CeresAward: Wer wird Energielandwirt des Jahres 2021?

CeresAward: Wer wird Energielandwirt des Jahres 2021?
14. Sep 2021

von Dr. Markus Berneiser

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Diese Frage stellten sich Bettina Bischof von der Agentur für Erneuerbare Energien, Nicolette Emmerich von agrarheute und Dr. Matthias Baum, Leiter des AgrarKompetenzCenters der R+V, bei ihrer Jury-Tour Anfang August. In diesem Jahr ging es für die drei zur Besichtigung der Finalisten-Betriebe über Rheinland-Pfalz nach Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Der CeresAward zeichnet bereits zum achten Mal in Folge die besten Landwirtinnen und Landwirte aus dem deutschsprachigen Raum aus. In der Kategorie Energielandwirt wird ein besonderes Augenmerk auf  die Kombination aus Landwirtschaft und nachhaltiger Energieerzeugung gelegt. Die Finalisten dieses Jahr stellen wir im Folgenden kurz vor.

Hans Pfeffer, Odernheim am Glan

Hans Pfeffer inmitten von Obstbäumen. Die Früchte werden in der eigenen Kelterei verarbeitet.

Hans Pfeffer inmitten von Obstbäumen. Die Früchte werden in der eigenen Kelterei verarbeitet.

Die Bannmühle, der Bioland-Betrieb von Hans Pfeffer, hat zwei Hauptbetriebszweige: Der ökologische Obstanbau auf 15 Hektar mit eigener Kelterei und die Erhaltungszucht der bedrohten Nutztierrasse Glanrind auf 54 Hektar Grünland in ganzjähriger Weidehaltung. In seinem Hofladen werden die hofeigenen Produkte sowie ein breites Sortiment an Naturkostwaren angeboten. Doch das ist bei weitem nicht alles. Mit einer Wasserturbine und einer Photovoltaikanlage erzeugt die Bannmühle 350.000kWh Strom jährlich. Als Demonstrationsbetrieb für den Ökologischen Landbau öffnet der Hof regelmäßig Türen und Tore für Verbraucher und Verbraucherinnen, die einen Einblick in die Praxis der Landwirtschaft erhalten möchten.

Thomas Karle, Kupferzell-Füßbach

Thomas Karle (r.) erklärt Dr. Matthias Baum (l.) die Herstellung des Düngers aus dem Gärprodukt

Thomas Karle (r.) erklärt Dr. Matthias Baum die Herstellung des Düngers aus dem Gärprodukt

In Kupferzell im nördlichen Baden-Württemberg auf dem Betrieb von Thomas Karle dreht sich alles um die Gewinnung und die Veredlung von Biogas. Gespeist wird seine Biogasanlage überwiegend mit pflanzlichen Reststoffen wie Gemüsereste, Gülle, Mist und Maisstroh. Daraus werden Strom und Wärme produziert, mit der das heimische Dorf versorgt wird. Durch die Fermentation entsteht außerdem das Gärprodukt, welches wiederum in einem modernes Trocknungsverfahren zum nährstoffreichen NADU-Naturdünger umgewandelt wird. Insgesamt handelt es sich um einen vollständig geschlossenen Stoffkreislauf.

Josef Kneer, Büren Steinhausen

Das Konzept von Josef Kneer ist in vielerlei Hinsicht einzigartig.

Dr. Matthias Baum (l.) und Landwirt Josef Kneer (r.) vor dessen Agri-Photovoltaikanlage

Dr. Matthias Baum (l.) und Landwirt Josef Kneer vor dessen Agri-Photovoltaikanlage

Er bewirtschaftet ein innovatives Kombigewächshaus, in dem überwiegend Beeren produziert werden. Das Dach dieses Gewächshauses besteht nicht etwa aus Glas oder Plastik, sondern aus Photovoltaik-Modulen. Die 2.700 Solarmodule sind rund drei Meter über den Boden angebracht und lichtdurchlässig, sodass die Pflanzen ausreichend Sonnenlicht bekommen. Gleichzeitig werden sie vor extremer Hitze geschützt und der Boden bleibt feucht. Für den Verkauf der Beeren werden derzeit ein eigener Hofladen und ein Online-Shop aufgebaut.

Preisverleihung in der Nacht der Landwirtschaft

Alle Finalisten haben bereits gewonnen, denn sie werden mit ihren Familien zur Nacht der Landwirtschaft am 09.11.2021 nach Berlin eingeladen. Aber wer wird Energielandwirt des Jahres 2021? Dieses Geheimnis lüftet die Jury erst während der Galaveranstaltung – und bis dahin müssen sich die drei Bewerber noch gedulden. Aber ganz gleich ob Sieger oder Nominierter, der Beifall der 400 Gäste aus der Branche und Politik ist allen gewiss.

Gastbeitrag von Katharina Messer, Agrar Koordinatorin im R+V-AgrarKompetenzCenter

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