer Kunden und legen es möglichst gut an – allein für die R+V Lebensversicherung AG mittlerweile fast 50 Milliarden Euro. Dabei stehen für uns zwei Dinge im Vordergrund: zum einen die Sicherheit unserer Leistungsversprechen, und zum anderen ein auskömmlicher Ertrag für unsere Kunden.

Sicherheit und hoher Ertrag sind in der Kapitalanlage ja Gegensätze. Wie bekommen Sie den Spagat hin?

Durch eine intelligente Kombination aus sicherheits- und ertragsorientierten Anlagen. Wir verfügen einerseits über ein breit gestreutes Kernportfolio mit sehr sicheren Anlagen. Gleichzeitig analysieren wir die weltweiten Finanzmärkte nach lukrativen Risikoprämien, die wir für eine Investition als sinnvoll erachten. Das machen wir über verschiedene Assetklassen hinweg. Das Niedrigzinsumfeld zwingt uns dabei, umtriebiger zu werden und uns immer wieder neue Sachen anzuschauen. Wir achten aber stets darauf, Risiken zu begrenzen und trotzdem eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften. Wichtig ist eben, die Risiken gut zu managen. Da haben wir eine große Erfahrung.

Was ist dabei Ihr Geheimrezept?

Ein Geheimrezept gibt es eigentlich nicht. Aber als Versicherer haben wir – anders als zum Beispiel Fondsgesellschaften – einen viel längeren Anlagehorizont. Das ist für uns und für unsere Kunden ein Riesenvorteil. Er versetzt uns in die Lage, über Wirtschaftszyklen und kurzfristige Turbulenzen an den Kapitalmärkten hindurchzuschauen und diese – in Abhängigkeit von unserem Analyse-Ergebnis – auszuhalten. Natürlich steht über allem unser ausgereiftes Risikomanagement: Wo nötig, sichern wir unsere Geschäfte hinreichend ab, zum Beispiel mit Derivaten. So können wir bei allen Investments Chance und Risiko passgenau zuschneiden. Wir machen nur Dinge, die wir auch verstehen und managen können. Wer zocken will, ist bei uns falsch.

Ist das schon alles?

Nein, natürlich hilft uns auch die große Finanzstärke von R+V. Dadurch können wir antizyklisch agieren. Wir schielen nicht auf den kurzfristigen Gewinn, sondern investieren strategisch. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist dabei auch unser Team: Neben „alten Hasen“ findet man hier auch relativ junge Portfoliomanager wie mich. Innerhalb des Teams pflegen wir einen engen Austausch und profitieren dabei jeweils vom Wissen der anderen Teammitglieder. Ich kümmere mich vor allem um die internationalen Währungsmärkte.

Wie genau läuft Ihr Arbeitstag ab?

Für gewöhnlich verschaffe ich mir schon zu Hause kurz nach dem Aufstehen einen ersten Überblick. Mein Smartphone verrät mir, welche News es über Nacht gab und wie sich diese auf die internationalen Währungsmärkte auswirken. Im Büro geht es dann darum, ob oder wie sich die Lage insgesamt verändert hat und ob wir unsere Anlagestrategie fallweise nachjustieren müssen. Infos sammeln, Infos bewerten, daraus die richtigen Anlage-Entscheidungen ableiten und diese dann auch umsetzen – das ist der Hauptteil meiner Tätigkeit. Dazu gehört für mich, die trendbestimmenden Aspekte von den kurzfristigen Einflussfaktoren zu unterscheiden.

Letzte Frage: Haben Sie einen guten Tipp für Privatanleger?

Ja, man sollte viel Geduld haben und auf lange Sicht planen. Wichtig ist es, sich nicht von Emotionen verleiten zu lassen, sondern seine Anlageentscheidungen nach möglichst objektiven Gesichtspunkten zu treffen. Eine breite und intelligente Streuung der Einzelinvestments hilft dabei, auch in turbulenten Zeiten einen langen Atem zu behalten. Ein bisschen ist das wie beim Marathonlauf: Wem unterwegs die Puste ausgeht, der schafft es eben nicht bis ins Ziel.

Herr Hansen, vielen Dank für das Gespräch!

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