Die Kunst-Koffer kommen nach Wiesbaden

Die Kunst-Koffer kommen nach Wiesbaden
23. Feb 2018

von Dr. Karsten Eichner

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Mit der gemeinnützigen Aktion „Die Kunst-Koffer kommen“ werden Kinder individuell auf künstlerischem Wege gefördert – kostenfrei, im eigenen Stadtviertel, auf öffentlichen Plätzen.

Amador ist freischaffender Künstler, Maler und Bildhauer.

Amador ist freischaffender Künstler, Maler und Bildhauer.

Der freischaffende Künstler, Maler und Bildhauer Amador kniet auf dem Boden des Blücherspielplatzes im Wiesbadener Westend, vor ihm ein Tonklotz, um ihn herum eine Traube aus Kindern. Alle tragen buntgestreifte Hemden, offensichtlich schon vor einiger Zeit aus den Schränken der Väter aussortiert. Das gemeinsame Ziel für heute Nachmittag: aus dem schuhkartongroßen Klotz Kunstwerke formen.

Amador ist einer von acht Kunstschaffenden, die in Wiesbaden das Projekt „Die Kunst-Koffer kommen“ betreuen. In der hessischen Landeshauptstadt gibt es die Aktion seit 1999, viele andere deutsche Städte sind bereits nachgezogen.

Unter der Woche kommen Amador oder einer seiner Kollegen jeden Tag an wechselnde Orte, um mit Kindern Kunst herzustellen. Die Kinder müssen dazu nicht ihr Lebensumfeld verlassen: Die Kunst-Koffer kommen in ihren Stadtteil und unter freiem Himmel wird gemalt, gebastelt und gebaut.

Künstlerische Freiheit der Kinder steht an erster Stelle 

kunst-koffer schildAmadors Koffer, die aussehen, als hätten sie schon den ein oder anderen Kontinent bereist, sind bis zum Rand vollgepackt mit künstlerischen Utensilien: Pinsel, Ton, Holz, Muscheln, Korken, Tannenzapfen und vieles mehr. „Ich liefere nur das Material, aber mache keine Vorgaben“, erzählt Amador.

Sein besonderes Augenmerk liegt auf der persönlichen und freien Entfaltung der Kinder. Sie sollen ihrer Kreativität und Fantasie freien Lauf lassen. Die Betreuer begleiten die Kinder lediglich bei ihrem Kunstschaffen – aber auch nur dann, wenn die Kids danach fragen. Trotzdem kommt auch Amador an diesem Nachmittag ab und zu ein wenig ins Schwitzen, wenn er die Kleinen mit neuen Materialien bedient. Ein Junge haut energisch mit einer alten Nudelrolle seinen Tonklumpen flach. Auf die Frage, was er denn macht, blickt er nur kurz auf und antwortet mit einem Lächeln im Gesicht „Weiß ich noch nicht.“ Und schon ist er wieder in seine Arbeit vertieft.

kofferAlles, was die Kinder malen, bauen oder gestalten, dürfen sie mit nach Hause nehmen. Woher die Kinder kommen, ist vollkommen egal. Alle sind herzlich eingeladen, das offene Angebot der mobilen Jugendkunstschule anzunehmen. Was bei den Kunst-Koffern zählt, ist der gemeinsame Spaß am Kunstschaffen.

R+V unterstützt die gemeinnützige Aktion inzwischen seit zwei Jahren.

Gastautoren: Eva Kuschfeldt und Leonard Cohrs, KonzernKommunikation

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