Kuck‘ mal, was da fährt – Landwirtschaftsroboter im Einsatz

Kuck‘ mal, was da fährt – Landwirtschaftsroboter im Einsatz
14. Dez 2020

von Dr. Markus Berneiser

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Ist der Trend zu „größer, schneller, breiter“ unterbrochen? Durchaus möglich, denn Digital-Farming-Produkte und Robotik sind dem Entwicklungsstadium entwachsen und werden bereits in der Praxis eingesetzt. Die Einsatzbereiche von Landwirtschaftsrobotern sind vielfältig: Von schwer zugänglichen Weinbergslagen über Solarparks zwischen Photovoltaikmodulen bis hin zum Schwarmsystem auf großen Ackerschlägen. Aufgrund der multiplen Einsatzmöglichkeiten sind sie nicht nur für Großbetriebe, sondern auch für kleine und mittlere Betriebe interessant.

Digital Farming

Seit Jahren hält die Digitalisierung in der Landwirtschaft Einzug. Unter den Begriff „Digital Farming“ fallen digitale Ansätze wie das „Internet der Dinge“ (IdD), „Maschine-zu-Maschine-Kommunikation“ (M2M), Cloud-Computing, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) sowie Robotik in mobiler und stationärer Form. Das alles trägt zur Leistungs- und Effektivitätssteigerung in der Bewirtschaftung bei. Gerade Landwirtschafts­roboter stellen eine nutzenbringende Innovation im Bereich Mechanisierung und Automatisierung dar.

Ziel des Robotik-Ansatzes ist es, eine intelligente, ressourcenschonende und leistungsfähige Alternative zum kontinuierlichen Trend des Gewichtswachstums einzelner Großmaschinen darzustellen. Mit anderen Worten: Der Landwirt hat einen nicht müde werdenden kleinen Helfer an seiner Seite, der einen Teil seiner Aufgaben übernimmt, wodurch sich Zeit und Ressourcen einsparen und Erträge steigern lassen.

Einsatzmöglichkeiten von Landwirtschaftsrobotern

Autonome Landwirtschaftsroboter sind eher klein und verhältnismäßig leicht. Das bringt einige Vorteile mit sich: Aufgaben werden präziser ausgeführt, gleichzeitig ist weniger Energie für die Fortbewegung nötig. Durch das geringe Gewicht sind die Roboter bodenschonend und können flexibel, auch in hügeligen oder mit Bächen durchzogenen Landschaften eingesetzt werden. Pluspunkt für die Natur: Die Biodiversität erleidet keinen Schaden und wird gegenüber dem Einsatz herkömmlicher Großtechnik sogar verbessert. Sollen große Flächen bewirtschaftet werden, lassen sich die Landwirtschaftsroboter vernetzen und agieren im Schwarm. Die Vorteile des Einzelnen bleiben erhalten, gleichzeitig wird mehr Fläche in kürzester Zeit effektiv bewirtschaftet. Die kleinen Landwirtschaftsroboter werden meist elektrisch angetrieben, auch die Unterstützung über angebrachte Solarpanels ist möglich. Egal ob für die Sammlung von Daten (Anzahl und Zustand der Pflanzen, Schädlingsbefall, Verunkrautung), Pflanzenschutz, Düngung, Saat-, Mäh- oder Hack-Arbeiten – das Einsatzgebiet der Robotik ist vielfältig.

Digitalisierung – wenn der Segen zum Fluch wird

Kein Vorteil ohne Nachteil, denn die Automatisierung im Stall, auf dem Acker und im Büro, die Vernetzung der Wertschöpfungskette und der Einsatz von Robotik ist nur mit kostenintensiver Technik möglich. Und die unterliegt gewissen Risiken. Beispielsweise kann während des Einsatzes die Hardware beschädigt oder zerstört werden. Ebenso stellt das Abhandenkommen durch Einbruch-/ Diebstahl, Raub oder Plünderung ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar.

Steht die Technik aus einem der genannten Gründe nicht zur Verfügung, kommt es schnell zu Ernte- und Einnahmeausfällen. Hinzu kommen die Kosten für Reparaturen oder Wiederbeschaffung. Überlegenswert ist es deshalb, dieses finanzielle Risiko durch eine Versicherung zu minimieren.

Ein weiterer Aspekt ist die Cyber-Sicherheit. Voraussetzung für den einwandfreien Gebrauch der Landwirtschaftsroboter ist ein stabiles digitales Netzwerk. Die M2M-Kommunikation sowie die Vernetzung des gesamten betrieblichen IT-Systems muss dauerhaft gewährleistet sein. IT-Angriffe, Datenverlust oder -manipulation können zu Fehlern in der Ausführungs- oder Wertschöpfungskette führen und einen erheblichen Vermögensschaden für den Betrieb nach sich ziehen. Die Wiederherstellung ist kostenintensiv und meist nur durch ausgewählte, fachmännische Unterstützung möglich.

Unterm Strich lässt sich festhalten: Automatisierung, Digitalisierung und der Einsatz von Robotik ist für landwirtschaftliche Betriebe nützlich, effizienz- und gewinnsteigernd. Weil die neue Technik sehr kapitalintensiv ist, sollten Sie jedoch auch die Risiken im Blick behalten. Gehen Sie informiert und abgesichert einen Schritt weiter Richtung Digital Farming.

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Gastbeitrag: Anja Schneider
Bildquelle: Bernd Feuerborn, agrarheute

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