Karriereplanung – vertikal ist vorbei

Karriereplanung – vertikal ist vorbei
7. Okt 2019

von Anna Lena Schwartz

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Karrieren verlaufen heute wie Klettergerüste auf Kinderspielplätzen: zur Spitze führen viele Wege. Der richtige Zeitpunkt und die damit verbundenen Ziele sind ausschlaggebend für einen Wechsel. Einen Fahrplan dafür gibt es auch.

Karrieren gehen neue Wege. Früher gab es nur eine vertikale Richtung: rauf oder runter. Solche Kaminkarrieren sind heute passé. Das Bild der Leiter hat ausgedient und ist ersetzt durch Klettergerüste, so wie wir sie von Kinderspielplätzen kennen. Häufig haben diese Kletternetze die Form einer Pyramide. Es geht nach oben und unten, links und rechts und rundherum. So verlaufen heute Karrieren. Einbahnstraßen sind geschlossen.

Bessere Bedingungen

Karriere bedeutet auch nicht mehr zwangsläufig hierarchischen Aufstieg. Mehr Verantwortung, mehr Mitarbeiter, mehr Geld. Immer häufiger richten Menschen ihren Job auf ihre aktuelle Lebensphase aus. Dabei geht es weniger um den Aufstieg, als vielmehr darum, die Rahmenbedingungen für die Arbeit zu verbessern, etwa mit flexiblen Arbeitszeiten. Chancen zur Veränderung gibt es genügend, denn der gute Arbeitsmarkt lässt leicht Wechsel zu, viele Unternehmen suchen neues Personal. Mit den Alternativen sinkt jedoch die Loyalität auf beiden Seiten.

Günstiger Zeitpunkt

Karriere kann man nicht erzwingen, aber man kann sie begünstigen. Etwa wenn man zum richtigen Zeitpunkt wechselt. Der ist da, wenn ein großes Projekt erfolgreich abgeschlossen ist – und etwas Neues kommen muss, weil das Alte vorbei ist. Dann sind Wechsel im Lebenslauf leicht vertretbar und gut begründbar. Problematisch wird das bei Wechseln, die wie eine Flucht erscheinen. Auch bei erzwungenen Wechseln, etwa Personalabbau im Unternehmen, ist die Verhandlungsposition um einen neuen Job eine schlechte.

Intern oder extern

Ideal ist die Konstellation für den wechselwilligen Mitarbeiter, wenn aus einer gesicherten Position nach einem erfolgreich durchgeführten Projekt Wechselgespräche stattfinden. Das kann genauso gut intern wie extern sein. Grundsätzlich bieten große Organisationen eher die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln als kleine.

Wachstum mit Wechsel

Bestimmend für einen Wechsel sind die Ziele, die damit verbunden sind: will man raus aus der Linie und hinein in eine Führungsfunktion oder in einen anderen Arbeitskontext, etwa als Expatriat ins Ausland, vielleicht in eine Querfunktion als Projektleiter? Eine generelle Antwort darauf gibt es nicht, denn sie ist immer situativ. Die nächste Stufe sollte einen wachsen lassen, so der Grundsatz. Auf Führungspositionen wird nachlassend spezielles Wissen erwartet, dafür zunehmend allgemeine Kompetenzen. Team-, Organisations- und Kommunikationsfähigkeiten zählen zu den wichtigsten. Sich darin zu stärken, ist ein guter Grund für einen Wechsel nach links oder rechts. Anschließend geht es leichter nach oben.

Komfortzone ist Karrierekiller

Karriereberater empfehlen, alle zwei bis drei Jahre die berufliche Situation zu überdenken, Für und Wider eines Wechsels abzuwägen und dann den Finger zu heben, wenn es intern ein interessantes Angebot gibt. Bekommt ein anderer den Vorzug, ist eine externe Bewerbung der nächste angemessene Schritt. Der ist nach 15-jährigem Betriebsjubiläum kaum mehr möglich. Bei so langer Verweildauer hat der Verbleib in der angenehmen Komfortzone die externe Karriere erledigt.

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Karriereplanung – vertikal ist vorbei
Anna Lena Schwartz

Mitarbeiterin Personalmarketing; bloggt über Karrierethemen und gibt Einblicke hinter die Kulissen der R+V als Arbeitgeber.

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