Woher kommt das Osterei?

Woher kommt das Osterei?
28. Mrz 2019

von Dr. Markus Berneiser

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Ostern steht vor der Tür und die Ladenregale sind seit Wochen mit Osterartikeln prall gefüllt: Süßigkeiten, Backwaren, Deko-Artikel und vieles mehr springt den Kunden quasi entgegen. Auch das klassischste aller Symbole, das Osterei, wird in unzähligen Variationen angeboten.

Woher kommt eigentlich der Osterbrauch, wofür steht das Osterei? Und vor allem, wo kommen die Millionen von Hühnereiern her?

Ursprung und Bedeutung

OstereiDas Ei gehört zu Ostern wie der Baum zu Weihnachten. Ostereier sowie das einst zum Frühlingsbeginn gefeierte Osterfest haben ihre Wurzeln im heidnischen Brauchtum – lange vor der christlichen Tradition. In das Christentum fand das Ei vermutlich im Hochmittelalter seinen Eingang – für die frühen Christen stand es als Sinnbild für Leben und Auferstehung.

Das Färben der Eier hat auch einen praktischen Hintergrund. In der Fastenzeit war den Gläubigen nicht nur der Fleischgenuss, sondern auch der Verzehr von Eiern verboten. Durch das Hartkochen wurden sie haltbar gemacht und somit über das Ende der Fastenzeit hinübergerettet. Um ältere Eier von jüngeren zu unterscheiden, wurden unterschiedliche Farben verwendet. Deshalb standen am Ostersonntag verschieden gefärbte Eier zur Verfügung.

Woher kommen die Eier und wie gelangen sie zum Verbraucher?

Die Deutschen essen gerne und viele Eier. 2017 lag der Eierverbrauch (Schaleneier und Eiprodukte wie Nudeln, Backwaren usw.) bei rund 19 Mrd. Stück. Das entspricht einem jährlichen Pro-Kopf-Verzehr von 230 Eiern. 72% des inländischen Gesamtverbrauches kommen aus heimischer Erzeugung (Selbstversorgungsgrad), der Rest wird über Importe abgedeckt. Wichtigster Handelspartner mit rund 72% der eingeführten Eier sind die Niederlande.

Im Jahr 2017 wurden 45,7 Mio. Legehennen gehalten, wovon ca. 63% in Bodenhaltung, rd. 19% in Freilandhaltung, ca. 11% nach ökologischen Gesichtspunkten und rd. 7% in Kleingruppen leben. Konsumenten, die gerne erfahren möchten, aus welcher Haltungsform, welchem Land und Betrieb die angebotenen Eier stammen, können die auf dem Ei aufgebrachte Printnummer auf der Website „Was steht auf dem Ei?“ eingeben und erhalten die gewünschten Herkunftsinformationen.

Der überwiegende Teil der Schaleneier (ca. 79%) findet über den Lebensmitteleinzelhandel und Discounter den Weg zum Kunden. Mengenmäßig von untergeordneter Bedeutung ist demgegenüber der Einkauf direkt beim Erzeuger (10%) und auf Wochenmärkten (ca. 5%). Nichtsdestotrotz haben beide Absatzkanäle ihre ökonomische Bedeutung, weil hierbei die Handelsspanne, die bei anderen Absatzwegen dem Zwischenhandel zufließt, beim Erzeuger bleibt. Zudem bietet der persönliche Kontakt zwischen Direktvermarkter und Konsument die Chance, gegenseitiges Verständnis und Vertrauen aufzubauen sowie Informationen rund um die landwirtschaftliche Produktion zu vermitteln. So entsteht ein direkter Bezug zur Region.

An Ostern steigt die Eiernachfrage sprunghaft

Zu Ostern hat der Eierverbrauch Hochkonjunktur – er erhöht sich von etwa vier Eiern pro Woche auf sieben Eier. Mit anderen Worten: Allein der Ostereierkonsum liegt bei 240 Millionen Stück. Unterstellt man eine durchschnittliche jährliche Legeleistung von rund 290 Eier je Henne, müssen alleine für das Osterfest knapp 830.000 Legehennen ganzjährig ‚arbeiten‘.

Frische Eier zum Färben verwenden

Zum Ostereierfärben sollten möglichst frische Eier gekocht werden. Die Frische lässt sich anhand des Legedatums berechnen: Mindesthaltbarkeitsdatum abzüglich 28 Tage = Legedatum. Und wer ein paar Eier zu viel gefärbt hat: Hart gekochte Eier halten sich im Kühlschrank mindestens zwei Wochen. Dass das keine neue Erkenntnis ist, wissen wir jetzt – denn sie ist der mittelalterliche Ursprung unseres schönen Osterbrauches.

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