Landwirt findet Diplom-Agraringenieurin

Landwirt findet Diplom-Agraringenieurin
29. Jul 2014

von Dr. Markus Berneiser

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Malte Ebeling ist 35 Jahre alt und Landwirt im Kyffhäuserkreis in Thüringen. Seine Frau Friederike, Diplom-Agraringenieurin, hat der ebenfalls studierte Agrarwissenschaftler nicht im Fernsehen, sondern im wahren Leben durch das Studium kennengelernt. Komplettiert wird die Familie durch ihren einjährigen Sohn Jost. Wir haben mit dem Paar darüber gesprochen, welche berufliche Qualifikation Betriebsleiter haben sollten und was sie von TV-Kuppelshows halten.

Friederike und Malte Ebeling bewirtschaften 1.400 Hektar Ackerland, 200 Hektar Grünland, betreiben  eine Mutterkuhhaltung und halten über den Sommer Enten und Gänse für Weihnachten. Seit 2011 leitet das Paar die agrar GmbH Seega-Wippertal in der Nähe von Sondershausen und beschäftigt elf Mitarbeiter.
Die beiden Geschäftsführer legen großen Wert auf eine gute Ausbildung und liegen damit voll im Trend. Nach Angaben des Bauernverbands haben 69 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebsleiter eine abgeschlossene Berufsausbildung, 10 Prozent bereits einen Hochschulabschluss.

Frau Ebeling, wie haben Sie Ihren Berufsweg in Richtung Landwirtschaft begonnen?

„Mein Mann und ich haben in Göttingen Landwirtschaft studiert. Mein Hang zur Landwirtschaft liegt in meiner Familie. Ich komme von einem Hof in Niedersachsen und meine Eltern haben uns Kindern die Landwirtschaft immer positiv vermittelt. So wollte ich dann später denselben Weg einschlagen. Mein Mann kommt nicht direkt aus der Landwirtschaft, aber auch aus einer landwirtschaftlich geprägten Familie. Die Ferien verbrachte er als Kind oft bei seinem Onkel auf dem Hof und lernte so die Landwirtschaft lieben.“

Was ist das Besondere an Ihrem Betrieb und worauf legen Sie viel Wert?

„In der Vergangenheit wurde unser Betrieb nicht gerade gut geführt und so lag vieles im Argen, als wir unseren Weg hier begannen. So streben wir danach, den Betrieb nicht nur zu führen, sondern ihn besser zu führen und optimal aufzubauen. Sowohl betriebswirtschaftlich, als auch in Dingen wie Personalführung und Außenwirkung. Nicht ganz einfach ist die Lage des Betriebes, da die Ackerflächen aufgrund ihrer Geographie nicht alle gleich zu bewirtschaften sind und sehr unterschiedliche Ansprüche ans Management stellen.“

Wie klappt die Zusammenarbeit im Betrieb?

„Wir ergänzen uns gut und sprechen uns ab, wer was zu tun hat. Vieles ergibt sich aber auch von selbst.“

Welchen Tipp würden Sie Anfängern mit auf den Weg geben, die einen Betrieb starten?

„Man muss viel Ehrgeiz und eine Zielvorstellung haben und darf den Mut auch bei Niederlagen nicht sofort verlieren.“

Wie finden sie die Darstellung von Landwirten in TV-Shows?

„Total blöd – dort wird die unterste Klientel unserer Berufsgruppe benutzt, um das Gesamtbild der Landwirtschaft ins Lächerliche zu ziehen. Die dort gezeigten Personen stellen nur noch eine ganz geringe Minderheit unter den Landwirten dar. Der moderne Landwirt von heute muss schon alleine, um überhaupt erfolgreich wirtschaften zu können, intelligent und gut bis sehr gut ausgebildet sein. Außerdem sind viele Landwirte auch sehr gut aussehend.“ (lacht)

Vielen Dank für das Gespräch!

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Kommentare

Hannah B.

16:51 30.07.2014

Endlich rückt jemand die Landwirte mal ins rechte Licht! Eine Schande, dass diese Berufsgruppe, obwohl sie eigentlich unverzichtbar ist, innerhalb der breiten Masse so wenig Anerkennung erfährt.