Erfahrung ist gut: Leih-Oma

Erfahrung ist gut: Leih-Oma
7. Nov 2017

von Suitbert Monz

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Junge Eltern benötigen oft Unterstützung im Alltag. Bei der Betreuung der Kinder können sogenannte Leih-Großeltern eine gute Alternative darstellen. Wie aber finde ich eine Leih-Oma oder einen Leih-Opa und welche Aspekte muss ich unbedingt berücksichtigen, damit rechtlich alles geregelt ist?

Meine Tochter klingt verzweifelt. Seit sie nach der Geburt ihres Sohnes wieder halbtags arbeitet, läuft ständig etwas schief. Neuester Vorfall: Wasserrohrbruch im Bad. Die Wand vom Kinderzimmer muss aufgeschlagen werden, um die Leitungen reparieren zu können. Ihr Mann ist ausgerechnet in dieser Woche auch noch auf Dienstreise. Wie gerne würde ich ihr einfach spontan meine Hilfe anbieten und sie bei der Betreuung meines Enkels unterstützen. Geht aber nicht mal eben so. Unsere Tochter wohnt mit ihrer Familie 450 Kilometer weit entfernt. Eine verzwickte Situation.

Unterstützung bei Betreuung der Kinder

Für den Moment kann ich ihr nicht helfen, doch ich denke darüber nach, welche Lösungen es in der Zukunft geben könnte. Vor einiger Zeit erzählte eine Nachbarin, dass sie zweimal in der Woche bei einer Familie im Ort nachmittags auf die Kinder aufpasst. Manchmal käme es auch vor, dass sie spontan angerufen würde, wenn die Eltern der beiden Kinder ausgehen wollten. „Genau so Jemanden bräuchte jetzt meine Tochter“, denke ich und beginne mit der Recherche.

Großeltern wichtig für Kinder

Rund jeder vierte Deutsche hält die Betreuung durch die Großeltern für die beste Organisationsform der Kinderbetreuung. Familiensystemisch betrachtet, sind Oma und Opa zudem als Beziehungsperson, Mit-Erzieher und Vermittler nach wie vor von enormer Bedeutung für den Nachwuchs. Üblich und vor allem machbar ist diese Umsetzung der Kinderbetreuung aber heutzutage oft nicht mehr.

Leih-Omas und Leih-Opas statt Babysitter

Da aber offensichtlich sowohl von den Älteren als auch von Familien mit kleinen Kindern besteht, gibt es seit geraumer Zeit das sogenannte „Leih-Oma-Prinzip“. Die Idee ist einfach und vor allem logisch. Während klassische Babysitter oft selbst noch zur Schule gehen oder berufstätig sind, haben Menschen im Ruhestand oft Zeit. Wenn diese dann Freude an und im besten Fall Erfahrung mit Kindern haben, ergeben sich für Unterstützung-Suchende und Rentner oft Win-Win-Konstellationen. Voraussetzung dabei ist natürlich immer, dass Familie und Leih-Oma zusammenpassen. Die Aufgaben der Senioren können dabei ganz unterschiedlich ausfallen – von traditionellen „Kindhüten“ in der Wohnung der Familie bis hin zu Ausflügen in den Tierpark oder Plätzchen backen in der Küche der Leih-Oma. Hierbei lassen sich ganz individuelle Vereinbarungen treffen. Eine kleine Babysitter-Checkliste kann helfen, die Leih-Oma auf ihren neuen „Job“ vorzubereiten.

Unterschiedliche Vermittlungsmöglichkeiten

Um passende Leih-Großeltern zu finden oder auch, um sich als solche zu bewerben, gibt es im Netz unterschiedliche Online-Plattformen, die die Vermittlung übernehmen können. Überregional bieten Betreut.de und Babysitter.de eine große Auswahl, regional lassen sich Leih-Omas und –Opas bei den Einrichtungen der Caritas, der Diakonie oder dem Kinderschutzbund finden. Während einige Rentner die Betreuung der Kinder gerne als Ehrenamt ausführen, handhaben es andere als Minijob und verdienen sich ein bisschen dazu.

Rechtliches unbedingt beachten

Mit der Verantwortung für ein Kind geht auch das Bedürfnis nach Absicherung und Schutz einher. Aus diesem Grund sollte sowohl die auftraggebende Familie als auch die Leih-Oma auf die Haftpflicht- und Unfallversicherung achten. Zudem ist ein schriftlicher Vertrag mit den Leihgroßeltern sinnvoll, damit beide Seiten klare Vereinbarungen zu Zeiten und Entlohnung und weiterer wichtiger Abmachungen fixiert wissen.

Ich bin jetzt einiges schlauer und noch sicherer, dass diese Form der Unterstützung gut für meine Tochter und meinen Enkel wäre. Heute Abend werde ich sie anrufen und ihr den Leih-Oma-Vorschlag für die Zukunft unterbreiten.

Mehr zum Thema Leih-Oma erfahren Sie im Ratgeber-Artikel.

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Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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