Körung von Hengsten

Körung von Hengsten
10. Nov 2015

von Ulrike Seim

2

Der Herbst ist für Besitzer junger und begabter Hengste eine besondere Zeit. Die Körkommissionen der verschiedenen Zuchtverbände in Deutschland sind zu dieser Zeit wieder auf der Suche nach „dem Spitzenvererber“.

Was ist eine Körung?

Soll ein Hengst zur Zucht eingesetzt werden, muss er gewisse Kriterien erfüllen und verschiedene Prüfungen ablegen. Damit ein Pferd zum leistungsgeprüften und gekörten Hengst wird, erfordert das einen nicht unerheblichen Aufwand für Pferd und Halter. Nach erfolgreicher Leistung ist dies aber eine über das Leben hinausgehende Ehrung.

Wie läuft eine Körung ab?

25 Zuchtverbände in Deutschland prüfen jährlich mehrere hundert Hengste auf ihre Tauglichkeit zum Deckeinsatz. Jeder Zuchtverband hat eine Prüfungskommission, die sich die 2 bis 2 ½ Jährigen Hengste bei einer Vorauswahl genauer ansehen. Kör- und Auswahlbestimmungensind von Verband zu Verband unterschiedlich.

Grundsätzlich kommt es bei der Vorauswahl insbesondere auf das äußere Erscheinungsbild (Typ, Körperbau), den Gesundheitszustand, den Bewegungsablaufs und die Abstammung des Hengstes an.

Wurde der Hengst zu der Körung zugelassen, muss er sich beweisen. Eingehend beurteilt werden die Korrektheit des Körperbaus, der Raumgriff der Bewegungen sowie der Schwung der Bewegungen. Die Pferde werden zur besseren Beurteilung des Gangwerkes frei laufen gelassen . Das Springtalent eines Hengstes wird beim Freispringen begutachtet. Hierbei kommt es weniger auf die überwundene Höhe als auf das Verhalten vor, zwischen und über den Sprüngen an.

Zum Abschluss einer Körung wird der beste Hengst, der Körsieger, ermittelt.

Gekört und was passiert nun?

Hat der Hengst die Körkommission überzeugt und erfüllt dieser die Voraussetzungen für die Eintragung in das Hengstbuch, gilt er als gekört. In einem zweiten Schritt nimmt der gekörte Hengst an einer Leistungsprüfung teil. Reitpferde und Reitponys unterziehen sich dann einer sogenannten Hengstleistungsprüfung.

Unterteilt wird diese Prüfung in einen 30- bzw. 70-tägigen Leistungstest. Bei diesen Tests wird neben der Rittigkeit, dem Bewegungsablauf auch die Springveranlagung geprüft.

Auch die „inneren Werte“ spielen bei diesen Langzeittests eine große Rolle. Der Charakter, das Temperament, die Leistungsbereitschaft und die Konstitution werden bewertet.

Als Resultat erhält der Hengst dann eine Gesamtbenotung sowie eine Leistungsspezifika, ob sich das Pferd besonders für Dressur oder Springen eignet.

Ab 2016 ändern sich die Regelungen mit einem neuen sportorientierten Konzept für die Hengstleistungsprüfung.

Wie melde ich ein Pferd zur Körung an?

Am besten sollten Pferdebesitzer bei dem Zuchtverband anrufen, zu dem der Hengst gehört. Der Verband kann detailliert über die Bestimmungen und Termine der Vorauswahl informieren. Hier finden Sie weitere Tipps zur Vorbereitung für die Körung,

Gastbeitrag von Sabrina Kirn, Werkstudentin im Community Management

Schlagworte
empfehlen
empfehlen
Das könnte Sie auch interessieren
Autor
Körung von Hengsten
Ulrike Seim

Abteilung Produktmanagement; Pferdemanagement, bloggt über Themen rund um Ross und Reiter.

Alle Artikel des Autors
Kommentare

Patricia

17:03 10.01.2018

Hallo
Ich hätte da mal eine Frage….
Und zwar
Meine Freundin hat ein fohlen und er ist ein Hengst . Sie fragte mich ob sie eines Tages mit im auf die junghengste (zucht) schau gehen kann.
Er hat keine Abstammung. Soll angeblich ein werde Unfall sein.
Kann sie die schau den besuchen?? LG patricia

    Körung von Hengsten Suitbert Monz

    10:59 07.02.2018

    Hallo Patricia,
    diese Frage müssten Sie am besten direkt an den Veranstalter der Körung richten, er kann Ihnen sicher sagen, welche Abstammung nötig ist und wann Fohlen zugelassen werden.
    Viele Grüße, Suitbert Monz